Samstag, 14. März 2020

DIE ÄGYPTISCHEN PLAGEN UND DIE HEUTIGE SITUATION


Eine Betrachtung über die Zusammenhänge der damaligen Ereignisse mit den heutigen



Gerade die derzeitige Heuschreckenplage lässt an diese altägyptischen Zeiten erinnern. Wobei man immer dabei davon ausgehen muss, dass wir es bei der Schilderung dieser Ereignisse mit einer Bildersprache zu tun haben.
Es sind ja einige Vorkommnisse in letzter Zeit, die uns an apokalyptische Symptome erinnern.

Ägypten steht dabei für die Lebensverhältnisse in unserer heutigen Zeit. Der Frondienst des Volkes für die Prachtbauten des Pharao entspricht dem Einspannen der Menschheit für die Massenproduktion der Industrie.
Und nun gipfeln diese Ereignisse in dieser merkwürdigen Krankheit, die um die Erde geht. Der „Würgeengel“ geht um!

In Ägypten hieß es, dass die Erstgeburt getötet würde. Was ist mit Erstgeburt gemeint: Es sind die Kräfte, die sich besonders an der Vergangenheit orientieren. Sie haben sich nicht bewährt. Sie haben ihre Aufgabe nicht erfüllt. Diese Kräfte sollen ausgeschaltet werden. Die Jugendkräfte sind die Zukunftskräfte. (Interessant, dass dieser heutige Würgeengel gerade die Kinder verschont.) Schon bei dem Übergeben der Verantwortung an Jakob und später Josef wird die alte Tradition des Vorrechtes der Älteren durchbrochen. Es beginnt das neue Zeitalter, das auf den Christus hinweist.

Es sollten in Ägypten die Häuser Israels verschont werden, die das Blut eines Lammes an die Pfosten der Türe streichen und das Fleisch des Lammes essen.
Das ist natürlich ein eindeutiger Verweis auf den Christus, das Lamm Gottes, und das spätere Abendmahl.
Das Blut steht dabei immer für das göttliche Wort. Das Fleisch für die Taten des Christus.
Die Botschaft für heute ist: Wir dürfen nun durchaus uns nicht scheuen nach außen in unsere Worte Geistiges einfließen zu lassen. Und innerlich sollen die Taten Christi lebendig in uns leben und wirken. Dann haben auch die Vergangenheitskräfte ihre Lebensberechtigung.

Dann kann Rettung erfolgen: Der Auszug aus Ägypten; die Überwindung des materialistischen Systems!




Sonntag, 12. Januar 2020

DER LEBENSGÄRTNER



Wie der Gärtner 
mit dem Spaten
das Beet umgräbt
und das Unterste
nach oben kehrt,
damit es in Licht 
und Luft locker
und fruchtbar werde,

so muss in meiner Seele
der tiefste Grund
umgegraben,
gelockert und gelüftet
und durchlichtet werden.



DER BILDHAUER



Wie der Holzbildhauer
mit kräftigen Schlägen
aus dem rohen Holzklotz
das Bildnis hervorholt,
so formen die Schläge 
des Lebens
aus meinem rohen 
Erdenwesen
mein wahres Menschsein.

Freitag, 10. Januar 2020

Sonntag, 29. Dezember 2019

Aphoristisches am 29.12.2019

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Oh, Heiland, deine Arzenei
ist bitter stets, doch wirkungsvoll.
Täglich nehm' ich ergeben sie,
weil ich genesen soll.
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Bei Gott gilt viel der Gute Wille;
er wird unser scheiternd Streben segnen.
Wenn du in Demut lernst und Stille,
dann lässt er Gold von oben regnen.
_____________________

Die Hirten kamen in den Stall,
den Weltenhirt' voll Liebe anzusehen.
Die Könige, sie eilten schnell,
den Weisheitskönig zu verstehen.
_____________________
Mein Wort ist wie ein Schwert,
nicht Frieden bringt's zuhauf,
dort, wo es wird gehört,
da bäumt sich alles auf.
_____________________

Nur Große können Großes fassen.
Kleinmütige werden mich hassen.


