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Mittwoch, 20. Juli 2011

Von der Wahrheit und dem Brunnen des Lebens

Visionen des Nikolaus von Flüe

Niklaus von Flüe, 1417 bis 1487, Eremit und "Friedensstifter" auf der Tagsatzung in Stans

"Und es erschien eine große Menge von Leuten und hinter den Leuten erschien die Wahrheit, und alle hatten ihr Antlitz von der Wahrheit abgewendet. Und bei allen erschien am Herzen ein großes Gebrechen, es sah aus wie zwei zusammengeballte Fäuste. Und dieses Gebrechen war der "Eigennutz", der verführt die Leute so sehr, dass sie das Antlitz der Wahrheit nicht zu ertragen vermochten, so wenig, wie ein Mensch Feuerflammen zu ertragen vermag. Und vor Angst gingen sie unruhig hin und her..."

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"Da sah er daselbst eine Menge Leute, die taten schwere Arbeit; dazu waren sie sehr arm. Und er stand und schaute ihnen zu und wunderte sich sehr, dass sie so viel Arbeit hatten und doch so arm waren.... Und er sah einen Brunnen, daraus floss dreierlei: Wein,Öl und Honig. Dieser Brunnen floss so schnell wie der Strahlenblitz und machte ein so lautes Getöse, dass der Palast laut erscholl wie ein Horn. Und er verwunderte sich sehr, da die Leute so arm waren und doch niemand hineinging, aus dem Brunnen zu schöpfen, was sie wiederum so leicht hätten tun können, da der Brunnen für alle frei war.

Und er ging zur Türe hinaus. Da sah er die Leute schwere Arbeit tun und sie waren trotzdem arm. Da beobachtete er sie, was sie täten. Da sah er, dass eíner dastand, der hatte einen Zaun aufgestellt mitten durch den Platz. In der Mitte war ein Tor, das hielt er zu mit der Hand und sprach zu den Leuten: "Ich lasse euch weder hinein noch hinaus, es sei denn, ihr zahlt mir eine Geldmünze." Er sah Musikanten, die für die Leute spielten und von ihnen Geld wollten. Er sah Schneider und Schuhmacher und allerlei Handwerksleute, die Geld haben wollten. Doch sie waren alle so arm, dass sie kaum bekamen, was sie wollten. Und er sah niemanden hineingehen, um aus dem Brunnen zu schöpfen...."

Samstag, 22. Mai 2010

Lass nie dich erschrecken...

Die Goldenen Sprüche des Pythagoras (Teil III)

VI.

Höre nun, was ich dir sage, und folg' meinem Rat zu deinem eigenen Besten:
Lass nie dich erschrecken oder behindern durch böse und gute Worte der Menschen:
Wenn sie dich verleumden, bedenk', dass man das Übel nur überwindet durch Nichtwiderstreben,
Und lass nie dich verführen durch anderer Menschen Worte und Taten,
Etwas zu denken, zu sagen oder zu tun, was du nicht selbst als gut, vollkommen und würdig erkanntest!

VII.

der Nicht-Erkennende redet und handelt uneingedenk der späteren Folgen;
Du aber suche, richtig zu denken und richtig zu handeln, um Gutes zu wirken,
Und alles zu lernen, was das Leben dich lehrt,
damit du einst seine göttliche Fülle geniessest!

Donnerstag, 20. Mai 2010

Was du tust, tue ganz und mit voller Bewusstheit!

Die Goldenen Sprüche des Pythagoras (Teil II)

I.
Zuerst verehre in allem die ewigen Götter, die geistigen Lenker des Kosmos;
Dann folge deinem Gelübde und dem erhabenen Vorbild der Grossen und Edlen;
Auch den niederen Göttern und Erdschicksalslenkern vergiss nicht zu opfern.

II.
Ehre die Eltern und alle, die deinem Herzen und Geiste verwandt sind.
Und wähle die, deren Tugend am höchsten vollendet, zu Freunden.
Und sei stets bemüht, ihren Worten der Liebe und Taten der Freundschaft zu folgen.

III.
Verachte nie einen Bruder, weil er noch mit Fehlern behaftet;
Denn wenn er nur will, kann auch er sich höherverwandeln.
Erkenne dies wohl und üb' dich, dich selbst zu bemeistern
Und Herr zu sein über Trägheit und Gier, Unmass, Wollust und Zorn.

IV.
Handle niemals gemein und gegen die Stimme des bess'ren Gewissens,
Sondern achte den Willen des göttlichen Selbstes in dir und in andern;
Und strebe, selbstlos gerecht zu sein in Worten und Taten.
Sei deines Denkens und Fühlens Meister;
und was du tust, tue ganz und mit voller Bewusstheit!

Mittwoch, 19. Mai 2010

Pflicht ohne Liebe macht verdireßlich


Die Goldenen Sprüche des Pythagoras (582 - 497 v. Chr.)

(Teil I)



Liebe

ist das einzige
was wächst
wenn wir sie verschenken.

Pflicht ohne Liebe
macht verdriesslich.

Verantwortung ohne Liebe
macht rücksichtslos.

