( GA54, S.197)
Sonntag, 31. Juli 2011
Der Strom guter Gedanken
( GA54, S.197)
Samstag, 7. Mai 2011
Gewicht und Gegengewicht
Donnerstag, 18. März 2010
ZEITFRAGEN Nationalismus
Es gab Zeiten, wo es durchaus seine Berechtigung hatte, dass man die Zugehörigkeit zu einem Volk gewissermaßen als höchste Instanz betrachtete und dem alles unterordnete. Mit dem Heraufkommen der Neuzeit entwickelte sich jedoch gerade im naturwissenschaftlichen Bereich eine neue Denkart. Diese Denkart hat nichts mehr zu tun mit einem speziellen Volkscharakter, sie ist international, menschheitlich. Die Schwierigkeiten treten nach Rudolf Steiner nun dadurch auf, dass die Menschen in ihrem Gefühlsleben mit der rasanten Entwicklung des modernen Gedankenlebens nicht mitkommen:
„Dieser Gang der Entwicklung drückt sich ja insbesonders im alleräußersten materiellen Geschehen aus : im mechanischen Geschehen…Denn ob eine Eisenbahn oder eine ähnliche Einrichtung in England, in Russland, in China oder in Japan gebaut wird, die Gesetze nach denen dies geschieht, die Kenntnisse, die man dazu braucht, sind überall dieselben…so dass in der Tat auf diesem Gebiete ein internationales Prinzip in allerumfänglichster Weise Platz gegriffen hat…
Weil der materielle Fortschritt gewissermaßen vorausgeeilt ist dem guten Willen zur geistigen Erkenntnis, so ist dem Menschen dieser materielle Fortschritt, und namentlich alles, was aus diesem Fortschritt an Leidenschaften, an Impulsen in den Seelen sich ergibt, über den Kopf gewachsen....
Dass im 19.Jahrhundert innerhalb der miteinander lebenden Nationalitäten der Nationalismus solche Blüten treiben konnte, wie er sie getrieben hat, das ist die starke, große Anomalie, und sie zeigt, dass die Menschen mit ihrer Seelenentwicklung der materiellen Entwickelung nicht nachgekommen sind.“
Rudolf Steiner, Kosmische und menschliche Geschichte (GA 174)- 6.1.1917
Montag, 15. März 2010
Demenz
„... Der Mensch trägt tatsächlich die Kräfte, die ihn auch zum Sterben bringen, fortwährend in sich, und er wäre kein Ich, wenn er nicht die Kräfte des Sterbens in sich tragen würde. Der Mensch könnte sich nur wünschen, als physisch auf der Erde herumgehender Mensch, als physischer Mensch unsterblich zu sein, wenn er verzichten würde darauf, ein Ich-Bewusstsein zu haben.
(Man müsste wissenschaftlich darüber arbeiten)...was Verjüngungskuren, die also dem entgegenarbeiten, auf die geistig-seelische Verfassung eines Menschen für einen Einfluss haben; wobei natürlich nichts gesagt werden soll gegen solche Verjüngungskuren, denn der Mensch mag es ja noch immer als seiner Sehnsucht genügend entgegenkommend betrachten, wenn er sein späteres Alter um ein paar Jahre hinaus verlängern kann, wenn das auch auf Kosten desjenigen geschieht, dass er sich ein bisschen Schwachsinn dafür eintauscht...“Quelle: Rudolf Steiner, Geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte zur Therapie
GA 313-1921
Sonntag, 7. September 2008
Rudolf Steiner über das Rassenvorurteil
Dabei bleibt gewöhnlich unerkannt, dass in den frühen Werken das Wort Rasse aus traditionellen Gründen für Entwicklungszustände der Menschheit über Äonen hinweg gebraucht wird.
In Wirklichkeit gibt es viele Stellen in seinem Werk, aus denen hervorgeht, dass er eine zutiefst menschliche, moderne Haltung zu dieser Frage schon damals einnahm. Hier ein Beispiel:
Aus:
"Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten" -Praktische Gesichtspunkte
"Wenn ich zornig in oder mich ärgere, so richte ich einen Wall in der Seelenwelt um mich auf, und die Kräfte können nicht an mich herantreten, welche meine seelischen Augen entwickeln sollen....