Freitag, 20. Dezember 2019

Die letzte Besucherin

Weihnachtsgeschichte

Es war in Bethlehem, am Ende einer langen Nacht. Fast schon dämmerte der Morgen, die Sterne waren am Verblassen und soeben hatte der letzte Besucher den Stall verlassen.
Maria hatte noch einmal das Stroh aufgeschüttet und endlich war das Kind eingeschlafen.
Doch wer schläft denn in der Weihnachtsnacht?
Langsam und leise öffnete sich die Stalltüre, aufgestoßen durch einen Lufthauch mehr denn durch Menschenhand, und eine Frau stand auf der Schwelle und so alt und so runzlig, dass in ihrem Gesicht der Mund wie eine weitere Runzel schien.
Erdig war die Frau und in Lumpen gehüllt, krumm und uralt.
Maria erschrak. Ob mit dieser Frau eine böse Fee­ eingetreten sein mochte? Sie schien aus einer ­anderen Zeit zu kommen. Eine eigentümliche Würde und Weisheit gingen von ihr aus.
Zum Glück schlief Jesus und schien von allem nichts zu merken. Esel und Rind kauten friedlich ihr Stroh und blickten gelassen zur Besucherin, die näher kam. Die Tiere schauten, als ob sie sie schon längst kennen würden.
Maria aber ließ sie nicht aus den Augen. Jeder Schritt, den die Alte tat, schien ihr eine Ewigkeit zu dauern. Die Frau näherte sich langsam der Krippe.
Da öffnete Jesus seine Augen und mit Erstaunen, Verwunderung, Unglauben, gar Entsetzen sah Maria, dass die Augen ihres Kindes genau dieselben waren wie die Augen der uralten Frau, erfüllt von derselben Hoffnung, umstrahlt von demselben Glanz. Die Alte bückte sich über die Krippe, ihre Hand suchte etwas in ihren Tüchern und Lumpen.
Maria beobachtete sie noch voller Unruhe, und die Tiere schauten, als ob sie wüssten, was ­geschehen würde.
Endlich, nach langer Zeit, zog die Frau etwas hervor, hielt es verborgen in ihrer Hand, und dann legte sie es zum Kind in die Krippe.
Nach all den Schätzen der Weisen und den Gaben der Hirten, was mochte wohl ihr Geschenk sein?
Maria konnte es nicht erkennen. Sie sah nur den vom Alter gekrümmten Rücken, der sich noch weiter über die Krippe beugte. Esel und Rind sahen ihre Gabe und schienen nicht erstaunt zu sein.
Es dauerte Ewigkeiten, dann erhob sich die alte Frau, wie erleichtert von einem schweren Gewicht, das sie zu Boden gedrückt hatte. Sie richtete sich auf, ihre Schultern waren nun nicht mehr gekrümmt und ihr Gesicht schien verjüngt, strahlend, wunderschön. Leise verschwand sie durch die Stalltüre in die Nacht hinaus, aus der sie gekommen war. Nun konnte Maria ihr geheimnisvolles Geschenk sehen.
Es war ein kleiner roter Apfel.
Eva war gekommen aus uralter Zeit, und sie hatte die Weisheit des Anfangs mitgebracht, und all die Entwicklungen seither. Sie hatte die Sehnsucht der Menschen gebracht und ihr Leid, sie hatte derenLebensfreude mitgebracht und ihr Versagen.
Das alles hatte sie im Apfel dem Kind hingelegt.
Und nun glänzte der Apfel in der Hand des Kindes,­ das geboren war, Uraltes mit Zukünftigem zu verbinden, den Himmel mit der Erde, Gott mit den Menschen.

Jerome+Jean Tharaud

Freitag, 13. Dezember 2019

Der Bettler

Ein Junge aus meiner 8. Klasse beschäftigte sich mit der väterlichen Heimat, Türkei:

"Mein Vater erzählte mir folgende Geschichte:
Als er ein Kind war, stand ein Bettler vor der Haustür und fragte nach einem Stück Brot. Meine Oma (seine Mutter) sagte daraufhin, er solle kurz warten und sie begann ein leckeres Essen zu kochen. Mein Vater wollte auch etwas davon haben, aber meine Oma sagte, dass erst der Gast davon essen solle. 
- Das beste Essen für den Gast, auch wenn er ein Bettler ist.
- Nicht nur in der Bibel, sondern auch im Koran gilt Gastfreundschaft als heilige Pflicht."

