Mittwoch, 23. Dezember 2009

Die zwei Jesusknaben - Forschungsergebnisse Rudolf Steiners

Heute ist das Weihnachtsfest in seiner wahren Bedeutung immer weniger Menschen zugänglich. Das alles ist eine Folge der Lehren der beiden großen Kirchen über die Jahrhunderte hinweg. Es ist ihnen nicht gelungen, die biblische Lehre zu vertiefen und dadurch den geistigen Sehnsüchten der heutigen Menschheit eine entsprechende geistdurchdrungene religiöse Weltanschauung zu vermitteln.

Sie suchen ihre Rettung in der Verflachung, Relativierung und Anpassung des Evangeliums an ein oberflächliches Bewusstsein. Oder im dogmatischen Hängen an alten Traditionen.

Nur die geisteswissenschaftliche Forschung kann den Menschen heute noch den Zugang zu den Evangelien in einer Weise vermitteln, der heutigen Bewusstseins-Ansprüchen gerecht wird. Rudolf Steiners Erkenntnisse in Zusammenhang mit dem Weihnachtsgeschehen sind dafür ein Beispiel:

Die zwei Jesusknaben

Durch seine geisteswissenschaftlichen Forschungen kam Rudolf Steiner zu der Ansicht, dass zur Zeit der Zeitenwende nicht einer, sondern zwei Jesusknaben geboren worden sind, dernathanische und der salomonische Jesus, die beide dem Geschlecht Davids entstammen:

12 Und David erkannte, daß der HERR ihn zum König über Israel bestätigt und sein Königtum erhöht hatte um seines Volkes Israel willen. 13 Und David nahm noch mehr Frauen und Nebenfrauen in Jerusalem, nachdem er von Hebron gekommen war, und es wurden ihm noch mehr Söhne und Töchter geboren. 14 Dies sind die Namen der Söhne, die ihm zu Jerusalem geboren sind: Schammua, Schobab, Nathan, Salomo, 15 Jibhar, Elischua, Nefeg, Jafia, 16 Elischama, Eljada, Elifelet. (2 Samuel 5,14)

Steiners Angaben über die beiden Jesusknaben mag auf den ersten Blick verblüffend und befremdend erscheinen, doch zeigt sich einer näheren Betrachtung, dass in den Evangelien zwei sehr unterschiedliche Geburtserzählungen gegeben werden. Die Geburtserzählung im Matthäus-Evangelium weicht deutlich von der des Lukas-Evangeliums ab; außerdem sind auch die Geschlechtsregister, die in beiden Evangelien angeben sind - und die im jüdischen Kulturkreis für gewöhnlich sehr gewissenhaft gepflegt wurden - wesentlich voneinander abweichend. Will man also die Evangelien ernst nehmen und nicht nur für phantasievolle Dichtungen nehmen, so entsteht hier immerhin ein gewisser Erklärungsbedarf. Rudolf Steiners Darstellung mag im einzelnen sehr komplex und verwirrend erscheinen - aber das kann vielleicht insoferne wenig verwundern, als es hier um zentralste Ereignisse der Menschheitsentwicklung handelt, die nicht so leicht in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen sind. Knapp zusammenfassend stellt Rudolf Steiner die Sache so dar:

"Man betrachte zunächst Jesus von Nazareth. Dieser hatte ganz besondere Daseinsbedingungen. Im Beginne unserer Zeitrechnung sind zwei Jesus-Knaben geboren worden. Der eine stammte aus der nathanischen Linie des Hauses David, der andere aus der salomonischen Linie desselben Hauses. Diese beiden Knaben waren nicht ganz zu gleicher Zeit geboren, aber doch annähernd. In dem salomonischen Jesus-Knaben, den das Matthäus-Evangelium schildert, inkarnierte sich dieselbe Individualität, die früher als Zarathustra auf der Erde gelebt hat, so daß man in diesem Jesus-Kinde des Matthäus-Evangeliums vor sich hat den wiederverkörperten Zarathustra oder Zoroaster. So wächst heran, wie ihn Matthäus schildert, in diesem Jesus-Knaben bis zum zwölften Jahre die Individualität des Zarathustra. In diesem Jahre verläßt Zarathustra den Körper dieses Knaben und geht hinüber in den Körper des anderen Jesus-Knaben, den das Lukas-Evangelium schildert. Daher wird dieses Kind so plötzlich etwas ganz anderes. Die Eltern erstaunen, als sie es in Jerusalem im Tempel wiederfinden, nachdem in dasselbe der Geist des Zarathustra eingetreten war. Das wird dadurch angedeutet, daß der Knabe, nachdem er verlorengegangen war und in Jerusalem im Tempel wiedergefunden wurde, so gesprochen hat, daß ihn die Eltern nicht wiedererkannten, weil sie dieses Kind - den nathanischen Jesus-Knaben - eben nur so kannten, wie er früher war. Aber als es anfing zu den Schriftgelehrten im Tempel zu reden, da konnte es so sprechen, weil in dasselbe der Geist des Zarathustra eingetreten war. - Bis zum dreißigsten Jahre lebte der Geist des Zarathustra in dem Jesus-Jüngling, der aus der nathanischen Linie des Hauses David stammte. In diesem andern Körper reifte er heran zu einer noch höheren Vollendung. Noch ist zu bemerken, daß in diesem andern Körper, in dem jetzt der Geist des Zarathustra lebte, das Eigentümliche war, daß in dessen Astralleib der Buddha seine Impulse aus der geistigen Welt einstrahlen ließ.

Die morgenländische Tradition ist richtig, daß der Buddha als ein «Bodhisattva» geboren wurde, und erst während seiner Erdenzeit, im neunundzwanzigsten Jahre, zur Buddha-Würde aufgestiegen ist.

Asita, der große indische Weise, kam, als der Gotama Buddha ein kleines Kind war, in den Königspalast des Vaters des Buddha weinend. Dies aus dem Grunde, weil er als Seher hat wissen können, daß dieses Königskind der «Buddha» werden wird, und weil er sich als ein alter Mann fühlte, der es nicht mehr erleben wird, wie der Sohn des Suddhodana zum Buddha werden wird. Dieser Weise wurde in der Zeit des Jesus von Nazareth wiedergeboren. Es ist derselbe, der uns im Lukas-Evangelium als jener Tempelpriester vorgeführt wird, welcher in dem nathanischen Jesus-Knaben den Buddha sich offenbaren sieht. Und weil er dies sah, deshalb sagte er: «Laß, Herr, deinen Diener in Frieden fahren, denn ich habe meinen Meister gesehen!» Was er damals in Indien nicht sehen konnte, das sah er durch den Astralleib dieses Jesus-Knaben, der uns als der des Lukas-Evangeliums entgegentritt: den zum Buddha gewordenen Bodhisattva.

Das alles war notwendig, damit der Leib zustande kommen konnte, welcher dann am Jordan die «Johannes-Taufe» empfing." (Lit.: GA 15)

Jesus ist nicht mit Christus identisch. Der Geist des Christus zog erst mit der Jordan-Taufe in den Jesus ein, der aus dieser doppelten Abstammungslinie hervorgegangen ist.


oder genauer:

"Man betrachte zunächst Jesus von Nazareth. Dieser hatte ganz besondere Daseinsbedingungen.

