Donnerstag, 25. November 2010

Tolstois Tod

Autor: Rosemarie Tietze 20.11.2010

Der Passagier von Zug Nr.12
DIE WELT - Quelle: http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article11071052/Der-Passagier-von-Zug-Nr-12.html



Lew Tolstoi ist der bedeutendste Romancier Russlands. Schon zu Lebzeiten wurde er "der Titan" genannt. Sein Tod erschütterte Tausende.


Leo Tolstoi

Astapowo, ein Bahnknotenpunkt in Zentralrussland. Trotz Wind und Spätherbstkälte wird der Abendexpress um 6 Uhr 35, Zug Nr.12 aus Richtung Smolensk, von vielen Menschen erwartet, meist Bahnbeamten oder Schaulustigen, denn für die öde Provinzstation ist selbst die Ankunft und Abfahrt der Züge noch Zerstreuung. Kaum hat der Zug gehalten, verbreitet sich auf dem Bahnsteig ein Gerücht: In diesem Zug reist Lew Tolstoi! Die Sensation wäre nicht größer gewesen, hätte die Nachricht gelautet: In diesem Zug reist der Zar.

Aus einem Waggon zweiter Klasse kommt ein Mann - es ist Tolstois Leibarzt Dusan Makovicky - und bespricht sich mit dem Bahnhofsvorsteher Iwan Osolin. Tolstoi sei unterwegs erkrankt, wahrscheinlich an Lungenentzündung, er brauche Ruhe und müsse dringend ins Bett. Nach dem ersten Schock bietet der Bahnhofsvorsteher sogleich sein Wohnzimmer an, in dem flachen Holzbau gegenüber dem Bahnhofsgebäude, das Zimmer sei geräumig, auch günstig, weil es einen eigenen Eingang hat.

Erneut läuft ein Raunen durch das Publikum: Lew Tolstoi steigt aus! Makovicky und ein Eisenbahner helfen dem 82jährigen Greis aus dem Waggon, und das Reisegrüppchen - mit von der Partie sind Tolstois Tochter Alexandra und deren Gesellschafterin - begibt sich zunächst in den Bahnhof, den leeren Wartesaal für Damen, während in Osolins Wohnzimmer ein Bett aufgeschlagen wird. Als Tolstoi wenig später über die Gleise zum Haus geführt wird, muss er von allen Seiten gestützt werden. Ringsum stehen gewiss siebzig Schaulustige in feierlicher Stille, die Männer nehmen die Mützen ab, dann werden Stimmen laut: Ihn sollte man nicht führen, sondern auf Händen tragen!
Im Zimmer angekommen, dankt Tolstoi dem rührenden Hausherrn und seiner Frau, dann legt er sich hin. Das Fieber steigt im Lauf des Abends auf fast 40°, gegen Mitternacht beginnt der Kranke zu fantasieren, er befürchtet, seine Frau Sofja Andrejewna werde ihm nachfahren.


Flucht oder Befreiung?

An diesem 13. November 1910 (oder 31. Oktober nach dem in Russland damals gültigen julianischen Kalender) war Tolstoi bereits den vierten Tag unterwegs, dennoch wusste er selbst nicht recht, wohin die Reise gehen sollte. Jedenfalls nach Süden, in Richtung Schwarzes Meer, und später, so hoffte Tolstoi, könnte er sich vielleicht in Bulgarien verstecken. Seine Reise glich einer Flucht, wovor - darüber diskutieren die Tolstoi-Interpreten bis heute.
Natürlich, das berühmte Ehe-Zerwürfnis. In 48 Ehejahren hatte Sofja Andrejewna ihrem Mann "treulich gedient", war sechzehnmal schwanger und trug dreizehn Kinder aus, von denen acht das Erwachsenenalter erreichten. Zur Erziehung der Kinder kam die Aufsicht über den Haushalt, die Tolstois führten ein gastliches Haus, außer der eigenen vielköpfigen Familie samt Erziehern und Gouvernanten saßen oft Verwandte und Freunde mit bei Tisch. Und meist nachts schrieb Sofja Andrejewna noch Tolstois Manuskripte ab, in späterer Zeit lag auch die Verantwortung für den Gutsbetrieb auf ihren Schultern.

Nach ersten glücklichen Ehejahren hatte sich der Zwist in den 80ern angebahnt, als Tolstoi im Zuge seiner Hinwendung zum Christentum jeglichen Besitz ablehnte und sein Leben in "Luxus" als Sünde ansah. Sofja Andrejewna, seit der Heirat mit Tolstoi "Gräfin", konnte seine Bekehrung nicht nachvollziehen und kämpfte für sich und die Kinder um den Besitz. Und der bestand nicht nur aus Gütern, sondern auch aus Urheberrechten, denn die Einnahmen aus Tolstois Werken bildeten einen wichtigen Teil des Familienbudgets. Die Situation entspannte sich, als Tolstoi seinen Besitz unter Frau und Kindern aufteilte und Sofja Andrejewna die Nutzung der vor 1881 geschriebenen Werke überließ, somit den Löwenanteil der Erzählprosa.


In Tolstois letzten Lebensjahren spitzte sich der Konflikt erneut zu. Unterm Einfluss seiner Anhänger, besonders seines Vertrauten Tschertkow, vermachte Tolstoi zuletzt sämtliche Werke der Tochter Alexandra, die sie nach seinem Tod zu Gemeineigentum erklären sollte. Das Testament hielt er vor seiner Frau geheim, aber natürlich bekam Sofja Andrejewna davon Wind, wodurch ihr ohnehin schon krankhaftes Misstrauen gesteigert wurde; ihre Nerven waren so zerrüttet, dass sie die Familie mit immer neuen hysterischen Anfällen tyrannisierte. Hinzu kam, dass Tolstoi nun auch Tagebücher vor ihr versteckte oder außer Haus gab; seit der Zeit, als Tolstoi seine Braut mit der Lektüre seiner Junggesellen-Tagebücher schockiert hatte, gehörte die gegenseitige Lektüre der Tagebücher zu den Eheritualen, und solche Intimkenntnis bedeutete für beide, eine gewisse Hoheit über des anderen Biografie zu besitzen. So schwankte das Ehepaar in Tolstois letzten Lebensmonaten andauernd zwischen Extremen, einerseits Beschwörungen ihrer alten Liebe, andrerseits Drohungen: Sie drohte mit Selbstmord, er mit Fortgang oder Flucht.