Zu den Eigenschaften, die zum Beispiel ebenso bekämpft werden müssen wie Zorn und Ärger, gehören Furchtsamkeit, Aberglaube und Vorurteilssucht, Eitelkeit und Ehrgeiz, Neugierde und unnötige Mitteilssucht, das Unterschiedmachen in Bezug auf Menschen nach äußerlichen Rang-, Geschlechts-, Stammeskennzeichen und so weiter. In unserer Zeit wird man recht schwer begreifen, dass die Bekämpfung solcher Eigenschaften etwas zu tun habe mit der Erhöhung der Erkenntnisfähigkeit. Aber jeder Geheimwissenschafter weiß, dass von solchen Dingen viel mehr abhängt als von der Erweiterung der Intelligenz und von dem Anstellen künstlicher Übungen. Insbesondere kann leicht ein Missverständnis darüber entstehen, wenn manche glauben, dass man sich tollkühn machen solle, weil man furchtlos sein soll, dass ,am sich vor den Unterschieden der Menschen verschließen soll, weil man die Standes-, Rassen- und so weiter Vorurteile bekämpfen soll. Man lernt vielmehr erst richtig erkennen, wenn man nicht mehr in Vorurteilen befangen ist. Schon in gewöhnlichem Sinne ist es richtig, dass mich die Furcht vor einer Erscheinung hindert, sie klar zu beurteilen, dass mich ein Rassenvorurteil hindert, in eines Menschen Seele zu blicken. Diesen gewöhnlichen Sinn muss der Geheimschüler in großer Feinheit und Schärfe bei sich zur Entwickelung bringen."
Sonntag, 27. April 2008
Sonntag, 24. Februar 2008
Eine „Hiobs“-Botschaft
„In der physisch – irdischen Welt, - wir haben gute Absichten, neben uns steht einer , der hat sehr böse Absichten: wir versuchen gute Handlungen auszuführen, es gelingt uns mehr oder weniger, neben uns steht einer, dem sozusagen alles gelingt. Wir sehen dann das Leben dahingehen. Nach Jahren oder Jahrzehnten blicken wir zurück auf dasjenige, was geschehen ist, und man kommt allzu leicht gegenüber dem physisch-irdischen Verlauf zum Urteil: Es ist nicht so, dass die gute Absicht, aber auch die guten Taten , im Erdenleben auch gute Folgen haben für den Menschen.- Zum Beispiel erscheint auf der Erde der Gute bestraft der Böse belohnt, indem der Gute unglücklich werden kann, der Böse glücklich werden kann. Wir sehen keinen Zusammenhang zwischen demjenigen, was moralisch lebt, und demjenigen, was sich physisch verwirklicht.
Dagegen hat alles Physische seine Konsequenzen; die magnetische Kraft muss das Eisen anziehen, sie hat diese notwendige Konsequenz. Auf der Erde verwirklicht sich zunächst für dasjenige Leben, das wir durchleben zwischen Geburt und Tod, nur, was im physischen Zusammenhang steht. Nun meine lieben Freunde, einen solchen physischen Zusammenhang gibt es im Sonnensein nicht. In diesem Sonnensein gibt es nur einen moralischen Zusammenhang. Jedes Moralische hat dort die Macht sich auch zu realisieren und in entsprechender Weise zu realisieren. Das Gute bewirkt Daseinserscheinungen, die beglückend sind, das Böse bewirkt Daseinserscheinungen, die für den Menschen nicht beglückend sind. ...“
Rudolf Steiner in den „Karmavorträgen“ GA 238, Seite 101
Sonntag, 20. Januar 2008
Speisesalz
Fragenbeantwortung durch Rudolf Steiner bei Vortragszyklus in Kassel Sommer 1907.