Im Beginne unserer Zeitrechnung sind zwei Jesus-Knaben geboren worden. Der eine stammte aus

der nathanischen Linie des Hauses David, der andere aus der salomonischen Linie desselben

Hauses. Diese beiden Knaben waren nicht ganz zu gleicher Zeit geboren, aber doch annähernd. In

dem salomonischen Jesus-Knaben, den das Matthäus-Evangelium schildert, inkarnierte sich

dieselbe Individualität, die früher als Zarathustra auf der Erde gelebt hat, so daß man in diesem

Jesus-Kinde des Matthäus-Evangeliums vor sich hat den wiederverkörperten Zarathustra oder

Zoroaster. So wächst heran, wie ihn Matthäus schildert, in diesem Jesus-Knaben bis zum zwölften

Jahre die Individualität des Zarathustra. In diesem Jahre verläßt Zarathustra den Körper dieses

Knaben und geht hinüber in den Körper des anderen Jesus-Knaben, den das Lukas-Evangelium

schildert. Daher wird dieses Kind so plötzlich etwas ganz anderes. Die Eltern erstaunen, als sie es

in Jerusalem im Tempel wiederfinden, nachdem in dasselbe der Geist des Zarathustra eingetreten

war. Das wird dadurch angedeutet, daß der Knabe, nachdem er verlorengegangen war und in

Jerusalem im Tempel wiedergefunden wurde, so gesprochen hat, daß ihn die Eltern nicht

wiedererkannten, weil sie dieses Kind - den nathanischen Jesus-Knaben - eben nur so kannten, wie

er früher war. Aber als es anfing zu den Schriftgelehrten im Tempel zu reden, da konnte es so

sprechen, weil in dasselbe der Geist des Zarathustra eingetreten war. - Bis zum dreißigsten Jahre

lebte der Geist des Zarathustra in dem Jesus-Jüngling, der aus der nathanischen Linie des Hauses

David stammte. In diesem andern Körper reifte er heran zu einer noch höheren Vollendung. Noch ist

zu bemerken, daß in diesem andern Körper, in dem jetzt der Geist des Zarathustra lebte, das

Eigentümliche war, daß in dessen Astralleib der Buddha seine Impulse aus der geistigen Welt

einstrahlen ließ.

Die morgenländische Tradition ist richtig, daß der Buddha als ein «Bodhisattva» geboren wurde,

und erst während seiner Erdenzeit, im neunundzwanzigsten Jahre, zur Buddha-Würde aufgestiegen

ist.

Asita, der große indische Weise, kam, als der Gotama Buddha ein kleines Kind war, in den

Königspalast des Vaters des Buddha weinend. Dies aus dem Grunde, weil er als Seher hat wissen

können, daß dieses Königskind der «Buddha» werden wird, und weil er sich als ein alter Mann

fühlte, der es nicht mehr erleben wird, wie der Sohn des Suddhodana zum Buddha werden wird.

Dieser Weise wurde in der Zeit des Jesus von Nazareth wiedergeboren. Es ist derselbe, der uns im

Lukas-Evangelium als jener Tempelpriester vorgeführt wird, welcher in dem nathanischen Jesus-

Knaben den Buddha sich offenbaren sieht. Und weil er dies sah, deshalb sagte er: «Laß, Herr,

deinen Diener in Frieden fahren, denn ich habe meinen Meister gesehen!» Was er damals in Indien

nicht sehen konnte, das sah er durch den Astralleib dieses Jesus-Knaben, der uns als der des

Lukas-Evangeliums entgegentritt: den zum Buddha gewordenen Bodhisattva.

Das alles war notwendig, damit der Leib zustande kommen konnte, welcher dann am Jordan die

«Johannes-Taufe» empfing." (Lit.: GA 15)

Quelle und Fortsetzung: http://www.anthrowiki.info/ftp/anthroposophie/Christus/Christus_14.pdf

Montag, 21. Dezember 2009

Übel ergeht's dem, der die Wahrheit sagt: Daniel Kehlmann

Aus einem Interview mit der Zeitschrift "Cicero":

"...Ihre Kritik am Regietheater hat sowohl für Zustimmung als auch für heftige Kritik gesorgt. Schon vor dieser Rede sagten Sie des Öfteren: „Sehr vieles, was ich auf deutschen Theaterbühnen sehe, finde ich flach und dumm.“ Was stört Sie am sogenannten Regietheater?

Im Grunde ging es darum, dass an deutschen Theatern eine bestimmte Inszenierungsästhetik Monopolstellung genießt und Beobachter, die sich dagegen äußern, in einer ungeheuerlichen Weise angegriffen werden. Diese Monopolästhetik beansprucht für sich, recht zu haben, weil sie so modern sei und alles andere altmodisch und auch gesellschaftlich reaktionär. Dagegen habe ich mich gewendet. Die Wahrheit eines Textes durch rekonstruktive Maßnahmen wie Kostüme zutage treten zu lassen, ist alles andere als altmodisch und schon gar nicht rückständig. In diesem Sinne habe ich für Offenheit plädiert. Die Reaktionen waren so hilflos hysterisch, dass ich mich dadurch in meiner These bestätigt fühlen muss.

Schon vor einem Jahr haben Sie mit einer Rede über Brecht polarisiert. Dabei hatten Sie lediglich in Erinnerung gerufen, man könne von Glück reden, „dass die Welt nicht so geworden ist, wie Bertolt Brecht sie sich gewünscht hat, denn die seine würde keine freien Wahlen kennen, keine Meinungsfreiheit, keine Freiheit, dorthin zu gehen, wohin man will“. Daraufhin hagelte es Widerspruch. Sind Sie verwundert über die nach wie vor einflussreichen Linken im Kulturbetrieb?
Nein, das hatte ich schon erwartet. In beiden Fällen habe ich mich aber keineswegs gegen linke Politik oder gegen linkes Kulturverständnis wenden wollen. Ich habe eine Haltung kritisiert, die sich als links deklariert, aber nur noch Phrasen und Schemata reproduziert. Das Regietheater hat mit linker Einstellung gar nichts zu tun. Klassisch gesehen würde linke Ästhetik bedeuten, Theater zu machen, das die Massen verstehen. Es ist doch inkonsequent, sich als links zu definieren und gleichzeitig ein Theater zu verlangen, das die Massen ablehnen. Im Fall von Brecht habe ich mich dagegen gewehrt, ihn zu einer Popfigur, zu einer Art Che-Guevara-Poster zu machen. Man muss Brecht ernst nehmen und sich darüber im Klaren sein, wo er sich furchtbar geirrt hat. ..."
Quelle und vollständiges Interview: http://www.cicero.de/97.php?ress_id=7&item=4480

Sonntag, 20. Dezember 2009

Die Heiligen Nächte

Nun sind es nur noch wenige Tage bis zum Beginn der zwölf oder dreizehn Heiligen Nächte. Die Betonung liegt bewusst auf den "Nächten", denn sie sind jetzt wirkungsvoller als die Tage. So wie in alten Zeiten für die Menschheit der Nachtzustand realer war als der Tagzustand, so kehrt das in dieser heiligen Zeit wieder. Wie damit auch etwas wiederkehrt von der stärkeren Geistverbundenheit, die früher für die Menschen noch der Normalzustand war.

Kann man in dieser Weihnachtszeit die Ruhe finden, den Blick dementsprechend mehr nach innen zu wenden und weniger auf die sinnliche Außenwelt hin, dann besteht die Möglichkeit etwas von dieser Geist-Innenwelt zu erleben.