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Die Krückstöcke


Als ich heute den Nachbarn mit zwei Krücken ("Gehhilfen" muss man ja jetzt sagen) die Straße entlang humpeln sag, da dachte ich mir: Ja, so humpeln wir eigentlich alle recht und schlecht durchs Leben. 

Die eine Krücke ist die physische Welt, auf die wir uns doch immer wieder abstützen, und die andere Krücke ist unser mühsam zusammengebasteltes Meinungspaket über die Dinge in dieser Welt.

Freitag, 6. Dezember 2019

Laufen lernen

"... Berlins Panda-Zwillinge....Bis dahin müssen die Mini-Bären weiter eifrig Laufen üben. Das Hochstemmen mit den Vorderbeinen gelingt beiden schon recht routiniert. " 

Die meisten Tiere können instiktiv recht schnell ihre artspezifische Bewegungsart. Dass Tiere erst mühsam etwas lernen müssen, das ist schon eine höhere, menschennahe Qualität.

Mittwoch, 4. Dezember 2019

"In everything that has to be done, is an element of fun."

aus "Mary Poppins"
frei übersetzt:

"In allem, was wir machen müssen
können wir ein wenig Spaß begrüßen!

Dienstag, 15. Oktober 2019

IST URTEILEN SÜNDE ?

"Seit dem Mauerfall habe ich beobachtet, wie sich unter Westdeutschen eine Haltung etablierte, die sich selbst wohl als Ausdruck von Empathie und Noblesse verstand:
Wir mögen nicht das Verhalten von Leuten beurteilen, in deren Lage wir nie waren. Auch dazu findet sich bei Hannah Arendt Erhellendes. In einer Vorlesung zu Fragen der Ethik heißt es sinngemäß:

Mit der Indifferenz, der weitverbreiteten Tendenz, das Urteilen überhaupt zu verweigern, fange das Böse an."

Aus: Wolfgang Hegewald, Von Abgehauenen und Daheim- und Zurückgebliebenen - FAZ, 28.9.10, S. 18

Montag, 30. September 2019

DIE GEISTIGE WELT UND DIE WELTKLUGE PROFESSORIN

Auszug aus einem Artikel in DER ZEIT:


Bericht eines Motorad-Verunfallten


.......
Reflexartiges Reißen am Bremshebel

Die Sekunde des Entsetzens vom Auftauchen des aus der Kurve hervorschießenden Sportwagens bis zum Knall hatte sich gedehnt, als hätte jemand vorübergehend das Universum angehalten. Zeit genug, um zu denken, dass gleich alles vorbei sein kann. War es das jetzt? Für immer dunkel? Reflexartiges Reißen am Bremshebel. Krachen. Gegen den Lenker geschleuderter Unterleib. Abflug nach vorn mit dem Kopf voran. Im Augenwinkel das hochgewirbelte Motorrad. Blitzender Schmerz beim Aufprall des Helms in der Windschutzscheibe. Das Poltern des Körpers auf der Fahrzeugfront. Dann lag er vor dem Auto wie eine Crashtest-Puppe, das nachhallende Echo des Einschlags im Kopf.

In der Nacht zuvor war er aus einem Traum hochgeschreckt, ein Traum wie noch nie. Da war etwas gewesen, das versucht hatte, ihn zu greifen. Immer wieder hatte es sich aus einer dunklen Tiefe heraus nach ihm gestreckt, um ihn in die Finsternis hinabzuziehen. Ein langer Kampf. Hatte er sich mit Mühe befreit, wurde er aufs neue gepackt, bis zum erlösenden Aufwachen um drei in der Frühe. Für eine Viertelstunde schaltete er das Licht an im Zimmer der Herberge, um den Traum loszuwerden in dieser letzten Nacht am Ende einer Tour entlang der Route des Grandes Alpes. Vorahnungen, Übersinnliches? „Zufall“, meinte die Neurologie-Professorin, der er Wochen später von dem Traum erzählte. „Am besten, Sie vergessen es einfach.“

 .......

"Bin ich jetzt tot?"

Freitag, 27. September 2019

Wort Spiel

Do NOT FALL!