Tolstois Aufbruch allein aus dem Ehezerwürfnis zu erklären, griffe allerdings zu kurz. Vieles war dem alten Mann lästig geworden. In Jasnaja Poljana riss der Strom der Besucher nicht ab, vor dem Gutshaus standen Bittsteller, die um Lebenshilfe oder Almosen baten, tagtäglich trafen 30 bis 35 Briefe ein. Tolstojaner, oftmals päpstlicher als ihr Idol, drängten ihn zur Konsequenz: Es genüge nicht, den Besitz wegzugeben, er müsse auch dem luxuriösen Leben auf dem Gut entsagen.

Vor allem aber war Flucht ein Reflex, dem Tolstoi im Leben mehrfach nachgab, durch radikale Kehrtwenden befreite er sich aus unerträglich gewordenen Lebenslagen. So, als er lange vor seiner Ehe in den Kaukasus aufbrach; der Entschluss kam derart plötzlich, dass er nicht einmal die notwendigen Papiere mitnahm. Auch in seinen Werken gestaltete er solches Verschwinden, zuletzt im "Lebenden Leichnam" und den "Aufzeichnungen des Starez Fjodor Kusmitsch". Unterzutauchen, als namenloser Wandermönch durch die Lande zu ziehen ... Dass Tolstoi erst jetzt zur Tat schritt, war wohl der Rücksicht auf Sofja Andrejewna geschuldet. Nun aber war es zu spät: Für ein Pilgerdasein fehlte dem kränkelnden alten Mann bereits die Kraft. Übrig blieb eine fast kreatürliche Bewegung - so sucht sich ein Tier zum Sterben zurückzuziehen. Selbst das misslang auf tragische Weise.

Überstürzte Abreise

Den unmittelbaren Anlass lieferte wieder Sofja Andrejewna. Tolstoi hört sie mitten in der Nacht unter seinen Papieren wühlen. Was dann geschah, beschreibt Makovicky: "Im Schlafrock, barfuß in den Schuhen und in der Hand eine Kerze, weckte mich Lew Nikolajewitsch um drei Uhr früh." Er wolle wegfahren, sagt Tolstoi, der Arzt solle mitkommen, Tochter Alexandra packe das Nötigste zusammen. Tolstoi eilt selbst durch die Nacht zum Kutscherhäuschen, weckt den Kutscher und lässt anspannen. Erst auf der Fahrt zum Bahnhof beratschlagt er mit dem Arzt, wohin sie fahren könnten, und erst am Fahrkartenschalter merkt Makovicky, dass sie zu wenig Rubel dabeihaben; er bittet um Fahrkarten "für Tolstoi", das Geld werde nachgereicht - und erhält das Gewünschte. Ein recht kopfloser Aufbruch, bedenkt man, dass die Idee, auf- und davonzugehen, Tolstoi seit einem Vierteljahrhundert beschäftigt.
Erstes Ziel ist das Kloster Optina Pustyn, von dort fährt Tolstoi zu seiner Schwester Marija, die unweit davon in einem Frauenkloster lebt. Aber auch da hält es ihn nicht; als er erfährt, dass Sofja Andrejewna auf die Nachricht von seiner Abreise sich im Gutspark in den Teich gestürzt hat, gleich gerettet wurde, aber schwor, ihm nachzureisen, bricht er wieder auf, nun noch begleitet von Tochter Alexandra und deren Gesellschafterin; Tolstoi hat sie telegrafisch hergebeten.

Am ersten Reisetag hatte es auf einer Teilstrecke nur einen verrauchten Waggon dritter Klasse gegeben, Tolstoi war unterwegs lange vor der Waggontür im Freien gestanden, bei Temperaturen um Null Grad; das rächt sich nun. Der Arzt stellt fest, dass Tolstoi fiebert und Schüttelfrost hat, die Reise muss unterbrochen werden. Auf den Rat eines Schaffners entscheidet sich Makovicky für Astapowo, da es dort neben dem Bahnhof ein Ambulatorium gibt. Als Tolstoi später vom dortigen Arzt befragt wurde und dieser beim Ausfüllen des Krankenblatts vor der Rubrik "Beruf" stockte, riet Tolstoi ihm, "Passagier von Zug Nr.12" einzutragen.



Tod in aller Öffentlichkeit

Der "Titan" wie die Zeitgenossen ihn nannten, hatte seine Berühmtheit unterschätzt. Überall, auf Bahnhöfen wie in Zügen, wird er erkannt, bald entdeckt das Reisegrüppchen in einer Zeitung die Sensationsmeldung "Tolstois Abreise". Auch ein Geheimagent reist mit, wie Makovicky schreibt, verrät er sich dadurch, "dass er fast auf jeder Station ausstieg, sich gegenüber unserem Waggon hinstellte, auf unser Fenster starrte und mehrfach während der Reise in anderer Kleidung erschien".
Am Morgen nach der Ankunft wird Osolin von der Presse telegrafisch um Auskunft bedrängt, bekommt sogar 100 Rubel überwiesen, die er ablehnt, als er erfährt, Tolstoi wünsche solche Publikationen nicht. Bald fällt in Astapowo eine Meute von Zeitungsreportern ein, sie umlagern das Holzhaus, auch "Operateure" mit Filmkameras tauchen auf. Makovicky und Alexandra, ohnehin rund um die Uhr mit der Pflege des Kranken beschäftigt, müssen nun auch die Presse abweisen. Den Bahnhofsvorsteher sucht selbst der Ortsgendarm auszuhorchen, und nicht nur um die Unterbringung vieler Menschen hat sich Osolin zu kümmern, ihm untersteht auch der telegrafische Dienst: In den sieben Tagen bis Tolstois Tod werden 1500 Telegramme von Astapowo abgesandt.
Lew Tolstoi hatte trotz der Reisestrapazen die ganzen Tage weiter gearbeitet, er schrieb oder diktierte und ließ sich aus Zeitungen vorlesen. Vom 16. (3.) November stammt sein letzter eigenhändiger Tagebucheintrag. In der darauffolgenden Nacht diktiert er ebenfalls, aber das Fieber ist hoch, man versteht ihn nicht. Als er ungeduldig verlangt, man solle ihm das Diktierte vorlesen, greift Alexandra in ihrer Not zum "Lesekreis" und liest daraus Tolstois Aphorismen vor - der Vater beruhigt sich.
Mit jedem Tag wächst um das Holzhaus der Trubel. Natürlich hat Sofja Andrejewna vom Aufenthaltsort ihres Ehemanns erfahren, und am 15.11. trifft sie mit Tochter Tatjana und zwei Söhnen per Sonderzug in Astapowo ein. Die Kinder können sie davon abhalten, zu Tolstoi vorzudringen, aber sie späht durch die Fenster, um wenigstens zu erkunden, in welchem Raum sich Tolstoi befindet. Erst eine Stunde vor dem Ende, als Tolstoi bereits im Koma liegt, darf sie zu ihm.
Im Lauf des 19.11. ist Tolstoi nur noch zeitweise bei Bewusstsein, und in einem dieser Augenblicke sagt er zu den beiden Töchtern: "Bitte denkt daran, es gibt ungeheuer viele Menschen auf der Welt, aber ihr schaut nur auf Lew." Danach sind bloß Bruchstücke von seinem Gemurmel im Fieberwahn zu verstehen, Makovicky notiert: "Wie schwer ist es zu sterben" oder "Lasst mich in Ruhe ... Davonlaufen ..." Der Todeskampf dauert die ganze Nacht, erst am Morgen des 20. (7.) November ist er ausgestanden: Um 6 Uhr 5 hört Tolstois Herz zu schlagen auf.

