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Durchdringe die Arbeit mit Religiosität!
und
Intensiviere das Gebet zur Arbeit!
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...Je begreiflicher und das Universum wird, desto sinnloser erscheint es uns auch. Wir finden nichts, was unserem Leben einen objektiven Sinn verleiht. Denn in den Naturgesetzen ist nichts erkennbar, was uns eine besondere Stellung im Universum verleiht. Dies bedeutet nicht, dass ich mein Leben sinnlos finde.Wir können einander lieben und versuchen, die Welt zu verstehen. Doch diesen Sinn müssen wir unserem Leben selber geben. Das Bestreben, das Universum zu verstehen, hebt das menschliche Leben ein wenig über eine Farce hinaus und verleiht ihm einen Hauch von tragischer Würde.
(Der Interviewer: Man könnte es auch als einen Gewinn an Freiheit sehen.)
Wenn Ihnen das gelingt, herzlichen Glückwunsch. Ich könnte es gerne und kann es nicht. Ich empfinde eine gewisse Sehnsucht nach dem vergangenen Zeitalter des Glaubens. Ich fühle mich von der Religion angezogen. Und meine Abneigung rührt gerade daher, dass ich ein Verlangen nach etwas fühle, von dem ich weiß, dass es unwahr ist.
Meine Eltern waren keine besonders gläubigen Juden. Bis zum Alter von vielleicht zwölf Jahren glaubte ich, dass es so etwas wie einen Gott geben müsse, auch wenn ich keiner bestimmten Religion anhing. Dann erschienen mir diese Ideen plötzlich dumm, und dabei ist es geblieben.
Wir Wissenschaftler sollten alles tun, um die Macht der Religion zu schwächen. Dies wird sich schlussendlich vielleicht als unser wichtigster Beitrag zur Zivilisation erweisen. ...
Ich sehe den Niedergang der wissenschaftlich so produktiven Antike im Wesentlichen als ein Werk des erstarkenden Christentums. Der byzantinische Kaiser Justinian I. ließ die platonische Akademie schließen. weil Neugierde als das sicherste Zeichen von Unglauben galt......
(Die Menschen glauben trotzdem. Ich vermute, auch ein Hang zur Religiosität gehört zu unserer Natur. )
Na und? Wir haben auch eine Anlage, uns die Bäuche mit Zucker und Fett vollzuschlagen, und kämpfen dagegen an.
Der Ex-Buddhist Paul Williams warnt vor einer Dalai-Lama-Euphorie
Vor 30 Jahren bekehrte sich der britische Tibetologieprofessor Paul Williams zum tibetischen Buddhismus. Er übersetzte Dalai-Lama-Bücher und wirkte als spiritueller Lehrer. Doch dann wurde er wieder Christ. Nun warnt er vor naiver Dalai-Lama-Euphorie.
WELT:
Der Dalai Lama erhält heute den Deutschen Medienpreis, laut Umfragen ist er beliebter als der Papst, und bei jeder Deutschlandreise wird er frenetisch gefeiert ...Raten Sie denn zur Beschäftigung mit dem Dalai Lama?
Williams:
Warum nicht? Er ist eine faszinierende Persönlichkeit. Ich empfehle aber nicht, zum tibetischen Buddhismus zu konvertieren. Davor warne ich, weil das böse Überraschungen und psychologische Probleme mit sich bringen könnte.
Als da wären?
Williams:
Gerade Ex-Christen dürften eines Tages bemerken, dass sie viel tiefer in der christlichen Tradition verwurzelt sind, als sie ahnten. Jedenfalls fragte ich mich manchmal, ob Gott vielleicht doch existiere - obwohl Buddhisten bekanntlich nicht an Gott glauben. Wenn ich alte Kathedralen besichtigte, spürte ich diese Sehnsucht, wieder dazuzugehören. Und wenn ich eine anrührende Passion von Bach hörte, ging mir auf, dass ich als Buddhist diese Musik nicht angemessen würdigen kann.
Warum nicht?
Williams:
Weil der Geist, aus dem Bach komponierte, feurige Jesus-Liebe war. Jesus ist für tibetische Buddhisten aber allenfalls ein sehr mittelmäßiger Erleuchteter. Außerdem billigt der tibetische Buddhismus schöner Musik keinen spirituellen Wert zu.
Anders das Christentum.
Williams:
Dem Papst zufolge ist Gott vollkommene Schönheit. Wer dem Schönen begegnet, bekommt einen Vorgeschmack auf Gott.
Aber der Weg zu diesem Verständnis war Ihnen verbaut.
Williams:
Bis ich katholisch wurde.
Kann man nicht beides sein - Christ und Buddhist?
Williams:
Das ist einer der großen Mythen unserer Zeit, der jede unangenehme Entscheidung überflüssig machen soll. Er stimmt aber nicht. Die spirituellen Wege sind unterschiedlich, ja unvereinbar.
Ist Jesus optimistischer als Buddha?
Williams:
Allerdings! Jesus verheißt zum Beispiel, dass geliebte Menschen sich nach dem Tod wiedersehen werden. Der Buddha hingegen lehrt, der Einzelne verschwände mit seinem Tod für immer. Denn unsere Wiedergeburten haben nichts mit der vorherigen Person gemein.
Der Dalai Lama ist sympathisch ...
Williams:
Sympathisch? Er ist faszinierend! Tiefgründig! Pazifistisch ...
... wie der tibetische Buddhismus?
Williams:
Das würde ich so nicht sagen. Die tibetische Geschichte ist wie die der meisten Völker voller Gewalt. Und der Pazifismus des Dalai Lama ist eher auf den Einfluss Gandhis zurückzuführen.
Quelle:
http://www.welt.de/welt_print/article3176933/Boese-Ueberraschungen.html