Man kann das Erleben verstärken, indem man bis über Mitternacht noch nicht schlafen geht, die Zeit mit ernsthaften Gesprächen verbringt oder geistdurchdrungene Literatur liest.

Abträglich ist alles, was mehr der Unterhaltung oder dem Sinnengenuss dient: bestimmte Speisen und Getränke, elektrische und elektronische Bild- und Musikerzeugung. Dadurch werden unreale Seelenbilder und sentimentale Stimmungen befördert.

Das Innenleben muss heute durch ein waches, klares, bewusstes Ich erschaffen, beobachtet und bedacht werden. Nur dann hat es einen wahren Lebenswert.

Samstag, 19. Dezember 2009

Ehemaliger Waldorfschüler: Henrik Enderlein



Politik- und Wirtschaftswissenschaftler

* 13. September 1974 in Reutlingen
Henrik Enderlein ist Professor für politische Ökonomie und stellvertretender Dekan an der Hertie School of Governance in Berlin. Seine Kindheit verbrachte er in Tübingen. Sein Abitur absolvierte er 1994 an der Rudolf-Steiner-Schule in Berlin.[1]

Leben

Von 1995 bis 1998 studierte er Politik- und Wirtschaftswissenschaften am Institut d’études politiques de Paris. Dem folgte ein Promotionsstipendium an der Columbia University in New York von 1998 bis1999. Seine Promotion schloss er am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln ab (Doktorvater: Fritz W. Scharpf).

Von 2001 bis 2003 arbeitete er als Ökonom im Bereich Europabeziehungen, Europäische Zentralbank in Frankfurt. Im Jahr 2003 wurde er Juniorprofessor für Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Berlin (FB Wirtschaftswissenschaften und John F. Kennedy Institut). 2005 wurde er an die Gründungsfakultät der Hertie School of Governance berufen. Von 2006 bis 2007 war er Gastprofessor an der Duke University (USA).

(Wikipedia)

Für einen 35jährigen hat Henrik Enderlein bereits eine Menge hinter sich: Waldorfschule, Einserabitur, Ökonomie- und Politik-Studium an Elite-Universitäten in Paris und New York. Danach hat er bei der Max-Planck-Gesellschaft und der Europäischen Zentralbank gearbeitet und wurde Junior-Professor an der Freien Universität. Heute lehrt er an der Hertie School of Governance in Berlin, die junge Führungskräfte für politische, staatliche und gesellschaftliche Institutionen ausbildet. Enderlein ist verheiratet und hat zwei Kinder. Außerdem ist der Sohn des früheren FDP-Politikers und brandenburgischen Wissenschaftsministers Hinrich Enderlein Mitglied der SPD.
Quelle: www.das-tut-man-nicht.de


Freitag, 18. Dezember 2009

Georg Kreisler über heutige Künstler

Gewiss gibt es hervorragende Künstler, die hat es zu allen Zeiten gegeben, aber sie kommen kaum zu Wort. Zu Wort kommen diejenigen, die nicht Kunst produzieren, sondern ihre persönlichen Karrieren…

Diese „Künstler „ bekommen dann auch gute Kritiken, denn vom Dilettantismus verstehen die Kritiker viel…Schließlich verwahrlost das Publikum, und die Gesellschaft verroht, Anzeichen gibt es heute genug…Die Welt wird ärmer, die Künstler ziehen sich zurück, werden immer fremder, und auf allen Seiten entsteht Hass.
Aus: Georg Kreislers Autobiographie „Letzte Lieder“

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Gute Vorsätze


Mit dem Jahreswechsel ist wieder die Zeit der guten Vorsätze gekommen:
Hier eine Meldung der Zeitsschrift "Cicero":

Vorsätze für 2010: Mehr Gesundheit, weniger Stress
Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenversicherung DAK wünschen sich die Deutschen für das neue Jahr weniger Stress und mehr Zeit für die Familie. 59 Prozent der Befragten gaben an, Stress abbauen, 51 Prozent sich mehr um Familie und Freunde kümmern, und 50 Prozent mehr Sport treiben zu wollen. Laut Studie möchte sich jeder zweite der insgesamt 3.010 befragten Bundesbürger in 2010 gesünder ernähren. Mehr Männer als Frauen wollen dabei dem Fernseher, Alkohol und Nikotin den Kampf ansagen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer gab an, dass sie immerhin länger als drei Monate ihren Vorsätzen aus dem vergangenen Jahr treu geblieben sind oder diese noch heute einhalten.


Etwas sehr Geistreiches zu diesem Thema fand ich bei Oscar Wilde in "Das Bildnis des Dorian Gray":
"Die guten Vorsätze kann ich nur als einen nutzlosen Versuch, die Entwicklungsgesetze aufzuhalten, bezeichnen. Ihr Ursprung ist die reine Eitelkeit, ihr Resultat ein absolutes Nichts. Dann und wann verursachen sie uns freilich eine jener luxuriösen, unfruchtbaren Emotionen, die unter Umständen einen gewissen Reiz für uns haben können. Das ist alles, was ich darüber sagen kann. Es sind Schecks, die jemand auf eine Bank ausstellt, auf der er kein Konto hat.

Vielleicht könnte es deshalb einmal ein besserer Vorsatz sein, sich dieses Jahr nichts vorzunehmen.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Georg Kreisler über verbeamtete Künstler und die heutige Theater-Regie

In Amerika gibt es weniger Intrigen und Neid, da dort die Künstler nicht verbeamten…Es ist ja nicht schwer, ein Theater zu führen, solange es in den Händen der Regierung bleibt. Wotan mit Aktentasche, Romeo ist schwul, Othello findet im Boxring statt, Zauberflöte im Zirkus, Hamlet im Schwimmbad, da ist die Kunst frei, wenn auch tot, und alles sind glücklich - bis auf das Publikum….

Aus: Georg Kreislers Autobiographie „Letzte Lieder“

Dienstag, 15. Dezember 2009

Der Mensch ist frei.

"Die Alibis, die die Gerichte ausspucken, böse Kindheit, falsche Erziehung, Gene, Leidenschaften, sind Unsinn. Der Mensch ist frei."

Aus: Georg Kreislers Autobiographie „Letzte Lieder“

Montag, 14. Dezember 2009

Marilyn Monroe und die Anthroposophie



Marilyn Monroe wurde mit Rudolf Steiners Büchern durch ihrem Lieblings-Drama-Lehrer bekannt, Michael Tschechow (1890-1955), Neffe des Dramatikers Anton, Direktor und Kollege von Stanislawski am Moskauer Kunst-Theater zu Beginn dieses Jahrhunderts. Marilyn war Tschechow im Jahr 1951 begegnet.

Marilyn öffnete sich wie ein Schwamm dem von Steiner inspirierten Tschechow-Theater. Und Marilyn öffnete sich sehr tief gegenüber der Anthroposophie, nicht weil sie fühlte,das würde ihrem Lehrer gefallen. Tschechow fühlte, daß es eines der wenigen Male in ihrem Leben war, dass Marilyn etwas tat aus ihrem eigenen freien inneren Wesen heraus.
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Folgender Text übernommen von: http://martyrion.blogspot.com/#uds-search-results


Marilyn Monroe, Dame Edith Sitwell, and Rudolf Steiner

Edith and Marilyn talking about Rudolf Steiner

"In Dame Edith Sitwell’s autobiography Taken Care Of, she tells of her meeting with ‘Miss Marilyn Monroe’, who she describes as quiet, with great natural dignity and extremely intelligent. She was also,she said, extremely sensitive. Dame Edith tells of a magazine article that she was commissioned to write about her visit to Hollywood and this included a face to face encounter with Miss Monroe, who she suspected the magazine moguls thought would hate one another on sight.