 Am nächsten Tag wird der Leichnam nach Jasnaja Poljana überführt und dort unter Anteilnahme einer tausendköpfigen Menge unweit des Hauses begraben.





Astapowo heute

Nach Tolstois Tod hat in seinem Sterbezimmer nie mehr jemand gewohnt. Osolin schloss den Raum ab, dank seiner Vorsorge blieb alles erhalten. Und im heute frisch restaurierten Museum kann die Führerin stolz darauf hinweisen, dies seien die Eichenbohlen, über die Tolstoi geschritten ist, und an der alten Tapete sind noch die Umrisse von Tolstois Profil zu erkennen, jemand hat den Schatten mit Bleistift nachgezeichnet. Seit 1918 heißt Astapowo "Lew Tolstoi", nun ist jedoch geplant, zumindest der Bahnstation den alten Namen zurückzugeben. Ohnehin lebt der Ort unter dem Namen Astapowo im Bewusstsein der Tolstoi-Verehrer in aller Welt. Hier soll am 20.11., dem hundertsten Todestag, auch die zentrale Gedenkfeier stattfinden.

Gegenüber, am Bahnhofsgebäude hängt nach wie vor die alte Uhr, ihre Zeiger stehen auf 6 Uhr 5, dem Augenblick von Tolstois Tod.

Mittwoch, 24. November 2010

Boris Palmer - ehemaliger Waldorfschüler

Oberbürgermeister von Tübingen

Er selbst schreibt auf seiner Internetseite www.borispalmer.de in seinem Lebenslauf über seine Zeit als Waldorfschüler:


"SCHULE

"Erziehung zur Freiheit" lautet ein Schlagwort der Waldorfschulbewegung. Die meisten Schlagwörter überzeichnen einen Sachverhalt, so auch hier, denn zur Freiheit erziehen, das ist ein Widerspruch in sich. Anstöße zur Entwicklung einer freien Persönlichkeit geben, das ist allerdings möglich. Die Waldorfschule zeichnet sich eben dadurch aus, daß sie diesem hohen Ziel den Vorrang gegenüber der Vermittlung nackten Faktenwissens gibt und zuvörderst aus diesem Grunde betrachte ich es heute als Glücksfall und für meine Entwicklung entscheidendes Ereignis, daß ich die Chance erhielt, eine Waldorfschule zu 
besuchen.


Natürlich wußte ich davon noch nichts, als ich mit sieben Jahren erstmals die Freie Waldorfschule Engelberg betrat, ich hegte einfach nur eine große Vorfreude auf die Schule. Schon bald fühlte ich mich sehr wohl in meiner neuen Umgebung und sah in meiner Klassenlehrerin, Frau Kreßler, eine zweite Mutter. Ich freute mich auf jeden Schultag, lauschte mit Begeisterung den Erzählungen unserer Lehrerin und durchlebte die
Schicksale der verschiedensten Märchenfiguren - noch heute habe ich die Bilder vor mir, die meine Phantasie damals zeichnete. Nach und nach hielten auch Fächer Einzug in den Unterricht, die intellektuell Forderungen stellten, und hier konnte ich immer mehr meine Begabungen ausspielen. Lesen hatte ich ohnehin schon vor der Einschulung gelernt, und besonders im Rechnen wurde ich zum Klassenprimus. Bei all dem bemühte ich mich stets, meiner geliebten Lehrerin zu gefallen, die Hausaufgaben wurden immer erledigt, und wo es Arbeit gab, bot ich stets meine Hilfe an. Nur in den musischen und praktischen Fächern hatte ich meine liebe Müh', doch das ließ sich ertragen, hielt ich dies sowieso für Frauensache.


Mit Beginn der fünften Klasse zerbrach die Kinderwelt allmählich, im gleichen Maße, wie ich im Elternhaus vereinsamte, distanzierte ich mich auch von meiner Schule, von Frau Kreßler und den Klassenkameraden. Aus der Verehrung für die Lehrerin wurde massive Opposition, mein fortschreitender Wissensstand ermöglichte es mir, ihre fachlichen Defizite zu erkennen, die nun ihr unschätzbares Talent im Umgang mit Kindern überdeckten. Innerhalb der Klasse wurde ich zum Sonderling, an dem man zwar nicht vorbeikonnte, den man aber auch nicht mehr als nötig einband. Umso mehr trachtete ich danach, durch Vermehrung meines
Wissensvorsprungs meine Position zu festigen. Doch Befriedigung erwuchs daraus in der Schule nicht, in der siebten Klasse führte ich ein Aufnahmegespräch an einem Gymnasium, und nur die Angst vor dem Unbekannten verhinderte einen Wechsel.


Heute bin ich sehr froh über diese Entwicklung, denn schon bald setzte ein grundlegender Wandel ein. Meine Lehrer erkannten sehr wohl, daß es mir an Aufgaben und Zielen mangelte, da ich die Anforderungen im Unterricht nicht als solche empfand. So stellte mir Herr Peter, mein künftiger Mathematiklehrer, Sonderaufgaben mit dem Stoff höherer Klassen und ich durfte früher als sonst jemand, eine Beleuchterkarriere an unserer Bühne beginnen.