Sonst  NOTFALL!

Sonntag, 11. August 2019

WIDERSPIEGELUNG

Das Sich-tätig-Kümmern um das Häusliche, von innen und außen, spiegelt wieder den Umgang mit unserem Körper.

Das  Sich-fleißig-Betätigen im Garten, spiegelt sich wieder im Umgang mit unserer Seele.

Das  Sich-innig-Bemühen um die Welt um uns herum, außerhalb des Gartentores, spiegelt die eigne geistige Arbeit wieder.




Mittwoch, 6. März 2019

Schädliche Wirkungen von Handys auf Kinder

Anekdote

Bei der Begrüßung stellt sich morgens die ganze Klasse hin und sollte eigentlich völlig zur Ruhe kommen. Ein gewisser Teil der Schüler zappelt dann immer noch mit seinen Händen irgendwie herum.
Der Lehrer: „Manche Leute sagen, dass das vom Handy käme, dass die Finger so nervös würden!“
Antwort wie aus einem Munde von zwei Ober-Hände-Zappelphilippinen, die nun gerade am allerwenigsten mit Handys zu tun haben: „Aber wir haben doch gar kein Handy!“

Freitag, 22. Februar 2019

WEIHNACHTEN 2018

Es ist ein wunderliches Weben

in diesen Tagen zu erleben:

Die Dunkelheit, sie ist so licht,

die zarte Luft erfüllt so dicht,

die Stille gar so innig klingt,

und in der Kälte
Herzenswärme schwingt.

Wenn uns so nah
die fernste Ewigkeit,

dann wissen wir:

Es wirkt der Geist
der Weihnachtszeit.

Donnerstag, 27. Dezember 2018

w ORTS PIEL

ALS  ES  MAI  WAR

WAR  ICH  IN  WEIMAR.

Sonntag, 9. Dezember 2018

BOLOGNA

Oktober, 2018
_________________________________

Bologna empfängt uns mit Pracht und Klang,
Bologna entlässt uns mit lieblichem Sang.

Es ist voller Leben, voll menschlichem Treiben,
der Tiefsinn mag fehlen, die Freude mag bleiben.

Man verzehrt fette Würste,
der Wein stillt die Dürste,
man schlendert Arkaden,
von Laden zu Laden.

Studenten von Lorbeer bekränzt zum Examen,
es jubeln die Herren, es tanzen die Damen!

Gewaltige Kirchen, Paläste erhaben,
das Land schenkt den Menschen die fruchtbarsten Gaben.

Hochmütigst ragt der Turm in den Himmel,
der Stolzen so viele, - einst war's ein Gewimmel.

Auf lieblichem Hügel,
St. Lukas dort droben,
den Pilger, der's schafft,
den muss man schon loben.

San Sebastiano's still verwinkelte Räume
entfalten im Herzen anmutige Träume.

Diese Stadt hat Kraft,
der Welt zu gefallen.
Selbst die Wissenschaft
dient ihr dazu in allem.

Der Überfluss
ernährt den Genuss;
wann kommt der Verdruss,
der folgen muss?




Freitag, 23. November 2018

wORTSPIEL

STERNEN  GLANZ

in

FERNEN   GANZ

wORTSPIEL

Wegwarte

und

Stegkomme....

wORTSPIEL

Feigenblatt

mit

Mutstiel?

wORTSPIEL

Lebensbaum

beim

Sterberaum?

wORTSPIEL

Hochmut

und

Tieffurcht?

wORTSPIEL

Friedemann

und

Kriegsfrau?

wORTSPIEL

EIFERSUCHT

MIT

EIFER  SUCHT?

Sinniges

DU  HAST  DIE  WAHL:

FREUD'   ODER  QUAL;

GEIST  ODER  WELT;

GANZ  WIE'S  DIR  GEFÄLLT!