They were mistaken. ‘On the occasion of our meeting she wore a green dress and, with her yellow hair, looked like a daffodil. We talked mainly, as far as I remember, about Rudolf Steiner, whose works she had just been reading.’"


Source: http://www.webcitation.org/5wozS1ofx
Thank you, Bradford Riley!




Sonntag, 13. Dezember 2009

"Ich vertrage nicht mehr soviel Unsinn wie früher." - Georg Kreisler

Künstler bleiben melancholisch, alle anderen heiter…Die Kunst fordert den ganzen Menschen, und ihr Lohn ist Erkenntnis und Einsamkeit…Auch Nietzsche war damals einsam und ist einsam geblieben…Ich gestehe, dass ich immer wieder Goethe, Heine, Nietzsche lese, weil ich nichts anderes finde, ich vertrage nicht mehr so viel Unsinn wie früher.

Aus: Georg Kreislers Autobiographie „Letzte Lieder“
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Körperliche Arbeit - Sport

Es ist schon etwas Merkwürdiges, wenn man beobachtet, wie die Menschen heute in den umliegenden Gärten für jede kleinste Arbeit eine extra Maschine verwenden, damit sie nur ja nichts mit dem vollen Einsatz ihres Körpers und ihrer Hände tun müssen. Bei jeder Tätigkeit schiebt sich zwischen sie selbst und die Natur eine Maschine. Keine direkte Berührung, keine schweißtreibende, körperliche Arbeit ist gewünscht.

Sobald einmal ein schöner Sonnentag das Gemüt erfreut und man die Fenster öffnet um die herrliche Luft ins Haus strömen zu lassen, muss man sie bald wieder schließen, weil ringsumher die Motoren zu dröhnen beginnen: die Nachbarn arbeiten im Garten!

Wenig später dann aber sieht man die selbigen Menschen im
Jogging-Anzug aus der Haustüre traben oder mit der Sporttasche sich zum Auto begeben, um zum 500 m entfernten Tennisplatz zu fahren. "Man braucht doch etwas körperlichen Ausgleich", meinen sie. "Das dient der schlanken Linie!"

Vielleicht würden eben diese Menschen sogar fordern, dass etwas gegen die Klimaveränderung getan werden müsse.


In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts konnte ein engagierter Landwirt noch folgende Zeilen niederschreiben:

(Wenn das Korn reif ist...) "Dann hört man an einem frühen Morgen und über Mittag das Dorf auf und ab das melodische Dengeln, und den Tag über das Rausch der Sensen im vollen Korn, und sieht die Halme sinken, Schwad um Schwad. Und hinter jedem mähenden Mann geht eine Frau oder ein Mädchen, rafft die Halme mit der Sichel zusammen und bindet sie in Garben, indem sie aus einer Handvoll Halme ein Garbenband schlingt.

Das Fußball- und Tennisspielen ist wohl ein schöner Sport. Aber wenn unsere jungen Sportsleute wüssten, was für eine herrliche Arbeit das Mähen ist, wie der ganze Menschenleib bei jedem Schwunge der Sense mitschwingt und wie gut das Vesperbrot in der Sommersonne schmeckt zwischen dem wogenden Korn und den aufgestellten Hocken: Sie würden die Bauern bitten, ihnen das Korn mähen zu dürfen.

Es wird zwar auch diese Arbeit von Maschinen getan, aber das sollte nicht unsere letzte Weisheit sein, denn unsere Verbundenheit mit der Natur ist ein hoher Wert, den sollten wir nicht um das Linsengericht eines kleinen Geldvorteils verkaufen. Die schönsten Arbeiten sollte der Mensch sich nicht von einer klappernden Maschine fortnehmen lassen..."

Rudof von Koschützki, Sonne auf Erden)


Freitag, 11. Dezember 2009

Obama erhält Friedensnobelpreis

US-Präsident Barack Obama hat seinen Friedensnobelpreis mit "tiefer Dankbarkeit und großer Demut" entgegengenommen. Der Preis spreche die höchsten Bestrebungen der Menschen an, sagte Obama am Donnerstag beim Empfang der bedeutendsten internationalen Auszeichnung. "Ungeachtet aller Grausamkeiten und Mühsal in unserer Welt sind unsere Handlungen doch von Bedeutung, wir sind nicht nur Gefangene unseres Schicksals."


Zugleich verteidigte er den Einsatz militärischer Gewalt. "Krieg ist manchmal notwendig", sagte er bei der Zeremonie in Oslo. Eine gewaltlose Bewegung hätte weder Adolf Hitler bezwungen, noch könne sie Al-Qaida-Anführer zur Aufgabe bewegen. "Daher spielt das Instrument des Krieges eine Rolle dabei, um den Frieden zu erhalten."Zugleich verteidigte er den Einsatz militärischer Gewalt.

"Krieg ist manchmal notwendig", sagte er bei der Zeremonie in Oslo. Eine gewaltlose Bewegung hätte weder Adolf Hitler bezwungen, noch könne sie Al-Qaida-Anführer zur Aufgabe bewegen. "Daher spielt das Instrument des Krieges eine Rolle dabei, um den Frieden zu erhalten."

Als ich die Begründung von Obama für die Notwendigkeit der amerikanischen Kriegsführung las, da fühlte ich mich an meine Verhandlung als Kriegsdienst-Verweigerer erinnert: "Was machen Sie denn, wenn sie angegriffen werden oder ihre Freundin angegriffen wird? Da müssen sie sich doch auch verteidigen." Es gibt ja angeblich bei den westlichen Staaten nur noch Verteidigungskriege.
Und wenn man doch einmal ein Land angreift, dann unter der Devise: Angriff ist die beste Verteidigung.

Folgender Text stammt aus dem "anti-mobbing-blog":

Kriegsherr Obama erhält Friedensnobelpreis - die grenzenlose Perversion



Gerhard Wisnewski

Friedensnobelpreis für Obama? Ein Witz. Soweit sind sich alle einig. Aber was bedeutet das wirklich?

1. Krieg
»Ausgerechnet bei der Entgegennahme des Friedensnobelpreises rechtfertigt Barack Obama den Krieg«, beschwert sich der SZ-Kommentator Kurt Kister. Gegenfrage: Wann denn sonst? Denn dafür ist dieser Nobelpreis schließlich da: Zur besseren Legitimation von kommenden US-Kriegen. Das sagte Obama schließlich im Grunde selbst: »Er philosophierte über die Bedingungen und Umstände eines gerechten Krieges«, so Kister über die Preisverleihung vom 10. Dezember 2009. Genau dafür braucht Obama auch die 30.000 zusätzlichen Soldaten in Afghanistan. Das heißt, der Friedensnobelpreis wird an einen Präsidenten und Oberbefehlshaber verliehen, der vor den Augen der gesamten Welt einen Krieg vorbereitet. Denn für die Bekämpfung von Terroristen taugen reguläre Truppen nun mal nicht. Reguläre Truppen taugen zur Bekämpfung regulärer Truppen, beispielsweise des Iran, des Nachbarn Afghanistans und des ebenfalls US-besetzten Irak.