Setze ich sonst voraus, daß die Eigenarten einer Waldorfschule dem geschätzten Leser bekannt sind, so muß ich dies wohl etwas näher erläutern. In der achten und zwölften Klasse werden an unserer Schule sogenannte Klassenspiele aufgeführt, von Shakespeare über Goethe und Schiller bis Zuckmayer und Wilder reicht das Programm. Dazu gibt es an unserer Schule zwei Bühnen, den großen und kleinen Saal, die jeweils mit einer semiprofessionellen Beleuchtungstechnik ausgestattet sind. Herr Morris, mein Englischlehrer, kümmert sich noch heute um deren Einsatz, und so lernte ich damals bei ihm das Handwerk, Theater ins rechte Licht zu setzen. Gleich meine erste große Aufgabe war es, den Kopf des Mephisto in Goethes Faust, den Herr Rüttinger 1987 mit einer zwölften Klasse inszenierte, über fünf Stunden mittels eines Verfolgers in ein grünliches Licht zu setzen. Auf eine Entfernung von zwanzig Metern nicht so einfach!


Viel wichtiger als die technischen und künstlerischen Fertigkeiten, die ich mir als Beleuchter in fünf Jahren erworben habe, waren aber die Kontaktmöglichkeiten, die sich daraus ergaben. Denn die Klassenspiele sind mit eine der Einrichtungen, die die besondere Zusammengehörigkeit der Oberstufe an einer Waldorfschule ermöglichen. Und ich war nun bei Proben und Aufführungen aller Spiele dabei! So fand ich endlich eine Möglichkeit, mich in das soziale Gefüge der Schule einzubringen, und ich hatte sehr großen Spaß daran, ergriff die Chance mit brennendem Eifer. Durch die Freundschaft zu den Beleuchtern meiner Vorgängergeneration, mit denen ich noch heute eng verbunden bin, wurde mir das Tor zur ganzen Oberstufe geöffnet, bald sah man mich nur noch bei den 12ern stehen, wo ich doch gerade in die 9.Klasse gekommen war. So wandelte ich mich vom arroganten Eigenbrötler in der eigenen Klasse zum engagierten Oberstufenschüler.


Zudem konnte ich nun auch meinen Wissensdurst in der Schule besser stillen, denn vom ersten Tag der Oberstufe kehrte ein ganz neuer Arbeitsstil ein, endlich wurde ich in meinen Paradefächern wieder gefordert. Zu meinem neuen Klassenbetreuer, Herrn Schneider, fand ich bald ein noch tieferes Verhältnis als am Anfang meiner Schulzeit zu Frau Kreßler. War es damals kindliche Liebe, so brachte ich ihm nun die aufrichtige Zuneigung eines jungen Erwachsenen entgegen und spürte bald, daß er diese erwiderte, wir verstanden uns glänzend. Der Umbruch war geschafft, ich ging wieder gerne zur Schule, und immer mehr nahm sie mein ganzes Denken und Fühlen ein, ich engagierte mich fast ausnahmslos bei allen Unternehmungen der Schule, und so kam es auch, daß ich dazu stieß, als im Sommer 1988 eine neue Schülerzeitung gegründet werden sollte. Zunächst agierte ich zurückhaltend, übernahm nur wenige Artikel und die Aufgabe, das Layout herzustellen. Gemeinsam mit Ivar, einem jener älteren Beleuchter, arbeitete ich 24 Stunden daran, dann hatten wir die erste Ausgabe des "Steinschlag" vor uns. Welch ein Gefühl, endlich das fertige Heft in Händen zu halten! Von der Nächsten Ausgabe an brachte ich mich auch hier voll ein, immer besser sollte das Heft werden, und bis zur Ausgabe 8 oblag mir die Gestaltung des Heftes, arbeitete ein Team von Freunden in unvergeßlichen Wochen oft tagelang ohne Schlaf an diesem Layout. Ein wenig flüchtete ich aus der von Streit zerrütteten Welt der Eltern in die heile Welt meiner Schule, hier fand ich Anerkennung, Aufgabe und Befriedigung. Unmöglich, all die Klassenspiele, Bälle, Martinsmärkte, Jahresabschlüsse und Vorträge zu erwähnen, zu denen ich in die Schule eilte, kaum eine Veranstaltung, die nicht einen Beleuchter gebrauchen konnte.


Obwohl all diese Aktivitäten sehr zeitaufwendig waren, hatte ich noch genügend Kapazitäten für die Schule frei. In den naturwissenschaftlichen Fächern, aber auch in Geschichte und Deutsch war es für mich selbstverständlich, stets unter den Besten zu sein. Doch anders als in den vorausgegangenen Jahren veranlaßte mich dies nicht mehr zu herablassenden Bemerkungen gegenüber Schwächeren, ich bemühte mich,vom hohen Roß herabzusteigen und erkannte, daß die bessere intellektuelle Ausstattung noch lange keinen besseren Menschen macht.


Sehr hilfreich war mir dabei, daß man an Waldorfschulen großen Wert auf den praktischen Unterricht legt, und hier konnte ich erleben, wo meine Schwächen lagen, daß die meisten Klassenkameraden mir in dieser Hinsicht viel voraus hatten. Wenngleich ich mir heute sage, daß ich im praktischen Unterricht gerade deswegen viel gelernt habe, weil ich dafür nur wenig Talent mitbrachte, waren dies damals natürlich nicht unbedingt meine Lieblingsfächer, so daß ich im elften Schuljahr aus einer einfachen Überlegung heraus eine Entscheidung traf, die mir heute sehr wichtig ist: Aus dem Stundenplan ging hervor, daß zwei Wochenstunden entweder mit einem praktisch-künstlerischen Fach oder mit Latein zu belegen waren. Nun hatte ich in der siebten Klasse, in der der Lateinunterricht beginnt aus reinem Protest die Bitten meiner Klassenlehrerin abgelehnt, in die Lateinklasse einzutreten. Doch kurz entschlossen, fragte ich nun Herrn Stülpnagel, den Lateinlehrer unserer Schule, ob ich wohl versuchsweise noch jetzt in die Riege der Lateinschüler aufgenommen werden könne. Angesichts fehlender Präzedenzfälle hielt er dies für gewagt, doch ebenso für den Versuch wert. In eineinhalb Jahren bereitete ich mich daher auf die schriftliche Prüfung vor, und wenn ich auch oft mit mir selbst kämpfen mußte, faszinierte mich diese Sprache doch immer mehr, der Geist einer alten Zeit sprach durch sie zu mir. Diese Faszination machte es mir schließlich leicht, auch die Prüfung zu bestehen und nach nur zwei Jahren das kleine Latinum in den Händen zu halten.