Mittwoch, 14. März 2018

"Auf den Hund gekommen"

Am Sonntag sah ich folgendes:
Eine Familie, Vater, Mutter, Sohn und Tochter, von einer sehr einfachen, äußeren Erscheinung, man würde sie sich eher am Rande unserer Gesellschaft stehend vorstellen.
Diese Familie nun führte in ihrer Mitte einen Hund mit sich. Ein wunderschönes Exemplar, sehr groß, braungoldenes, flauschiges Fell, gut gepflegt. Er trug den Kopf ganz erhaben. Leider kenne ich mich mit den Hunderassen nicht aus. Aber er hatte zugleich etwas Löwenhaftes und doch ganz Liebes, und bildete den Mittelpunkt dieser Familie.
Ich sann darüber nach, was dieses Bild aussagte: Der Hund bringt für mich zur äußeren Erscheinung, wie auch bei diesen Menschen, etwas Erhabenes verborgen im Inneren lebt; wie eben bei allen Menschen. Denn das ist das wahre Menschsein überhaupt: Das Erhabene!

Dienstag, 13. März 2018

Größenwahn

Das fand ich auf meinem Abreißkalender:

"Am ärgsten fällt der Größenwahn
oft grad die kleinen Leute an."

Eugen Roth

Sonntag, 11. März 2018

FRIEDEN

Wer Frieden in der Welt ersehnet,

der steig' in seiner Seele Grund,

befriede sie, mach' sie gesund,

beruhige, was sich in ihm auflehnet.


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KRIEG

Das Wort ist verwandt mit dem Verb "kriegen".
Vielleicht würde man es so beschreiben: "Krieg" bedeutet soviel wie, etwas "kriegen wollen".

Im Englischen "war"; das ist verwandt mit "Verwirrung" (stiften).

Merkwürdig...

Fuhr ich hinter einem Leichenwagen her und dachte: Merkwürdig, wie viel Ehre und Aufsehen oft
einem Verstorbenen erwiesen wird, und wie wenig Ehre und Anerkennung ihm manchmal erwiesen wurde, als er noch lebte.
Ist der Lebendige nicht viel mehr wert als der Tote?

Kurzsichtigkeit?


Wenn man gerade noch das Nahe scharf sehen kann und das Fernere verschwimmt, so spricht man von „Kurzsichtigkeit“. Das betrifft die Augen. Es scheint die Kurzsichtigkeit aber auch im Geiste zu geben.
Ich staune immer wieder, wenn Menschen davon sprechen, dass wir gerade in einer besonders schwierigen Phase lebten. Wie weit reicht die Erinnerungsfähigkeit oder das Bewusstsein solcher Menschen?
Nun bin ich nicht mehr der Jüngste, aber wenn ich in meiner Erinnerung die vielen Jahre an mir vorüberziehen lasse, seit mein politisches Bewusstsein erwachte (das war mit 15 Jahren, als der 6-Tage-Krieg stattfand), so kenne ich nur „schwierige Phasen“.

Montag, 22. Mai 2017

Der höchste aller Berufe

In der 5. Klasse behandelten wir im Rahmen der Geschichtsepochen auch das indische Kastensystem.
In diesem Zusammenhang betrachteten wir auch die heutige Berufswelt. Welches Ansehen haben die Berufe in der Gesellschaft. Wie ist es mit den hierarchischen Strukturen in Betrieben?

Nach einer Weile des Gesprächs meldete sich ein Mädchen ganz aufgeregt, so als wäre ihr gerade das ultimative Licht aufgegangen:"Alle Berufe sind eigentlich gleich. Auf keinen kann man verzichten!"
Dann nach einer kleinen Pause des Nachdenkens: "Der höchste Beruf aber sei der LEHRER! Von dem lernen alle anderen!" Großer Beifall durch die Klasse!


Freitag, 12. Februar 2016

ERNEUERUNG

Insofern ich heute "neu" bin im Vergleich zu gestern, bringe ich in die Welt die so dringend benötigte Erneuerung.

Samstag, 23. Januar 2016

Nicht sehr anspruchsvoll...

Beim Optiker belauscht:

Ein Kunde wünscht eine Lesebrille. 

Frage des Optikers: "Lesen Sie viel?"

Kunde: "Na ja: die Braunschweiger, den Spiegel, die Bild...."

Betriebsstrukturen in Ost, Mitte und West


Die Welt ist ein lebendiger Organismus. Ost, Mitte und West unterscheiden sich wesentlich.