Allerdings kann die Welt trotzdem aufatmen. Denn der Krieg eines Friedensnobelpreisträgers wird natürlich was ganz Besonderes sein - so eine Art Krieg erster Klasse. Der Oberbefehlshaber trägt diesmal einen Heiligenschein aus Oslo, die Toten sind garantiert gerecht, kurz: es wird eines der moralisch saubersten Massaker, die die Welt je gesehen hat.

Ein Gutes hat dieser Friedensnobelpreis für Obama trotzdem: Interessanterweise zeigt er uns schlaglichtartig, was von Obama wirklich zu halten ist. Würde Obama nur einen Funken Anstand besitzen, wirklich nur einen kleinen Funken, hätte er den Nobelpreis abgelehnt. Er hätte zum Beispiel nur sagen müssen, er sei der Präsident einer starken Nation, die für ihre Interessen manchmal leider auch militärisch kämpfen wolle oder müsse und habe zuviel Respekt vor dem Friedensnobelpreis, um ihn anzunehmen. Und schon hätte er weit mehr Punkte gesammelt als durch die Annahme des Preises. Und auch den Preis selbst hätte er damit gerettet.

2. Demontage des Nobelpreises...Hier weiter:http://anti-mobbing-blog.blogspot.com/?expref=next-blog

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Fundsache:

Klimaterror: Das Evil Empire lebt

Gerhard Wisnewski

»Es ist fünf vor zwölf!«, behaupten die Klima-Propheten: »Wir müssen handeln!« Wie recht sie haben. Allerdings ist es nicht fünf vor zwölf für das Weltklima, sondern fünf vor zwölf für die Freiheit des Menschen.
»Mr. Gorbachev, tear down this wall!«, rief US-Präsident Ronald Reagan 1987 vor dem Brandenburger Tor. Simsalabim - zwei Jahre später war die Mauer weg. Donnerwetter - wie konnte Reagan das nur vorher wissen? Egal. Jedenfalls war damit die Sowjetunion, das »Reich des Bösen«, angeschlagen. Und mit der Auflösung der Sowjetunion ab 1991 glaubten alle, damit sei auch für immer und ewig das »Böse« aus der Welt.

Kleiner Irrtum. Wenn wir »böse« jetzt politisch lieber durch »totalitär« ersetzen, dann wurde das Reich des Bösen nur einige Ebenen höher wiedergegründet, und zwar auf der Ebene der UNO und ihrer Organisationen. Bestand die Sowjetunion aus 15 Staaten mit knapp 300 Millionen Einwohnern, zählt die UNO 192 Staaten mit 6,5 Milliarden Einwohnern. Und wer die UNO bisher für einen Papiertiger hielt, wurde etwa durch die Machenschaften ihres Gesundheitsministeriums WHO in Sachen Vogel- und Schweinegrippe eines besseren belehrt.

Totalitäre Staatengebilde wie die Sowjetunion erscheinen als veraltet. Mithilfe der neuen Kommunikations-, Überwachungs-, Verwaltungs- und Propagandamittel erscheint die Zeit reif für totalitäre Gebilde auf globaler Ebene, die freilich schon seit einiger Zeit parallel aufgebaut und betrieben wurden (UNO). In diesen neuen totalitären Strukturen wollen sich altbekannte Interessenträger (zum Beispiel Geostrategen, globale Banken, Pharmaindustrie usw.) verwirklichen und sich eine neue Form und Organisation geben. Nach dem Motto: »Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut«.

Um Rückstöße zu vermeiden versucht man, die neue totalitäre Organisation in ein ausschließlich gutes Image zu kleiden. Um jeden Widerstand zu untergraben bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen, hat alles, was die Organisation tut, vordergründig nur guten Zwecken zu dienen. Durch diese Operation sollen die Menschen komplett wehrlos gemacht werden.

Die »Operation Vogelgrippe« und danach »Schweinegrippe« zählten zu den ersten Gehversuchen dieses neuen totalitären Systems, das nun versucht, seine unumschränkte globale Macht auszuüben und in sagenhafte Profite und uneingeschränkte Macht für seine Entscheidungsträger und Unternehmen umzusetzen. Sowohl die Vogel- als auch die Schweinegrippe-Operation bestanden aus einer Vielzahl ineinander greifender Operationen, vor allem:

– Propaganda und Panikmache,

– globale Massenhysterie,

– Entwicklung von »Impfstoffen« mit dubiosen Inhaltsstoffen,

– »Impfstoff«-Produktion und Distribution.

Während die Operation – etwa im Fall Tamiflu – zum Teil gelungen ist, scheiterte sie zum Teil im Fall Schweinegrippe-Impfung. Die vollkommen überdrehte Propaganda verpuffte und erreichte genau das Gegenteil - nämlich, dass die Menschen misstrauisch wurden und sich erst recht nicht impfen ließen. Man spürt eben die Absicht und ist verstimmt. Die Menschen sind dem Impfterror der WHO nicht wie geplant auf den Leim gegangen. Nur etwa fünf Prozent der Deutschen haben sich bisher impfen lassen. Bund und Länder sitzen auf Millionen von Impfdosen und haben Abermillionen Steuergelder verbrannt.

Das neue »Evil Empire« hat aber noch ganz andere Pläne. ......
Hier weiterlesen:

Sonntag, 6. Dezember 2009

Wahr-Symbol - Schmuck - Dekoration

In der Vorweihnachtszeit sieht man allerorten Lichter, Lichterketten, Tannen, Adventskränze und viele andere Dinge mehr.

Es gab eine Zeit, da lebte in vielen Menschenherzen noch eine bescheidene, wahre, reine Fömmigkeit. Begann die Adventszeit, dann freute man sich schon auf den Weihnachtstag, weil man dann die Geburt des Jesuskindes feiern durfte. Mit jedem Lichtlein rückte der große Feiertag näher.
Beim Anblick der Adventskerzen öffnete sich das Herz, fühlte sich aus dem Alltag herausgehoben und schon ein wenig mit dem Jesuskind verbunden.

Die Kerzen des Adventskranzes waren eine Art von Wahrsymbol für das Herannahen des Sonnenkindes in die Erden-Finsternis.

Mit dem Schwinden der religiösen Verbindung kam es zu einer Übergangszeit, wo es noch Reste einer inneren Empfindung gab. Man entzündete die Kerzen und hatte eine gewisses Herzensgefühl, dass damit etwas Besonderes geschah. Man erlebte etwas Wärmeartiges. Man entzündete dann auch manchmal sogar noch einige Kerzen mehr, um dieses Gefühl zu steigern. Man schmückte Wohnung oder Haus auch noch mit einigen grünen Zweigen und so weiter.

Dadurch, dass alles in einem gewissen Rahmen blieb, empfand man noch Freude an einer wohlgeschmückten Umgebung. Kleine Reminiszenzen von wahrer religiöser Empfindung waren noch zu spüren.

Dann schwanden auch die letzten Reste des Religiös-Geistigen. Die Menge der adventlichen Schmuck-Elemente aber nahm zu.

Die Schmuckelemente bekamen den Charakter von Dekoration.
Dekoration zeichnet sich dadurch aus, dass sie besonders effektvoll ist.

Der Weg vom Wahrsymbol über das schmückende Element hin zur Dekoration ist ein Weg von innen nach außen, von der Religion in die Welt.