Natürlich war das zwölfte Schuljahr, das letzte der Waldorfschule vor dem staatlich geprägten Abiturjahr, dadurch nicht ausgefüllt. Ganz im Gegenteil, nie nahm ich an mehr Aktivitäten teil: Im Herbst brachte meine Klasse "Die Heiratsvermittlerin" zur Aufführung, im Frühjahr standen gemeinsame Jahresarbeit und Walldorfabschluß an, wir gingen auf Klassenreise, der Schulchor führte die Carmina Burana auf und noch immer betätigte ich mich als Beleuchter und schrieb Artikel für die Schülerzeitung. Allmählich kündigte sich aber auch das nächste Jahr an, das ganz andere Schwerpunkte setzen sollte. Immer zielstrebiger ging man auf Abituraufgaben zu und mit großer Genugtuung registrierte ich, daß ich nun in der Lage war, Grundkursaufgaben der Mathematik vollständig zu lösen. Dadurch wußte ich endlich, für welchen der beiden einzigen zur Wahl stehenden Leistungskurse ich mich entscheiden sollte, der Mathematik, nicht der englischen Sprache, sollte mein Hauptaugenmerk im letzten Schuljahr gelten.




Unaufhaltsam rückte es näher, und im August des Jahres 1991 saßen wir erstmals in neuer Mischung beieinander, die Schüler der einstigen Parallelklassen, die sich für das Abitur qualifiziert hatten. Es dauerte nur wenigen Wochen, bis sich ein starker Zusammenhalt in der neuen Klasse gebildet hatte, geeint durch das gemeinsame Ziel, das uns voll beanspruchte, fanden wir zueinander. An die Stelle eines sinnlosen Konkurrenzkampfes setzten wir gemeinsames Lernen, hielten so dem Prüfungsdruck stand und knüpften echte Freundschaften. Für mich stand dabei ganz klar die Backbench im Vordergrund, die letzte Reihe, in der vier Jungs aus dem Mathe LK saßen, Ralf, genannt "Ray, der Marxist", Wolfgang, genannt "Wolle, der Wurstfabrikant", Johannes, genannt "Hannes der Marlboroman" und ich, die "1,0". Ich habe mich nie mehr so wohl in einer Gruppe gefühlt, wie in diesem Jahr in unserer Klasse. Die Zeit verging schließlich wie im Flug, und die meisten von uns konnten zufrieden auf ein schönes und erfolgreiches Jahr zurückblicken, wir hatten uns nicht unterkriegen lassen.


Ich denke ebenso gerne an mein Abiturjahr zurück, wie an die Oberstufenzeit. Kein Wunder also, daß ich nach dem erfolgreichen Abschluß meiner Schulzeit nicht nur fröhlich gestimmt war. Dies bedeutete für mich zugleich die Trennung vom bislang wichtigsten Abschnitt meines Lebens, von der Schule, die zum Inbegriff meiner Jugend geworden ist. Schon bald mußte ich erkennen, daß Idealismus und Engagement, Tugenden, die ich an meiner Schule als prägend empfand, in der heutigen Gesellschaft weitaus weniger verbreitet sind, als ich gehofft hatte. Ich bemerkte erst jetzt, wie andersartig ich als Waldorfschüler die Welt sah, wie anders ich fühlte und dachte. Mit meinen Mitschülern und Lehrern hatte mich eine Art Grundkonsens verbunden, der nun völlig fehlte. Ich hatte deswegen manche Krise zu bestehen, doch mein Wille im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten gesellschaftliche Veränderungen zu erstreben, ist noch immer ungebrochen - welchen Sinn könnte das Leben sonst bieten? ....

Montag, 22. November 2010

Christus - Darstellung

Im Berliner Bodemuseum findet man dieses Mosaik aus Ravenna , Italy, 545 AD.
Es ist ein erhabener, würdiger Christus zwischen Michael und Gabriel:

Ravenna Apse Mosaic (545)

Sonntag, 21. November 2010

Neue Trends im Theater

Quelle: http://www.focus.de/kultur/kunst/tid-20490/theater-das-grosse-klassiker-sterben_aid_573483.html"Das große Klassiker-Sterben

Freitag 19.11.2010, 06:05 · von FOCUS-Redakteur Gregor Dolak

Jahrzehntelang spielten die deutschen Theater Shakespeare und Schiller. In der aktuellen Spielzeit drehen sie erstmals den Trend: Autoren der Gegenwart und wilde Text-Collageure erhalten den Vorzug vor den Dichtern und Denkern

Die Entwicklung klingt paradox: Deutschlands Theater spielen immer weniger Theater. Zwar stehen landauf, landab überall Schauspieler auf den Bühnen, sprechen und spielen ihren Text, lieben, leiden, lachen, wüten, weinen. Das Publikum strömt auch noch immer zu Hunderttausenden in die Aufführungen. Weil weiterhin Regisseure inszenieren und Bühnenbildner nach ihren Vorstellungen Kulissen bauen.

Genüge wäre damit der ohnehin äußerst reduzierten Definition von Regie-Altmeister Peter Brook getan: „Ein Mann geht durch einen Raum, während ihm ein anderer zusieht, das ist alles, was für eine Theateraufführung notwendig ist.“ Veritable Dramen führen die deutschen Schauspielhäuser dennoch immer weniger auf.

Uraufführungen und exotische Mischformen

Johan Simons, der neue Intendant an den Münchner Kammerspielen, zeigt in seiner ersten Saison überwiegend Bühnenadaptionen von Romanen und Filmen. Ob am Leipziger Centraltheater, dem Deutschen Theater in Berlin oder dem Staatsschauspiel von Hannover – auf den Spielplänen dominieren Uraufführungen, Text-Collagen, theatralische Projekte, exotische Mischformen aus Literatur und dokumentarischen Formaten. Dialogische Texte, die originär für die Bühne geschrieben wurden, haben es dagegen zunehmend schwer.

Konjunktur haben neuerdings immerhin die lebenden Autoren der Gegenwart. Der Trend zeichnete sich bereits beim Berliner Theatertreffen im Frühjahr ab, zu dem eine Jury die zehn wichtigsten Inszenierungen der abgelaufenen Saison einlud. Erstmals seit mehr als fünfzig Jahren zeigte dieses Festival mehr Werke zeitgenössischer Dichter als Werke von Klassikern. Eine Entwicklung, die sich nun auf den Bühnen in der ganzen Republik fortsetzt. Bei Publikum und Theatermachern beobachtet der Dramatiker Roland Schimmelpfennig “ausgesprochenes Interesse an neuen Texten”. Die Regisseure hätten sich offenbar an den Werken von Shakespeare bis Goethe abgearbeitet, so dass nun Platz in den Theaterprogrammen für druckfrische Ware sei."