Im Osten sind z.B. Wirtschaftsbetriebe patriarchalisch organisiert. Die Zugehörigkeit zu einer Firma hat etwas Familiäres. Diese Wirtschaftsfamilie wird durch ein Oberhaupt geführt. Dieses Oberhaupt wird allgemein anerkannt. Man stellt sich normalerweise nicht gegen es in Opposition. Dieser Gedanke ist den östlichen Seelen eher fremd.

Im Westen betrachtet man die Zusammenarbeit in einer Firma mehr unter dem Leistungsaspekt. Die Qualität dieser Leistung drückt sich in materieller Anerkennung aus. Selbstverständlich respektiert man den Mehrverdiener mehr als den Wenigverdiener. Dieses wird wie eine Art Naturordnung angesehen, die nicht infrage gestellt wird. Vielverdiener können geradezu als übermenschliche Wesen angesehen werden.  

 In der Mitte wollen sich heutzutage die Menschen mehr als gleichwertige Individuen begegnen. Sie wollen in einem sozialen Zusammenhang stehen und wollen keine Autorität über sich anerkennen. Wenn das durch eine hierarchische Betriebsstruktur gefordert wird, so tun die Menschen dies nur zum Schein. Innerlich stehen sie dazu in Opposition.

Werden Organisationsstrukturen des Westens oder des Ostens in der Mitte übernommen, so können sie nicht funktionieren. Wir brauchen ganz andere Strukturen der Zusammenarbeit in allen Einrichtungen.


Sonntag, 17. Januar 2016

"Geistige Gesetze", Ralph Waldo Emerson - Auszug

"Lasst uns, wenn wir große Taten haben wollen, unsere eigenen zu solchen machen. Alles Tun ist von einer unendlichen Elastizität, und auch das geringste lässt sich mit himmlischer Luft ausdehnen, bis es Sonne und Mond verfinstert. Lasst uns durch Treue den einen Frieden suchen. Lasst mich meine Pflichten sorgfältig beachten. Warum soll ich mich in den Szenen und der Philosophie Griechenlands und der italienischen Geschichte ergehen, bevor ich mich vor meinen Wohltätern gerechtfertigt habe? Wie kann ich es wagen, über Washingtons Feldzüge zu lesen, wenn ich die Briefe meiner eigenen Korrespondenten nicht beantwortet habe? Ist dies nicht ein ganz richtiger Einwand gegen unser vieles Lesen?"

Sonntag, 3. Januar 2016

MEINUNGEN


Was sehnen sich doch so viele Menschen danach, Gruppen anzugehören. Selbst das Teilen von Meinungen gerät zur allergrößten Befriedigung. Nicht umsonst beherrschen nur wenige Meinungen zur jeweiligen Sache die öffentliche Diskussion. Wohl streitet man sich erquicklich im Austausch gegensätzlicher Meinungen, und doch sind es überall die gleichen Standpunkte, die aufeinandertreffen.

Gewöhnlich weiß man im Gespräch mit anderen Menschen schon vorher, welche Meinung sie zu einem Thema äußern werden.

Merkwürdig, dass Menschen das Gefühl haben, sie würden ihre Individualität durch das Vertreten einer Meinung betonen. Sie meinen, dass es ihre eigene Meinung sei. Dabei teilen sie doch diese Meinungen mit einem erheblichen Anteil der Bevölkerung.  Und letztendlich kann man alle diese Standpunkte auch in den Medien wiederfinden.

Und gar komisch und lustig wird das Ganze dann, wenn man „Meinungsumfragen“ liest.

Der gleiche Brei wird immerzu neu aufgekocht und umgerührt.

Erst verbreitet man in den Medien eine bestimmte Meinung zu einer Angelegenheit. Dann finanziert man eine Meinungsumfrage und veröffentlicht sie. Und siehe da, die Mehrheit der Bevölkerung ist auch dieser Meinung!  

Und jeder Befragte ist sogar stolz auf seine Meinung, auf seinen „eigenen“ Standpunkt!

