Prüfe mit Eifer das Leben, das rings dich umgibt.
Lerne zu lesen die Herzen der Menschen.
Am eifrigsten prüfe das eigene Herz.
Denn durch das eigne Herz nur bricht das Licht,
das hell das Leben dir beleuchten
und deinem Blick es offenbaren kann.
Der Menschen Herzen suche zu ergründen,
daß du verstehst die Welt, in der du lebst,
und deren Teil zu sein dein Wille ist.
Erforsche ernst das Leben,
das beständig in wechselnder Bewegung dich umwogt, -
der Menschen Herzen sind es, die's gestalten.
Wie du ihr Wesen, ihren Zweck erkennst,
so wirst allmählich du auch lesen lernen des Lebens größeres Wort.
Die Sprache kommt nur mit dem Wissen.
Erring das Wissen,
und dir wird die Sprache.
Bist du der innern Sinne Herr geworden
und hast der äußern Sinne Trieb besiegt,
der eignen Seele Neigung überwunden
und hast du Wissen dir errungen, dann,
Jünger, halte dich bereit,
den Weg in Wirklichkeit nun zu betreten. Gefunden ist der Pfad, bereite
dich, ihn zu beschreiten.
Frage die Erde, die Luft und das Wasser nach jedem Geheimnis,
das sie für dich bergen.
Der inneren Sinne Entfaltung gewähret die Macht dir dazu.
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Dienstag, 24. Juni 2008
Mabel Collins - "Licht auf dem Weg" - III.Teil
Donnerstag, 5. Juni 2008
Mabel Collins "Licht auf dem Weg" II.Teil
Suche den Weg.
Suche den Weg in der inneren Versenkung.
Suche den Weg, indem kühn du heraus aus dir selbst trittst.
Doch such ihn nicht in einer Richtung nur.
Es dünket einer jeden Sinnesart zwar eine Richtung die versprechende. Doch Hingebung allein bahnt nicht den Weg, nicht frommes Sinnen, eifrig Vorwärtsstreben, die Arbeit nicht, die jedes Opfer fähig, und nicht des Lebens emsiges Erforschen. Vereinzelt hebt dich jedes eine Stufe, doch alle Stufen bilden erst die Leiter.
Die Laster auch, besieg eins nach dem andern, sie müssen dir zu Stufen werden. Und Stufen auch sind deine Tugenden, notwendig und um keinen Preis zu missen. Doch ob des Wetters und des Windes Gunst, ob eine frohe Zukunft sie dir schaffen, sind nutzlos sie, wenn sie vereinzelt stehn. Nur wer sein ganzes Wesen weise nützt, vermag den Weg der Wahrheit zu betreten. Ein jeder Mensch ist schlechterdings sich selbst der Weg, die Wahrheit und das Leben. Doch dann nur ist er's, wenn er stets erfaßt sein ganzes Wesen, wenn er mit der Kraft des geistigen, in ihm geweckten Willens dies Wesen schaut nicht als sein eignes Selbst, als das Geschöpf nur, das er
unter Mühsal zum eigenen Gebrauch sich selber schuf, mit dem er, wenn die Einsicht ihm gewachsen, das Leben einst sich zu erringen hofft, das jenseits liegt von jedem Sondersein. Erkennt er dies als Zweck des wunderbar verwobenen Sonderlebens, nur dann hat er, doch dann fürwahr hat er den Weg gefunden. Such ihn, indem du tauchst in deines Innern geheimnisvolle, wunderbare Tiefen. Such ihn durch Prüfung jeglicher Erfahrung, durch Nützung deiner Sinne, um Bedeutung und Wachstum deines Wesens zu ergründen, um zu verstehen die Schönheit und das Dunkel der Bruderkeime göttlicher Natur, die neben dir empor sich ringen, als Glieder deines eigenen Geschlechts. Such ihn in der Erforschung der Gesetze des Seins und der Natur und des Gebiets des Überirdischen, das euch verschleiert. Such ihn, indem du tief die Seele neigst vor jenem Stern, der dämmernd in dir strahlt. Wie du ihn stetig hütest und verehrst, wird stetig auch sein Licht erstarken. Dann hast des Weges Anfang du gefunden. Und hast sein Ende du erreicht, dann plötzlich wird sein Licht zum ewigen Lichte.
Suche den Weg in der inneren Versenkung.
Suche den Weg, indem kühn du heraus aus dir selbst trittst.
Doch such ihn nicht in einer Richtung nur.
Es dünket einer jeden Sinnesart zwar eine Richtung die versprechende. Doch Hingebung allein bahnt nicht den Weg, nicht frommes Sinnen, eifrig Vorwärtsstreben, die Arbeit nicht, die jedes Opfer fähig, und nicht des Lebens emsiges Erforschen. Vereinzelt hebt dich jedes eine Stufe, doch alle Stufen bilden erst die Leiter.