Mittwoch, 17. November 2010

Demokratie in den politischen Parteien

In Anknüpfung an den Post "China und die westliche Welt" (http://perseiden.blogspot.com/2010/11/china-und-die-westliche-welt.html) möchte ich auf den Parteitag der CDU hinweisen.
Auch bei Parteitagen geht es nicht um Demokratie, sondern z.B. um Geschlossenheit, Einheitlichkeit.

Dieses Prinzip ist in östlichen Ländern das Normale und entspricht der Lebensempfindung der Masse der Bevölkerung.

Wir belächeln es abfällig, wenn in China die Partei 90 % aller Stimmen erhält, wir nehmen es aber als selbstverständlich hin, dass Frau Merkel auch 90 % aller Stimmen auf ihrem Parteitag bekommt. Die Presse meint sogar, das Ergebnis müsste höher ausfallen.

Die klassischen Parteien, sollen einen demokratischen Staat führen, sind selbst aber gar nicht demokratisch geführt. Nur die Grünen versuchen das demokratische Prinzip auch in ihrer eigenen Partei zu praktizieren.

Wobei ich aber noch einmal bemerken will, dass das demokratische System eigentlich nur der alten griechischen Kultur entspricht und nicht unserer heutigen Zeit.
Heute müssen Formen gefunden werden, wo das Individuum voll einbezogen werden kann. Auch die Parteien sind dafür kein brauchbares Instrument.

Freie Individuen müssen zusammenkommen, in überschaubarer Größe - ohne parteiische Haltung, sondern mit ihren individuellen Meinungen - und sie finden einen aus ihrer Gruppe, den sie wiederum als Individuum in ein nächst höheres Gremium senden. Und immer so weiter. Man arbeitet intensiv  zusammen und aus der Zusammenarbeit ergibt sich dann, wer der freie Delegierte für überregionale Treffen sein kann. 

Italien bei Nacht

Dienstag, 16. November 2010

Unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten


Nach den Hinweisen von Rudolf Steiners Geisteswissenschaft kann man die Menschheitsevolution so verstehen, dass die ausgestorbenen Menschenvorläufer in ihrer Entwicklung zu früh oder zu schnell waren. Sie haben sich zu früh oder zu stark mit der irdischen Substanz verbunden. Ihre Leiber verhärteten sich und wurden dadurch für die weitere Entwicklung unbrauchbar. 

Die Vorläufer der heutigen Menschheit bildeten mehr noch weichere Leiber; Leiber, die noch nicht so hart und physisch waren, dadurch kann man heute keine Überreste mehr von ihnen finden. Was bei den ausgestorbenen Entwicklungslinien z.B. schon zu Knochen verhärtete, das was bei den Vorläufern der heutigen Menschheit noch mehr knorpelartig, deshalb auch nach dem Tode vergänglicher als das Knochenhafte.

Das bereitet der Wissenschaft die großen Kopfschmerzen. Sie kann bisher noch nicht in der dargestellten Weise denken. Sie kann nur materiell-physisch linear denken.

In diesen weicheren Leibern verlief die Entwicklung langsamer, so wie auch heute noch der Mensch sich vom Tier besonders auch dadurch unterscheidet, dass er eine besonders lange Kindheit und Jugend hat, während beim Tier alles ganz schnell verläuft.
Doch die heutige Wissenschaft liefert immer mehr Belege für die Richtigkeit der anthroposophischen Sichtweise:

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(Zitat:)


Fossiler Zahn-Vergleich

Neandertaler mussten schnell erwachsen werden

PBS / Graham Chedd
Wenig Zeit zum Spielen: Neandertaler hatten eine kürzere Kindheit als der Homo-sapiens-Nachwuchs, der zur selben Zeit lebte. Das belegen Unterschiede in fossilen Zähnen. Die Forscher glauben, dass die lange Kindheit dem Menschen einen entscheidenden Vorteil brachte.
Neandertaler hatten eine kürzere Kindheit als der moderne Mensch, berichtet ein internationales Forscherteam, das die Wachstumsspuren in fossilen Zähnen von Neandertalern und modernen Menschen untersucht hat.
Die Neandertaler-Zähne wuchsen demnach deutlich schneller als die moderner Menschen - ein Zeichen dafür, dass die Frühmenschen auch früher erwachsen wurden. Für den Homo sapiens war die lange Kindheit vermutlich ein Segen: Sie scheint dem Menschen in der Evolution einen entscheidenden Vorteil gegenüber seinem Verwandten verschafft zu haben, schreiben Tanya Smith von der Harvard University in Cambridge und ihre Kollegen im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences". Auch Forscher des Max-Planck-Instituts in Leipzig waren an der Untersuchung beteiligt. Ähnlich wie die Jahresringe bei Bäumen geben Wachstumslinien in den Zähnen Auskunft über das Alter eines Menschen. Die ersten bleibenden Backenzähne enthalten sogar eine bestimmte Geburtslinie, mit der sich relativ genau berechnen lässt, in welchem Alter ein Mensch starb.
So gelang es den Forschern um Smith nun, durch eine Art Röntgenverfahren mit Hilfe energiereicher Synchrotron-Strahlen das Wachstum von Neandertaler- und Homo-sapiens-Fossilien nachzuvollziehen. Sie verglichen dazu 90 Zähne von 28 verschiedenen Neandertalern mit 39 Zähnen von neun Homo-sapiens-Fossilien und 464 Zähnen von mehr als 300 jetztzeitlichen Menschen.
Entscheidender evolutionärer Vorteil
Der Vergleich der Zähne machte deutlich: Die Kauwerkzeuge des Neandertalers wuchsen schneller als bei Homo sapiens

Montag, 15. November 2010

Das Wirken der Gene

Dadurch dass die Genetik eine recht junge Wissenschaft ist, werden die allergrößten Irrtümer durch sie in die Welt gesetzt.
Hier zeigt sich die Unwissenschaftlichkeit mancher Wissenschaftler deutlich. Es werden ständig Schlussfolgerungen gezogen, Behauptungen aufgestellt und verbreitet, die jeder exakten wissenschaftlichen  Grundlage entbehren. Nach einigen Jahren kommen dann neue Forschungsergebnisse, die alle alten Theorien umstoßen.

Oft wird nicht deutlich unterschieden, ob man Theorien verbreitet oder Tatsachen. Würde man in der Genetik nur Tatsachen verbreiten, dann wäre das wirklich eine recht langweilige Angelegenheit für die Öffentlichkeit. Also schmückt man sie mit jeder Menge Behauptungen, die der Phantasie mancher Forscher entspringen.

Erst wenn man viele Jahre die Gene eines Menschen z.B. von der Kindheit bis ins Alter hinein analysiert haben wird, kann man etwas über die Gene und ihre Beziehung zum Menschen aussagen.