Dienstag, 29. Dezember 2015

Robert Spitzer

ZUM TOD DES PSYCHIATERS ROBERT SPITZER
aus FAZ vom Dienstag, 29.Dez.2015

"Gefühlssystem"

"In einem Interview hat sich der amerikanische Psychiater Robert Spitzer einmal daran erinnert, wie er als zwölfjähriger Junge den Urlaub in einem Sommercamp mit vielen Gleichaltrigen verbrachte. Jeden Abend ritzte er in die Holzbalken neben seinem Bett eine Graphik, in der er das Auf und Ab seiner Gefühle gegenüber verschiedenen Mädchen aus dem Camp festhielt. In seinem späteren beruflichen Schaffen habe er einen Bereich gewählt, in dem es um genau dasselbe ging: Um die Übertragung von Gefühlen in eine Art von System...."

Gefühle in eine Graphik bringen. Sie quantifizieren, gar messbar machen, das ist der Traum des modernen Seelenwissenschaftlers.
Welcher lebendige, beseelte, wirklich mit dem Herzen empfindende Mensch würde je auf eine solche Idee kommen? Welcher gesund empfindende Mensch könnte mit so etwas überhaupt etwas anfangen?
Schon mit zwölf Jahren beginnt er damit! D.h. dieses Anliegen hat er mitgebracht. Er ist vorbereitet, der Menschheit ein solches systemartiges Schema einzupflanzen.

Wir sehen die Technik derer am Werk, die die Entwicklung der Menschheit in das Mechanische vorantreiben wollen.

ÜBER DAS REISEN - Ralph Waldo Emerson - "Essays" (im 19.Jahrhundert)

"Es ist gleichfalls nur Mangel an Selbstbildung, dass der Aberglaube des Reisens, dessen Götzen Italien, England, Ägypten sind, seinen Zauber für alle wohlerzogenen Amerikaner behält. Diejenigen, welche England, Italien oder Griechenland so anziehend und ehrfurchtgebietend für unsere Phantasie machten, bewirkten dies dadurch, dass sie fest an ihrer Scholle klebten, als wäre sie die Achse der Erde. In männlichen Stunden fühlen wir, dass die Pflicht unseren Platz bestimmt. Der Geist ist kein Reisender; der weise Mann bleibt daheim – und wenn das Bedürfnis oder die Pflicht ihn hinausruft und ihn auf die Straße oder in die Fremde führt – er ist dennoch zu Hause, und am Ausdruck seines Antlitzes fühlen die Menschen, dass er als ein Missionär der Sittlichkeit und Weisheit dahinzieht und Städte und Menschen wie ein Souverän, nicht wie ein Bedienter oder Schleichhändler besucht. Ich bin kein pedantischer Gegner der Reisen um die Welt, wenn sie aus Liebe zur Kunst, aus Wissbegier, aus Menschenfreundlichkeit unternommen werden, wenn der Mensch nur erst eine Heimat hat und nicht in der Hoffnung auszieht, Größeres zu finden als er zu Hause gekannt. Wer um sich zu zerstreuen reist, oder um etwas zu finden, was er nicht mitbringt, der flieht vor sich selbst und wird unter den Trümmern des Alten in seiner Jugend alt. In Theben, in Palmyra werden sein Geist und Herz alt und zerfallen wie diese, und er trägt Ruinen zu Ruinen. Reisen ist das Paradies der Narren. Unsere ersten Ausflüge lehren uns, wie gleichgültig die Orte sind. Zu Hause träum' ich, dass in Rom oder Neapel mich die Schönheit berauschen und meine Verstimmung enden wird. Ich packe meine Koffer, nehme von meinen Freunden Abschied und schiffe mich ein – und erwache in Neapel, und an meinem Bette sitzt ernsthaft und wirklich – dasselbe traurige, unnachsichtliche Selbst, vor dem ich geflohen. Ich besuche den Vatikan und die Paläste, ich tue, als wäre ich von Ansichten und Ideen berauscht, aber ich bin nicht berauscht. Mein Riese geht mit mir, wohin ich auch gehe. Aber die Reisewut ist nur ein Symptom einer tieferen Ungesundheit, die unser ganzes geistiges Leben ergriffen hat. Unser Intellekt ist unstet, unser ganzes Erziehungssystem erzeugt Unruhe. Unser Geist ist selbst dann auf Reisen, wenn der Leib daheim bleiben muss.

Montag, 28. Dezember 2015

POLEN

Von unserem westlichen oder mitteleuropäischen Standpunkt aus betrachtet ist es natürlich nicht akzeptabel, was in Polen gerade passiert.