Die Laster auch, besieg eins nach dem andern, sie müssen dir zu Stufen werden. Und Stufen auch sind deine Tugenden, notwendig und um keinen Preis zu missen. Doch ob des Wetters und des Windes Gunst, ob eine frohe Zukunft sie dir schaffen, sind nutzlos sie, wenn sie vereinzelt stehn. Nur wer sein ganzes Wesen weise nützt, vermag den Weg der Wahrheit zu betreten. Ein jeder Mensch ist schlechterdings sich selbst der Weg, die Wahrheit und das Leben. Doch dann nur ist er's, wenn er stets erfaßt sein ganzes Wesen, wenn er mit der Kraft des geistigen, in ihm geweckten Willens dies Wesen schaut nicht als sein eignes Selbst, als das Geschöpf nur, das er
unter Mühsal zum eigenen Gebrauch sich selber schuf, mit dem er, wenn die Einsicht ihm gewachsen, das Leben einst sich zu erringen hofft, das jenseits liegt von jedem Sondersein. Erkennt er dies als Zweck des wunderbar verwobenen Sonderlebens, nur dann hat er, doch dann fürwahr hat er den Weg gefunden. Such ihn, indem du tauchst in deines Innern geheimnisvolle, wunderbare Tiefen. Such ihn durch Prüfung jeglicher Erfahrung, durch Nützung deiner Sinne, um Bedeutung und Wachstum deines Wesens zu ergründen, um zu verstehen die Schönheit und das Dunkel der Bruderkeime göttlicher Natur, die neben dir empor sich ringen, als Glieder deines eigenen Geschlechts. Such ihn in der Erforschung der Gesetze des Seins und der Natur und des Gebiets des Überirdischen, das euch verschleiert. Such ihn, indem du tief die Seele neigst vor jenem Stern, der dämmernd in dir strahlt. Wie du ihn stetig hütest und verehrst, wird stetig auch sein Licht erstarken. Dann hast des Weges Anfang du gefunden. Und hast sein Ende du erreicht, dann plötzlich wird sein Licht zum ewigen Lichte.
Donnerstag, 29. Mai 2008
Mabel Collins "Licht auf dem Weg" - I.Teil
Geschrieben wurden diese Lehren für jeden, der die Wahrheit sucht. Beachte sie!
(In der Theosophischen Gesellschaft hatten diese Anweisungen für den Geistesschüler eine Bedeutung. In der Anthroposophischen Gesellschaft wurden sie dann abgelöst durch die Schrift "Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten" von Rudolf Steiner.)
Bevor das Auge sehen kann, muß es der Tränen sich entwöhnen. Bevor das Ohr
vermag zu hören, muß die Empfindlichkeit ihm schwinden. Eh' vor den Meistern kann
die Stimme sprechen, muß das Verwunden sie verlernen. Und eh' vor ihnen stehen
kann die Seele, muß ihres Herzens Blut die Füße netzen.
1. Ertöte den Ehrgeiz.
2. Ertöte die Liebe zum Leben.
3. Ertöte den Wunsch nach Behagen.
4. Wirke gleich denen, die ehrgeizig sind. Achte das Leben gleich denen, die's lieben.
Sei glücklich gleich dem, der dem Glücke nur lebt.
Such in dem Herzen die Wurzel des Bösen und reiße sie aus. Denn es treibt und es
wuchert im Herzen des eifrigen Jüngers gleichwie in den Herzen der Kindern der Welt.
Nur der Starke vermag es zu töten. Der Schwache jedoch muß sein Wachstum
erwarten, sein Reifen, sein Sterben.
Durch Weltenalter wächst dies Kraut im Menschen. Es wuchert, doch in Blüte tritt es
erst, wenn vieler Leben Unzahl er durchlaufen. Wer der Beherrschung Weg betreten
will, muß dieses Kraut aus seinem Herzen reißen. Wohl wird alsdann das Herzblut
reichlich fließen, das ganze Leben wird vernichtet scheinen. Die Prüfung aber muß
bestanden werden. Vielleicht tritt sie an dich heran schon bei dem ersten Schritt des
wagnisvollen Klimmens hinauf zum Lebensweg, vielleicht beim letzten. Bedenke wohl:
Sie muß bestanden werden, - und setze alle Kräfte ans Vollbringen. Nicht in dem
Augenblicke darfst du leben, nicht in der Zukunft, - nur im Ewigen. Dort kann dies
Riesenunkraut nicht gedeihen: der Hauch schon eines Ewigkeitsgedankens tilgt diesen
Flecken aus von deinem Dasein.
5. Ertöte den Sinn für das Sondersein.
6. Ertöte das Streben nach Sinnenwirkung.
7. Ertöte die Gier nach dem Wachstum.
8. Doch stehe einsam auf dich selbst beschränkt, weil nichts, was an dem Erdenkörper
haftet, nichts, was vom Sinn des Sonderseins erfüllt, nichts, was der Ewigkeit entfremdet
lebt, dir Hilfe bringt. Beachte die Empfindung. Nur wenn es dir gelingt, aus ihr zu
erlernen, erschließt du dir der Selbsterkenntnis Pforte und klimmst empor der Leiter
erste Stufe. Gleichwie die Blume unbewußt erwächst, doch sehnsuchtsvoll, dem Licht
sich zu erschließen, so wachse du; so strebe sehnsuchtsvoll, dem Ewigen die Seele zu
erschließen. Doch nur das Sehnen nach dem Ewigen darf Kraft und Schönheit dir
entwickeln, der Wunsch nach Wachstum nicht; denn während jenes zu höchster
Reinheit Schöne dich entfaltet, erstarrt des andren mächtige Leidenschaft dich zur
persönlichen Gestaltung.