Aus der Logik einer spirituellen Geisteswissenschaft heraus gilt immer, dass das Physische eine Folge des Geistigen ist, es ist nicht dessen Ursache.
Deshalb kann in den Genen immer nur das abgebildet werden, was der Mensch in sie hineinprägt. Der Mensch bildet die Gene; nicht die Gene den Menschen. So wird er im Leben je nach Veränderung seines Charakters, dies auch in den Genen ausprägen. Verstärkt der Mensch ein gewisses Verhalten, so muss dies auch seine physische, genetische Spur hinterlassen.

Das Kind wird wohl in seiner Genstruktur noch ganz den Eltern ähneln, es hat sie zunächst erst übernommen, und wird sie dann durch seine eigene Persönlichkeit umprägen.
Hier müsste die Genetik noch eine große Forschungsarbeit bewältigen. Aber die bisherige Entwicklung zeigt, dass die Ideen der Geisteswissenschaft nach und nach schon bestätigt werden können.
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Ab hier nur Zitate aus anderen Quellen:
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Interview mit Gen-Pionier
"Verhaltensgenetik steckt in einer großen Krise"
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zUR PERSON

Jon Beckwith, 75, ist Professor für Mikrobiologie und Molekulare Genetik an der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts. Er war 1969 der erste Wissenschaftler, dem es gelang, ein Gen zu isolieren. Seither hat er die atemberaubende Entwicklung der Gentechnik kritisch kommentiert.


DPA
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Verrät die DNA, ob ein Mensch gewalttätig veranlagt ist? Wissenschaftler melden immer öfter spektakuläre Erkenntnisse über Gene. Doch die meisten sind wissenschaftlicher Unfug, sagt Jon Beckwith, einer der Gründerväter der modernen Gentechnik.


SPIEGEL ONLINE: Regelmäßig melden Forscher die Entdeckung immer neuer Gene, die angeblich erklären, warum Menschen depressiv, gewalttätig oder etwa unkonzentriert sind. Was ist davon zu halten?


Jon Beckwith: Diese Studien können Sie getrost vergessen, weil sich wieder und wieder gezeigt hat: Vereinzelte Ergebnisse lassen sich nicht replizieren. Die Verhaltensgenetik des Menschen steckt da in einer großen Krise.


SPIEGEL ONLINE: Aber viele der Studien stehen in angesehenen Fachzeitschriften. Das Magazin "Science" etwa hat sogar geschrieben, man könnte gewalttätige Menschen dereinst an ihren Genen erkennen.


Beckwith: Da ging es um das Gen "MAOA", das für den Stoffwechsel des Botenstoffs Serotonin im Gehirn eine Rolle spielt. Menschen, die in der Kindheit missbraucht wurden und zudem eine auffällige MAOA-Variante trugen, hatten einer Studie zufolge ein erhöhtes Risiko, antisoziales Verhalten zu zeigen. Aber inzwischen gibt es zehn Studien, die versucht haben, die Ergebnisse zu bestätigen. Die meisten konnten den Original-Befund nicht replizieren.


SPIEGEL ONLINE: Die Wissenschaft korrigiert sich selbst. Was ist daran auszusetzen?


Beckwith: Das Problem ist, dass die Öffentlichkeit das Dementi zumeist gar nicht mitbekommt. Voreilige Behauptungen von Verhaltensgenetikern werden in vielen Fällen sogar Teil der Popkultur und tauchen in Schulbüchern auf. Kaum dass wir es merken, wird die öffentliche Meinung von falschen, längst überholten Ideen beeinflusst. Im Fall des MAOA-Gens ging die Diskussion so weit, dass Richter Genetiker fragten, ob die Genetik uns jetzt verrate, dass viele Kriminelle gar keinen freien Willen haben. Von einer Studie, die nur eine Familie untersuchte, wurden mögliche Einflüsse auf Gerichtsurteile abgeleitet - eine erstaunliche Karriere!


SPIEGEL ONLINE: Was folgt daraus?


Beckwith: Die Sprache der DNA ist zu einer sehr verbreiteten Sprache geworden, der Begriff DNA taucht in der Werbung auf, in TV-Shows. Die Vorstellung, die Gene bestimmten alles vor, der genetische Determinismus breitet sich leider allerorten aus.


SPIEGEL ONLINE: Sie haben 1969 als erster Biologe ein Gen aus einem Bakterium isoliert und damit die moderne Gentechnik mitbegründet. Warum warnen ausgerechnet Sie davor, die Macht der Gene zu überschätzen?


Beckwith: Nach der Isolierung des Gens haben wir in Boston sofort in einer Pressekonferenz verkündet, wir seien besorgt. Ich wusste damals noch gar nicht genau, warum ich besorgt war. Aber meine Bedenken haben dazu geführt, dass ich mir am meisten Sorgen mache über den genetischen Determinismus.


SPIEGEL ONLINE: Was tun Sie dagegen?


Beckwith: Am wichtigsten ist mir, Genetikern klarzumachen, dass ihre Arbeit soziale Aspekte mit sich bringt. Sie sollten sich diesen sozialen Fragen stellen und andere Forscher kritisieren, wenn es sein muss. Unsinnige Wissenschaft zu enttarnen, ist eine ehrenwerte Aufgabe.


Das Interview führte Jörg Blech
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Gene sind kein Schicksal: Wie wir unsere Erbanlagen und unser Leben steuern können

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wir sind nicht die Marionetten unserer Gene.
Gene bestimmen unser Leben weit weniger, als wir glauben und als uns nur zu gerne suggeriert wird.
Das Mathe-Gen, das Glücks-Gen, das biologisch vorbestimmte Übergewicht: alles Mythen. Wir selbst haben den größten Einfluss auf unser Leben und unsere Gesundheit.
Tatsächlich bestimmen unsere Gene nur zum Teil unsere Geschicke. Größeren Einfluss haben Erfahrungen, Gedanken, soziale Beziehungen und Umweltfaktoren. So werden unsere Gene durch unseren Lebensstil wie Ton geknetet und geformt.
Der Bestsellerautor und Biologe Jörg Blech zeigt, wie wunderbar wandelbar unsere Gene sind und wie sehr wir selbst unser Leben und unsere Erbanlagen steuern können. Seine Schlussfolgerungen, die sich aus dem neuesten Zweig der Genforschung, der Epigenetik, ergeben, sind revolutionär und werden erstaunliche Auswirkungen auf unsere persönliche wie auch gesellschaftliche Lebensweise haben.