Gerechtigkeit ohne Liebe
macht hart.

Wahrheit ohne Liebe
macht kritiksüchtig.

Erziehung ohne Liebe
macht widerspruchsvoll.

Klugheit ohne Liebe
macht gerissen.

Freundlichkeit ohne Liebe
macht heuchlerisch.

Ordnung ohne Liebe
macht kleinlich.

Sachkenntnis ohne Liebe
macht rechthaberisch.

Macht ohne Liebe
macht gewalttätig.

Ehre ohne Liebe
macht hochmütig.

Besitz ohne Liebe
macht geizig.

Wirklich:
Ohne die Liebe
ist alles in der Welt verkehrt.
Erst die Liebe macht alles gut.

Pythagoras

[ Gestaltung MCPassian 1997 - Druck: Hopfengärtner München ]


Samstag, 23. Januar 2010

Schalom! Ich wünsche euch Frieden.

Fundsache:

Die einzige Gruppe, der ein spiritueller Mensch angehören darf, ist die Menschheit.

Wenn wir genug Feinfühligkeit entwickeln, dann werden wir notgedrungen Pilger werden müssen, denn keine andere Wahl bleibt, als sich auf eine mystische Suche einzulassen. Unser höchstes Bedürfnis und unser tiefster Wunsch ist dann die innere Arbeit. Es ist eine Forschungsreise ganz anderer Art als jene, die Wüsten bezwingt, Urwälder durchdringt, Berge besteigt. Sie spürt die geheimnisvollen Hinterlande des menschlichen Geistes auf, erklimmt die Gipfel menschlichen Bewusstseins und kehrt dann zurück, um anderen die Ziele zu beschreiben, damit auch sie den Weg dorthin finden können, wenn sie wollen.

(Leider habe ich die Quelle verloren!)

Freitag, 11. September 2009

DIE PFERDE

Wenn der Meister im Wagen fuhr, erlaubte er nicht die Pferde zu schlagen. "Nicht einmal zu schelten brauchst du sie," belehrte er den Fuhrmann, "wenn du sie nur anzureden verstehst."
Aus: Martin Buber, Hundert chassidische Geschichten - Manesse

Samstag, 5. September 2009

DIE KUGEL

Ehe der Meister die beiden Brüder zu lehren begann, sagte er ihnen, wie man sich den ganzen Tag über, vom Erwachen bis zum Einschlafen, führen solle, wobei er ihre bisherigen Gepflogenheiten so, zugleich bestätigend und überwindend, einbezog, als sei ihm all ihr Leben vertraut. Am Schluss sagte er:"Und ehe man sich am Abend hinlegt, macht man eine Rechnung über den ganzen Tag. Und wenn der Mensch sich vorrechnet, wie er nicht einen Augenblick vertan habe, und sein Herz sich erhebt, nehmen sie im Himmel all die guten Werke, ballen sie zu einer Kugel zusammen und schleudern sie in den Abgrund."

Aus: Martin Buber, Hundert chassidische Geschichten - Manesse

DAS WICHTIGSTE

Bald nach dem Tode des Weisen wurde einer seiner Schüler gefragt: "Was war für euren Lehrer das Wichtigste?"
Er besann sich, dann gab er die Antwort:"Womit er sich gerade abgab."

Aus: Martin Buber, Hundert chassidische Geschichten - Manesse

Sonntag, 30. August 2009

Weisheit und Wissen

"Eine Gruppe von Menschen glaubte, sie verfüge über Weisheit. Was sie Weisheit nannte war aber nur "Wissen". Denn mancher hält Wissen für Weisheit.
Weisheit ist wie Gold, Wissen wie Pyrit.

Sie klagten darüber, dass immer weniger Menschen Interesse für ihre "Weisheit" zeigten und von ihr hören wollten. Sie wussten aber nicht, dass sie selber schon lange die Weisheit verloren hatten und nur noch "Wissen" predigten.

Weisheit ist Leben. Wissen ist der Schatten des Lebens"

Donnerstag, 13. November 2008

Die Goldenen Sprüche des Pythagoras

Die Goldenen Sprüche des Pythagoras (582 - 497 v. Chr.)

Liebe

ist das Einzige,
was wächst,
wenn wir sie verschenken.

Pflicht ohne Liebe
macht verdriesslich.

Verantwortung ohne Liebe
macht rücksichtslos.

Gerechtigkeit ohne Liebe
macht hart.

Wahrheit ohne Liebe
macht kritiksüchtig.

Erziehung ohne Liebe
macht widerspruchsvoll.

Klugheit ohne Liebe
macht gerissen.

Freundlichkeit ohne Liebe
macht heuchlerisch.

Ordnung ohne Liebe
macht kleinlich.

Sachkenntnis ohne Liebe
macht rechthaberisch.

Macht ohne Liebe
macht gewalttätig.

Ehre ohne Liebe
macht hochmütig.

Besitz ohne Liebe
macht geizig.

Wirklich:
Ohne die Liebe
ist alles in der Welt verkehrt.
Erst die Liebe macht alles gut.

Pythagoras