9. Trachte nach dem nur, was in dir wohnt.
10. Trachte nach dem nur, was jenseits des Selbst liegt.
11. Trachte nach dem nur, was stets unerreichbar.
12. Denn in dir wohnt das Licht der Welt, - das einzige, das deinen Weg bestrahlt.
Vermagst du nicht es in dir zu erkennen, du wirst es anderwärts vergebens suchen. Und
dennoch liegt es jenseits deiner selbst. Dringst du zu ihm, hast du dich selbst verloren.
Und unerreichbar ist's denn immer weicht's zurück. In seinen Lichtkreis magst du
dringen, doch seine Flamme wirst du nie berühren.
(In der Theosophischen Gesellschaft hatten diese Anweisungen für den Geistesschüler eine Bedeutung. In der Anthroposophischen Gesellschaft wurden sie dann abgelöst durch die Schrift "Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten" von Rudolf Steiner.)
Bevor das Auge sehen kann, muß es der Tränen sich entwöhnen. Bevor das Ohr
vermag zu hören, muß die Empfindlichkeit ihm schwinden. Eh' vor den Meistern kann
die Stimme sprechen, muß das Verwunden sie verlernen. Und eh' vor ihnen stehen
kann die Seele, muß ihres Herzens Blut die Füße netzen.
1. Ertöte den Ehrgeiz.
2. Ertöte die Liebe zum Leben.
3. Ertöte den Wunsch nach Behagen.
4. Wirke gleich denen, die ehrgeizig sind. Achte das Leben gleich denen, die's lieben.
Sei glücklich gleich dem, der dem Glücke nur lebt.
Such in dem Herzen die Wurzel des Bösen und reiße sie aus. Denn es treibt und es
wuchert im Herzen des eifrigen Jüngers gleichwie in den Herzen der Kindern der Welt.
Nur der Starke vermag es zu töten. Der Schwache jedoch muß sein Wachstum
erwarten, sein Reifen, sein Sterben.
Durch Weltenalter wächst dies Kraut im Menschen. Es wuchert, doch in Blüte tritt es
erst, wenn vieler Leben Unzahl er durchlaufen. Wer der Beherrschung Weg betreten
will, muß dieses Kraut aus seinem Herzen reißen. Wohl wird alsdann das Herzblut
reichlich fließen, das ganze Leben wird vernichtet scheinen. Die Prüfung aber muß
bestanden werden. Vielleicht tritt sie an dich heran schon bei dem ersten Schritt des
wagnisvollen Klimmens hinauf zum Lebensweg, vielleicht beim letzten. Bedenke wohl:
Sie muß bestanden werden, - und setze alle Kräfte ans Vollbringen. Nicht in dem
Augenblicke darfst du leben, nicht in der Zukunft, - nur im Ewigen. Dort kann dies
Riesenunkraut nicht gedeihen: der Hauch schon eines Ewigkeitsgedankens tilgt diesen
Flecken aus von deinem Dasein.
5. Ertöte den Sinn für das Sondersein.
6. Ertöte das Streben nach Sinnenwirkung.
7. Ertöte die Gier nach dem Wachstum.
8. Doch stehe einsam auf dich selbst beschränkt, weil nichts, was an dem Erdenkörper
haftet, nichts, was vom Sinn des Sonderseins erfüllt, nichts, was der Ewigkeit entfremdet
lebt, dir Hilfe bringt. Beachte die Empfindung. Nur wenn es dir gelingt, aus ihr zu
erlernen, erschließt du dir der Selbsterkenntnis Pforte und klimmst empor der Leiter
erste Stufe. Gleichwie die Blume unbewußt erwächst, doch sehnsuchtsvoll, dem Licht
sich zu erschließen, so wachse du; so strebe sehnsuchtsvoll, dem Ewigen die Seele zu
erschließen. Doch nur das Sehnen nach dem Ewigen darf Kraft und Schönheit dir
entwickeln, der Wunsch nach Wachstum nicht; denn während jenes zu höchster
Reinheit Schöne dich entfaltet, erstarrt des andren mächtige Leidenschaft dich zur
persönlichen Gestaltung.
9. Trachte nach dem nur, was in dir wohnt.
10. Trachte nach dem nur, was jenseits des Selbst liegt.
11. Trachte nach dem nur, was stets unerreichbar.
12. Denn in dir wohnt das Licht der Welt, - das einzige, das deinen Weg bestrahlt.
Vermagst du nicht es in dir zu erkennen, du wirst es anderwärts vergebens suchen. Und
dennoch liegt es jenseits deiner selbst. Dringst du zu ihm, hast du dich selbst verloren.
Und unerreichbar ist's denn immer weicht's zurück. In seinen Lichtkreis magst du
dringen, doch seine Flamme wirst du nie berühren.