Samstag, 5. Dezember 2009

Harry Potter

Der nach meiner Meinung klügste Kommentar, den ich bisher zu den Büchern von Joanne K. Rowling gelesen habe:
"Rowling ...versucht sich an drei großen metaphysischen Fragen, auf die alle Religionen Antwort sein wollen: die nach der Grenze des Todes, nach der Macht der Liebe und nach dem Verhältnis von Schicksal und Selbstbestimmung. Die Urlehre, ja das Mantra Rowlings lautet, dass es unsere Entscheidungen sind, die uns ausmachen. Wir sind diejenigen, die wir zu sein beschließen: Helden oder Feiglinge, Freunde oder Verräter: Immer wieder stellt sie ihre Figuren vor Entscheidungen, die den Unterschied zwischen Getriebensein und dem Beschreiten eines bewusst gewählten Weges verdeutlichen..."
Felicitas Lovenberg, FAZ 23.7.07

Donnerstag, 26. November 2009

Keine Zeit mehr

Diese Meldung kann man sicher durch die eigene Erfahrung deutlich bestätigen:


Durch Konsum neuer Medien schrumpfen die Aufmerksamkeitsspannen, berichtet John Naish und schildert etwa die Auswirkungen auf den Werbemarkt. Aber auch auf einem anderen Gebiet zieht der Mangel an Geduld Konsequenzen nach sich: "Der Brettspielproduzent Hasbro hat beschleunigte Versions seiner Spielebestseller Monopoly und Scrabble auf den Markt gebracht, und zwar mit dem Slogan 'mach mal zwanzig Minuten Pause mit einem Spiel'. Das neue Scrabble Express hat jeweils nur zwei Wörter auf einmal auf dem Brett, und der 'Q'-Stein ist durch ein 'Qu' ersetzt worden. Monopoly Express hat keine Hotels, keine Zufallskarten und noch nicht einmal Bargeld (das ist durch eine EC-Karte ersetzt). Wer hat schon Zeit, Banknoten zu zählen? Phil Jackson, Chef der Spieleabteilung bei Hasbro, erklärt, dass Marktanalysen erwiesen hätten, dass die Spieler sich beim umständlichen Endspiel von Monopoly langweilen."

Donnerstag, 19. November 2009

Schon Seneca meinte, es sei nutzlos, zu reisen, weil man selber immer mitfährt...

Geist-Erkenntnis

"Wir können keine Geist-Erkenntnis haben, das konnte nur Rudolf Steiner", sagt der Philister. Die umsitzenden Mitphilister nicken mit ihren dicken Seelenköpfen zustimmend und denken sich schweigend: "Das ist ein wahrhaft demütiger, bescheidener Mensch, er hat recht!"

"Wir müssen uns viel mehr anstrengen und üben, dann würden wir neue Erkenntnisse erlangen!", sagt der Geistesschüler.
Die Philister und Schriftgelehrten schütteln innerlich empört die Seelenköpfe:"Was für ein überheblicher Mensch! Er ist hochmütig!"

Samstag, 14. November 2009

Schiller

"Alle Wirklichkeit, wissen wir,
bleibt hinter dem Ideale zurück,

alles Existierende hat seine Schranken,
aber der Gedanke ist grenzenlos"

(Aus: Über naive und sentimentale Dichtung)

Freitag, 13. November 2009

"Ora et labora"

Noch heute hat dieser Spruch in neuem Sinne seine Berechtigung:
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Durchdringe die Arbeit mit Religiosität!

und

Intensiviere das Gebet zur Arbeit!
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Sonntag, 8. November 2009

Aus einem Gebet des Heiligen Franziskus

O Meister,
hilf mir, dass ich nicht danach verlange,

getröstet zu werden,
sondern zu trösten;
verstanden zu werden,
sondern zu verstehen,

geliebt zu werden,
sondern zu lieben.

Samstag, 31. Oktober 2009

Russische Werte

Nach wie vor will Russland seinen eigenen Weg gehen. Doch es weiß nicht, wie es ihn gehen soll. Es weiß auch nicht, welchen Weg. Denn es gibt ihn noch nicht. Es wird ein geistiger sein. Dafür gibt es viele Anhaltspunkte. Solange übernimmt es Modelle anderer Kulturen und Staaten, um sie auszuprobieren. Aber niemals passt dieses Gewand so richtig:

Es folgen einige Auszüge aus einem Artikel
des russischen Schriftstellers Victor Jerofejewin der FAZ vom 30.10.09 :

"Warum mögen die Russen den Kapitalismus nicht? Historisch erklärt sich das aus einer religiös begründeten Volksmoral, die den Einzelnen dem gemeinschaftlichen Ganzen unterordnet, das Leben auf der Erde als sündhaft und von teuflischen Mächten gelenkt begreift. Demut sowie Verweigerung jeglicher Erfolgsorientiertheit und Privatinitiative stellen das Herzstück der traditionellen russischen Weltanschauung dar. Darauf beruhte in vielerlei Hinsicht jene Form des östlichen Despotismus, die jahrhundertelang als Muster für die unumschränkte Herrschaft der Zaren diente, im Stalinismus vertieft wurde und neuerdings als nützliches Ideal hier und da wiederauftaucht." ...

"Gespräche über den Sinn des Lebens.
Es scheint, als trete gerade in diesen Gesprächen die Besonderheit der Russen hervor: die ewige Suche nach dem Sinn des Lebens. Sie suchen ihr ganzes Leben nach dem Sinn des Lebens und sterben schließlich, ohne ihn gefunden zu haben, ihre Kinder übernehmen den Staffelstab, danach die Enkel.In den elitären Kreisen Moskaus überlässt die Philosophie des Glamours zu Beginn des 21. Jahrhunderts ihren Platz den wiederauflebenden geistigen Werten. Übrigens sind die mir bekannten reichen Moskauer Unternehmer nicht der Meinung, dass Kapitalismus und geistige Werte unvereinbare Dinge seien. "

Montag, 26. Oktober 2009

Gute Literatur

In der Zeitschrift "Cicero"-Nov.2009 fand ich in einem Interview mit Marcel Reich-Ranicki folgende Aussage, als er auf Herta Müller und ihren Nobelpreis angesprochen wird:

"Die Verbrechen des Kommunismus sind in der Tat ein äußerst wichtiges Thema. Doch auch andere Autoren haben darüber geschrieben und viel geleistet: Solschenizyn beispielsweise....
Das Thema allein ist noch kein Garant dafür, dass große Literatur entsteht. ...

Das größte Missverständnis, dem ein Literaturkritiker aufsitzen kann, ist es, die moralische oder politische Haltung eines Autors mit der literarischen Qualität seiner Bücher zu verwechseln. Ich habe mich nie gescheut, darauf hinzuweisen, dass in großer Literatur vor allem Unterhaltsamkeit und Humor eine große Rolle spielen und dass der Wunsch, unterhalten zu werden, ein legitimes Bedürfnis des Lesers ist. ...

Gibt es einen Roman der vergangenen Jahre, der Sie begeistert hat?

Nicht einen einzigen. Die deutsche Gegenwartsliteratur halte ich für uninteressant. Eine Ausnahme ist die Lyrik. ...."

Freitag, 23. Oktober 2009

Individuum und Gemeinschaft

Es ist in vielen Gruppen nicht üblich, für den Einzelnen ein wirkliches, menschliches Interesse zu haben.

(Gemeint ist das Interesse im Moment, in dem die Gruppe als Gruppe zusammentritt und zusammenarbeitet, nicht außerhalb dieser Zeit, z.B. in einer Pause oder in der Freizeit. Es ist auch nicht gemeint das Interesse am anderen als privater Mensch, sondern an dem, was er in die Arbeit der Gruppe persönlich hineintragen kann.)