Wiedergegeben durch Ludwig Kleeberg in "Wege und Worte" (1961)-S.152f:
Eigentlich gehöre das Genießen von Salz zu den schwierigsten Fragen der Geisteswissenschaft. Der Mensch brauche Salz. Würde er aber zu viel genießen, mache er sich zu steif und fest. Es werde eine Zeit kommen, wo der Mensch kein Salz mehr brauche. Die Salzfrage sei eine der ersten Ernährungsfragen, die in Angriff zu nehmen seien, wenn die Geisteswissenschaft mehr Einfluss darauf habe. Heute müsse der Mensch sich das richtige Gefühl dafür aneignen. Sie sei eine Frage der Taktes.
Im Pelzmantel im Sommer
Fragenbeantwortung durch Rudolf Steiner bei Vortragszyklus in Kassel Sommer 1907.
Wiedergegeben durch Ludwig Kleeberg in "Wege und Worte" (1961):
"Man solle von keiner Methode sagen, sie sei gut oder schlecht. Auf den Menschen komme es an.... Man müsse wissen, wann ein Sonnenbad gut - wann es schädlich sei. Der beste Arzt sei, keinen Arzt brauchen zu müssen. Das Ideale sei, kein Sonnenbad zu brauchen, sondern eine halbe Stunde in der Sonnenhitze in einem Pelze zu gehen. "Dann sind Sie gesund, wenn Sie das vertragen." Es handle sich darum, dass man sich zu einem Menschen mache, der alles vertragen könne. Es komme ganz auf das Individualisieren an. Auf Dogmen und Anschauungen müsse es weniger ankommen, als dass man den Arzt als Menschen ausgestalte.
Generalversammlung der Theosoph. Ges. 1908
Ludwig Kleeberg berichtet in seinem Buch "Wege und Worte" ( S. 202) von einer Generalversammlung der Theosoph. Ges. im Jahre 1908 in Berlin:
Dr. Steiner hielt eine Begrüßungsansprache und stellte im Namen des Vorstandes den Antrag, dass ein Vorstandsmitglied, welches sieben Jahre lang dem Vorstand angehört hätte, in diesem auf Lebenszeit Sitz haben sollte. Denn ein Mitglied, welches sieben Jahre lang im Vorstand gearbeitet hätte, habe eine ganz andere Bedeutung als ein jüngeres. Ferner sollte der Vorstand, dem wachsenden Mitgliederstand entsprechend, erweitert werden. Die zunehmende Mitgliederzahl bilde in gewisser Weise eine Gefahr; es könne sich eine Mehrheit bilden, welche die Arbeit langer Jahre einfach zerstöre, und dem solle die Stabilität des Vorstandes entgegengesetzt werden."
Wie fremdartig klingen diese Worte doch in heutiger Zeit. Wie weit sind wir von der Verwirklichung solcher Ideale entfernt. Überall gilt nur der demokratische Weg, der als der zeitgemäßeste erscheint, der aber bei weitem nicht der geistgemäßeste ist.
Montag, 26. März 2007
geschickt an Rudolf Steiner 16. Nov. 1890
Wir beide
Sind wir denn wirklich Menschen erdgeboren,
zu Menschenglück und Menschenweh erkoren?
Ich sah so fremd dem farbgen Treiben zu,
Und fühle mich allein, - allein wie du.
Mir ist’s als käme ich aus andrer Welt,
von einem Stern, der einst in Nacht zerschellt.
Wenn Schmerz und Weh in meine Brust sich senken,
dann muss ich deiner, tote Welt, gedenken.
Dann schwingt im Traum die Seele sich empor
Zu seiner Heimat, die ich längst verlor.
Zu jener Heimat, licht und eisnachtklar,
Zu jener Heimat, die auch dich gebar...
Auch dich, auch dich! Denn du entsprangst dem Licht,
Die dunkle Erde ist dir Heimat nicht.
Drum haben wir uns ja so bald verstanden,
Weil sich im Aetherraum die Seelen fanden,
Weil uns das gleiche Heimweh tief bewegt,
Weil gleiche Sehnsucht unsre Brust gehegt,
Weil gleiche Träume seltsam uns umschweben,
Die keinem, keinem außer uns gegeben.