Wenn man allerdings die Sache aus polnischer Sicht betrachtet, dann kann man auch Verständnis entwickeln. Die wechselvolle spezifische Geschichte in diesem Land hat die Volksseele wund gemacht.

Wir können kaum ermessen, wie schwer es für die Menschen dort ist, diesen mächtigen, vielleicht sogar unberechenbaren Nachbarn zu haben. Wenn sich dieser Bär nur einmal im Schlafe herumwälzt, dann kann er leicht einen seiner kleinen Nachbarn erdrücken.

Die Flüchtlingssituation zu bewältigen ist für einen solchen "jungen" Staat viel schwerer als für ein gefestiges, wirtschaftlich prosperierendes Staatsgefüge.

Das alles macht den Leuten Angst. Und Angst verführt bei allen Menschen und Gruppen zu Aktionen und Reaktionen, die gewöhnlich unangemessen erscheinen können.
Wenn man nur sieht, wie sich manche Leute hier ihre Grundtücke absichern, aus Angst. Dann kann man verstehen, dass auch Regierungen etwas ähnliches tun.

Und wie schnell und leicht die öffentliche Meinung umschwenkt, das kann man wöchentlich selbst in unserem Land beobachten. Wobei die Menschen auch hier immer nur den Meinungsmachern folgen. Es sind nie ihre eigenen persönlichen Überzeugungen, sondern es ist alles ein Nachplappern.

Meinungsumfragen sind so ziemlich das Überflüssigste und Unwahrhaftigste, was es gibt, man kann die Ergebnisse immer schon vorher wissen.
Sie sind ein Machtinstrument.



Freitag, 15. Mai 2015

Leiden

Heinrich Seuse
Aus dem Büchlein der ewigen Weisheit

"Leiden ist vor der Welt eine Verworfenheit, ist aber vor dir eine unermessliche Würdigkeit. Leiden ist ein Löscher meines Zorns und ein Erwerber meiner Huld. Leiden macht mir den Menschen liebenswert, denn der leidende Mensch ist mir ähnlich. Leiden ist ein verborgenes Gut, das niemand vergelten kann...Es macht aus einem irdischen Menschen einen himmlischen Menschen. Leiden bringt der Welt Entfremdung und verleiht dafür meine beständige Vertraulichkeit. Es vermindert die Zahl der Freunde und mehret die Gnade.
Der muss gänzlich von aller Welt verleugnet und verlassen werden, dessen ich mich freundlich annehme. Es ist der sicherste Weg und ist der kürzeste und der nächste Weg. Sieh, wer recht wüsste, wie nützlich Leiden ist, der sollte es als eine werte Gabe von Gott empfangen.
Eya, wie gibt es so manchen Menschen, der ein Kind des ewigen Todes war und entschlafen war in tiefen Schlaf den das Leiden erfrischt und ermuntert hat zu einem guten Leben. ...

Leiden behütet vor schwerem Fall, es lässt den Menschen sich selbst erkennen, in sich selbst bestehen, seinem Nächsten nachsichtig sein. Leiden hält die Seele in Demut und lehrt Geduld; diese ist eine Hüterin der Reinheit, sie bringt die Krone ewiger Seligkeit."


Montag, 22. September 2014

Don Quichotte

Aus Don Quichotte , Erster Teil, etwa Mitte:

"Und zur Bekräftigung dieser meiner Darlegung will ich dir eine Stanze anführen, die der berühmte Dichter Ludwig Tansillo am Ende des ersten Teils seiner "Tränen des heiligen Petrus" geschrieben. Sie lautet so:

Es wächst der Schmerz, es wächst das Schambewußtsein

In Petrus, da der Hahn den Tag verkündigt;

Und stürmisch zieht die Scham in seine Brust ein,

Obwohl es niemand sah, als er gesündigt.


Ein edles Herz muß sich der Schmach bewußt sein,

Weiß auch kein andrer, daß es sich versündigt;

Es schämt sich vor sich selbst ob dem Vergehen,

Wenn auch nur Himmel es und Erde sehen."

Mittwoch, 10. September 2014

URAL

"Der Sommer ist in der Ural-Region zwar kurz, dafür aber arm an Schnee", erkärt lachend Swetlana....