Der Andere ist für die Mitglieder gewöhnlich nur interessant als Teil der Gruppe. Sein menschlicher Wert wird daran gemessen, wie er sich den Prinzipien der Gruppe einfügt. Soweit er als Mensch "persönlich" oder individuell ist, so wirkt dieses Persönliche eher als Störung des Gruppenprinzips.

Das Gruppenprinzip dominiert, dem hat man sich unterzuordnen.

Dieses ist heute für jegliche geistige Entwicklung einer Gemeinschaft hemmend. Damit fesselt sich die Gruppe an die Vergangenheit, wo sie sich als Gemeinschaft konstituierte. Es findet immer nur das bereits Gewordene Anerkennung, nicht das aus dem Geiste einzelner Individuen errungene Neue.

Das neue Gruppenprinzip muss erkannt und erfühlt werden als ein höheres Wesen, dem wir uns in Freiheit und Liebe zuwenden, das uns beseelt in unserem Inneren. Dadurch entsteht erst die rechte Gemeinschaft.

In jeder "Einzelperson" offenbart sich dann dieses höhere, lebendige Gruppenwesen neu und einzigartig.

In den Gruppen alter Art ist es so, dass man das Interesse an der einzelnen Person verliert, wenn es sich nicht zumindest äußerlich dem Kollektiv unterordnet.

Je individueller sich einer äußert und verhält, desto mehr verliert man das Interesse an ihm.

Umgekehrt müsste es heute im Zeitalter der Bewusstseinsseele sein: ... desto wichtiger und interessanter müsste ein solches Mitglied für die Gruppe werden.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Ich war ein Sklave in Ägypten...

Heute stieß ich wieder auf die Rede, die der damalige Präsident von Israel, Ezer Weizmann, einst vor dem deutschen Bundestag hielt. Man kann darin spüren, welche Art von Lebensgefühl ihn mit seinem Volk und dessen Vergangenheit verbindet. Man muss die Aussagen wörtlich nehmen und sie nicht nur als bildliche Ausdrucksweise verstehen. Es offenbart sich dann etwas, was uns ganz fremd erscheint:


(Präsident Ezer Weizmann)
(als Stimme des ganzen Israel:) und empfing die Thora auf dem Berge Sinai, und zusammen mit Josua und Elia überschritt ich den Jordan. Ich habe Jerusalem an den Wassern von Babel nicht vergessen, und als der Herr Zion heimführte, war ich unter den Träumenden, die Jerusalems Mauern errichteten. Ich habe meine Familie in Kishinev verloren und bin in Treblinka verbrannt worden. Ich habe im Warschauer Aufstand gekämpft und bin nach Erez Israel gegangen, in mein Land. Erst 200 Generationen sind vergangen, seit ein Mensch namens Abraham aufstand, sein Land zu verlassen und in ein Land zu ziehen, das heute das Land Israel ist. Erst 150 Generationen sind vergangen von der Feuersäule des Auszugs aus Ägypten bis zu den Rauchsäulen der Schoa.
.....Meine Damen und Herren, wir sind ein Volk der Erinnerung und des Gebets. Wir sind ein Volk der Worte und der Hoffnung. Wir haben keine Reiche geschaffen, keine Schlösser und Paläste gebaut. Nur Worte haben wir aneinandergefügt. Möge Frieden noch zu unseren Zeiten gestiftet werden.
Amen.
(Präsident Weizmann am 16.1.1996 in der Rede vor dem Deutschen Bundestag)

Freitag, 9. Oktober 2009

Intellektuelles Denken und Intuition

Man geht im Alltagsbewusstsein davon aus, dass der Mensch bevor er etwas tut, seine Tatvorhaben gründlich bedenken müsse und dann zu logisch nachvollziehbaren Handlungen kommen soll.

In der Realität misslingen viele solche Handlungen. Auf lange Frist betrachtet erreicht man oft nicht das Ziel, das man sich gedanklich vorgenommen hat. Da will einer sein Kind z.B. so erziehen, dass es ein guter Mensch wird. Es entwickelt sich aber anders. Es entwickelt sich nicht nach logisch-gedanklichen Gesichtspunkten. Schließlich kommt es vielleicht zu einem Zerwürfnis zwischen dem dann jungen Erwachsenen und den Eltern. Diese sind enttäuscht, dass ihre Erziehungsbemühungen sich nicht verwirklicht haben. Sie suchen nach den Ursachen, geben diesem oder jenem die Schuld.

Das Leben verläuft anders. Lebensgemäße Entscheidungen und Taten lassen sich nicht aus einer logisch vernünftigen Gedankentätigkeit heraus entwickeln.

Die aktive Gedankentätigkeit sollte man z.B. dafür verwenden, dass man jeden, auch kleineren Lebenszusammenhang im Nachhinein gedanklich betrachtet: Ich handle; danach betrachte ich die Folgen und Wirkungen meiner Handlungen mit Gedankenklarheit. Wenn ich dieses mit Konsequenz betreibe, dann spüre ich die wirklichen Kräfte auf, die im Leben walten.

Manche Handlungen, die aus einer unüberlegten Spontanität heraus geschahen, haben eine viel größere Wirkung als die wohlüberlegten. Auch eine Tat rein aus Liebe kann viel bedeutsamer im Leben sein.

In diesem Zusammenhang mag dem Leser der folgende Artikel interessant erscheinen:


Aus: DIE WELT - WELT ONLINE

Intuition siegt über Analyse

Von Jutta Beiner 9. September 2008, 11:19 Uhr

Muss der Patient auf die Intensivstation? Welche Aktien sollte man kaufen? Experimente zeigen: Das Bauchgefühl entscheidet besser

Princeton - Hat das Prinzip der reinen Vernunft ausgedient? Intuitive Entscheidungen dürfen längst öffentlich, selbst in Politik und Wirtschaft, als solche geoutet werden. Hirnforscher warten auf mit einer Fülle neuer Erkenntnisse rund um das viel zitierte Bauchgefühl. "Die Erforschung der neuronalen Vorgänge, die sich bei intuitiven Entscheidungen vollziehen, erlebt derzeit einen dramatischen Auftrieb", erklärt Jonathan Cohen von der Princeton University (US-Bundesstaat New Jersey).

Erstaunt zeigen sich die Forscher unisono vor allem darüber, wie präzise und erfolgreich solche Entschlüsse oft geraten. "Je komplexer eine Entscheidung, desto mehr sollte man seinem Unbewussten vertrauen", hebt auch der niederländische Sozialpsychologe Ap Dijksterhuis hervor. Sigmunds Freuds Vorstellungen über verdrängte Altlasten, die das Unbewusste belagern, müssen zumindest ergänzt werden.

Neuere Forschungen ergeben, dass dort, in jenen dem Willen unzugänglichen Räumen, auch allerlei Nützliches verborgen liegt, als geheimer Erfahrungsschatz, der intuitiv genutzt werden kann. "Gute Intuition ignoriert Informationen", sagt Professor Gerd Gigerenzer, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut (MPI) für Bildungsforschung. "Ich definiere Intuition durch drei Komponenten", erläutert er. "Zum ersten ist sie ein Urteil, welches schnell im Bewusstsein ist. Es ist einfach da. Zum zweiten ist sie stark genug, um unser Handeln zu leiten. Zum dritten, und dies ist der wesentlichste Punkt, ist Intuition ein unbewusster Prozess."

Gigerenzer ist überzeugt, dass analytische Entscheidungen nicht unbedingt die besseren sind, selbst wenn sie von vielen immer noch bevorzugt werden. Dies belegt auch ein Experiment des Heidelberger Psychologen Henning Plessner: Probanden hatten die Kursverläufe von fünf Aktien von einem Nachrichtenticker laut zu lesen. Außerdem wurde ihnen aufgetragen, die zugleich auf dem Bildschirm gesendeten Werbespots einzuschätzen. Vermittelt wurde ihnen, die Spots seien die Hauptaufgabe. ......


Fortsetzung und Quelle:

http://www.welt.de/wissenschaft/psychologie

Samstag, 3. Oktober 2009

"Lerne zu schweigen"

"Lerne zu schweigen. Schweigen ist Macht. Behandelt man Dich ungerecht, beleidigt man Dich, sag kein Wort, schau sie nur an - und denke. Denke, was Du willst! Lass Dich nicht hinreißen. Es gibt nichts Stärkeres als Wut - außer der Kraft, die sie zurückhält, die ist stärker."

Aus: Ulla Hahn, Aufbruch - S. 16


Dienstag, 22. September 2009

Blick hinter die politischen Kulissen

".....So hatte Thatcher am 23. September 1989 bei ihrem Gespräch mit Gorbatschow in Moskau laut geheimer Nachschrift von dessen außenpolitischem Berater Tschernjajew gesagt, wie wir jetzt lesen können:
„Großbritannien und Westeuropa sind an einer Vereinigung Deutschlands nicht interessiert.
Das mag in offiziellen Verlautbarungen der Nato anders klingen, aber das dürfen Sie ignorieren. Wir wollen die deutsche Wiedervereinigung nicht. Es würde zu Veränderungen der Nachkriegsgrenzen in Europa führen, die Stabilität der gesamten internationalen Situation unterminieren und zur Bedrohung unserer Sicherheit führen.“

In diesem Punkt war François Mitterrand mit seiner britischen Kollegin zunächst vollkommen
d’accord."

Quelle: Welt online

Samstag, 19. September 2009

Goethe und Beethoven

Beschämt las ich in der Zeitung dieser Tage folgendes:

"Mein größter Respekt gebührt Beethoven"

"...eine Anekdote über Deutschland, die in China jedes Kind kennt: Als Beethoven und Goethe eines Tages zusammen die Straße entlangspazierten, sei ihnen die Kutsche des Königs entgegengekommen. Beethoven habe sich ihr hocherhobenen Haupts und ohne zur Seite zu weichen, entgegengestellt. Goethe aber sei zur Seite gegangen, habe sich verbeugt und respektvoll seinen Hut gezogen. ....

Ich meldete mich zu Wort und sagte, dass auch mir diese Anekdote wohl bekannt sei, Mo Yan habe jedoch ein wichtiges Detail dieser Geschichte ausgelassen. Beethoven war nämlich dem Wagen des Königs nicht nur nicht ausgewichen, er hatte auch gesagt: „Es gibt viele Könige auf der Welt, aber nur einen Beethoven.“

Quelle: FAZ http://www.faz.net/

Und welches Kind kennt das in Deutschland?

So findet sich die Geschichte auf der Seite "derWeg.org" :

Ein Kämpfer der Freiheit

Beethoven war kein Freund der Fürsten. Er wünschte, daß alle Menschen frei und gleich seien. Das waren damals auch die Gedanken der Französischen Revolution. 1812 lernte Beethoven in einem Kurort den Dichterfürsten Goethe kennen, den er verehrte. Eines Tages kamen den beiden bei einem gemeinsamen Spaziergang die Kaiserin und sehr vornehme Leute entgegen. Während Goethe höflich zur Seite trat und grüßte, machte Beethoven ihnen nicht Platz, sondern ging mitten durch sie hindurch. Für Beethoven war man nicht durch seine Geburt adelig und vornehm, sondern man wurde vornehm durch Tugend und Leistung im Leben.

Und an anderer Stelle:

An der Kreuzung zweier Promenaden im Teplitzer Schlossgarten spielte sich eine der berühmtesten Legenden ab. Am 23. Juli 1812 trafen sich hier zwei Persönlichkeiten der europäischen Kultur – der „Dichterfürst“ Johann Wolfgang von Goethe und der geniale Komponist Ludwig van Beethoven – mit der Kaiserin Marie Ludovika und ihrem Gefolge.

Bettina von Arnim, eine „Salonlöwin“ des 19. Jahrhunderts, zitierte in einem Brief einem ihrer Freunde einige Jahre nach dem Tode beider Künstler nachfolgendes Zeugnis, das ihr angeblich Beethoven selbst anvertraut hätte: „Als wir gestern vom Spaziergang zurückkehrten, trafen wir die ganze kaiserliche Familie. Goethe ließ meinen Arm los und stellte sich an die Seite des Weges. Ich konnte ihn keinen Schritt weiter bewegen. So schob ich mir den Hut in die Stirn, schloss meinen Gehrock, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und ging mitten durch die Gesellschaft hindurch. Prinzen und Höflinge bildeten Spalier, Herzog Rudolf verbeugte sich vor mir und die Kaiserin grüßte als Erste…“,während sich Goethe ehrfurchtsvoll vor dem Gefolge verneigte.


Und an anderer Stelle:

1812 traf er im böhmischen Bad Teplitz mit dem tief verehrten Goethe zusammen. Da kam es zu der berühmten Szene, wie Beethoven beim gemeinsamen Spaziergang den Hofstaat der Kaiserin mit grimmiger Miene zerteilte, während Goethe artig zur Seite trat. «Die Hofluft behagt ihm zu sehr», schrieb Beethoven darüber an seinen Musikverleger, «mehr, als es einem Dichter ziemt.» 1806 hatte er seinen Gönner Fürst Lichnowski belehrt: «Was Sie sind, sind Sie durch Zufall und Geburt. Was ich bin, bin ich durch mich.»

Freitag, 11. September 2009

DIE PFERDE

Wenn der Meister im Wagen fuhr, erlaubte er nicht die Pferde zu schlagen. "Nicht einmal zu schelten brauchst du sie," belehrte er den Fuhrmann, "wenn du sie nur anzureden verstehst."
Aus: Martin Buber, Hundert chassidische Geschichten - Manesse

Samstag, 5. September 2009

DIE KUGEL

Ehe der Meister die beiden Brüder zu lehren begann, sagte er ihnen, wie man sich den ganzen Tag über, vom Erwachen bis zum Einschlafen, führen solle, wobei er ihre bisherigen Gepflogenheiten so, zugleich bestätigend und überwindend, einbezog, als sei ihm all ihr Leben vertraut. Am Schluss sagte er:"Und ehe man sich am Abend hinlegt, macht man eine Rechnung über den ganzen Tag. Und wenn der Mensch sich vorrechnet, wie er nicht einen Augenblick vertan habe, und sein Herz sich erhebt, nehmen sie im Himmel all die guten Werke, ballen sie zu einer Kugel zusammen und schleudern sie in den Abgrund."

Aus: Martin Buber, Hundert chassidische Geschichten - Manesse

DAS WICHTIGSTE

Bald nach dem Tode des Weisen wurde einer seiner Schüler gefragt: "Was war für euren Lehrer das Wichtigste?"
Er besann sich, dann gab er die Antwort:"Womit er sich gerade abgab."

Aus: Martin Buber, Hundert chassidische Geschichten - Manesse