Über den Autor

Jörg Blech, geboren 1966, studierte Biologie und Biochemie in Deutschland und England. Er hat die Hamburger Journalistenschule besucht und ist seit 1994 Medizin- und Wissenschaftsredakteur zunächst beim "Stern", dann bei der "ZEIT". Seit 1999 arbeitet er für den "Spiegel", wo er zahlreiche Titelgeschichten veröffentlicht hat.

Freitag, 12. November 2010

Hinweis:

Widersprüchliches Verhalten

Die Menschen verhalten sich widersprüchlich. Man wird erleben, dass manche Menschen, die viel über gesunde Nahrung reden, dennoch auch bei Aldi einkaufen. Dabei wird ihnen das Widersprüchliche nicht bewusst. Sie denken weiterhin, dass sie sich im Grunde treu an ihre Ideen halten würden.  ...
weiter hier: http://joveniden.blogspot.com/2010/11/widerspruchliches-verhalten.html

Donnerstag, 11. November 2010

Swetlana Geier

Gerade ist Swetlana Geier, eine große Übersetzerin vom Russischen ins Deutsche gestorben. In den Nachrufen konnte man lesen, wie sie beim Übersetzen vorgegangen ist. Ihre Methode ist beispielhaft und überhaupt ein Modell für den lebendigen Umgang mit Sprache und Literatur:

1.Sie lernte viele Texte im Original auswendig.
2. Sie las sie laut und rhythmisch und lauschte nach dem Klang der Sprache.
3, Sie übersetzte ganz frei, nicht Satz für Satz, sondern nach dem Geist des Inhaltes.
4. Sie ließ sich den übersetzten Text von einem Musiker laut vorlesen, lauschte von neuem auf den Klang der Sprache und korrigierte daraufhin, wenn nötig, den Text.
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Aus der FR - NACHRUF SWETLANA GEIER

Die Übersetzerin der Schwergewichte

Swetlana Geier übersetzte die Werke der russischen Literatur-Größen ins Deutsche. Nun ist die in Kiew geborene Schriftstellerin und Übersetzerin gestorben - mit 87. Ihr Credo: «Das Wahre ist das Ganze.»
Swetlana Geier ist tot.
Swetlana Geier ist tot.
FREIBURG –  
Swetlana Geier widmete ihr Leben der Literatur. Mehr als ein halbes Jahrhundert übersetzte sie russische Literatur ins Deutsche, vielfach wurde sie dafür ausgezeichnet. In den vergangenen zwei Jahrzehnten konzentrierte sie sich auf die Romane des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski (1821-81), ihres Lieblingsautors. ...
Geboren wurde Geier in Kiew. Russisch war ihre Heimatsprache, Deutsch lernte sie schon früh. Auf die behütete Kindheit in der frühen Sowjetzeit folgte der politische Terror unter Diktator Josef Stalin. Ihr Vater wurde verhaftet. Zwar kam er nach 18 Monaten frei, doch er starb an den Folgen der Haft. 1941 überfiel Deutschland die Sowjetunion, Kiew wurde besetzt. Mit ihren Deutschkenntnissen arbeitete die Abiturientin Swetlana bei einer deutschen Baufirma. Als die Rote Armee wieder vorrückte und die deutsche Wehrmacht floh, wurden die sprachbegabte junge Frau und ihre Mutter mit nach Deutschland genommen. Zunächst fanden sie sich in einem Lager für Ostarbeiter wieder. 1944 bekam Swetlana einen Studienplatz in Freiburg. Auch die Mutter lebte bis zu ihrem Tod dort.
Swetlana Geier nahm sich als Übersetzerin der Schwergewichte der Literatur an. Dostojewski stand für sie im Mittelpunkt. Zudem übersetzte sie Literatur unter anderem von Leo Tolstoi (1828-1910), Iwan Bunin (1870-1953), Michail Bulgakow (1891-1940), Alexander Puschkin (1799-1837) und Nikolai Gogol (1809-1852) sowie mehrere Romane von Alexander Solschenizyn (1918-2008).
"Nase hoch beim Übersetzen"
Geiers Arbeitsweise war ungewöhnlich. «Nase hoch beim Übersetzen», hatte bereits eine frühe Deutschlehrerin in Kiew die kleine Swetlana gelehrt. Soll heißen: Nicht am Text kleben, «nicht wie eine Gottesanbeterin von links nach rechts an der Zeile entlangkriechen», sondern den gesamten Text im Blick haben. «Das Wahre ist das Ganze», sagte Geier. Also memorierte sie die zu übersetzenden Werke, lernte vielhundertseitige Romane nahezu auswendig.
«Jeden Abend schlage ich nochmals die fünf bis zehn Seiten auf, die ich am nächsten Tag diktieren werde», beschrieb sie ihre Vorgehensweise. Sie scheute sich nicht, altbekannte Titel neu zu definieren und andere Titel zu wählen. Aus «Schuld und Sühne» machte Geier in ihren preisgekrönten Übersetzungen «Verbrechen und Strafe», die «Dämonen» wurden «Böse Geister».
Für Geier war Literatur vor allem gesprochene Sprache. «Je älter ich werde, desto mehr verstehe ich, dass Sprache nicht auf Holz, auf Papier angewiesen ist.» So wie sie den russischen Klang im Ohr hatte, entstand auch die deutsche Fassung zuerst als gesprochenes Wort. Geier diktierte, auch dies war ungewöhnlich. Eine Hilfskraft schrieb auf der Maschine. Dann las ihr ein pensionierter Musiker den deutschen Text wieder vor, kritisierte. Geier lauschte dem Klang und korrigierte. Ein aufwendiges Verfahren. An Aufträgen hat es ihr trotzdem nie gemangelt.... (dpa)
Quelle: http://www.fr-online.de/kultur/die-uebersetzerin-der-schwergewichte/-/1472786/4818544/-/index.html

Mittwoch, 10. November 2010

Ägypten bei Nacht

"Jeder, siehst du ihn einzeln,
ist leidlich klug und verständig.
Sind sie in der Gruppe,
gleich wird dir ein Dummkopf daraus.

Friedrich Schiller

Dienstag, 9. November 2010

China und die westliche Welt

China ist gewissermaßen organisiert wie ein großer Industriekonzern. Niemals würde man in einem Industriekonzern eine demokratische Wahl eines Vorstandsvorsitzenden zulassen. Alles, aber auch alles hat sich im Konzern der Effektivität des Gewinnstrebens unterzuordnen. So muss sich auch in China alles dem
Gemeinwohl unterordnen.

.

Kaum einer käme auf die Idee, zu fordern, dass das im Industriekonzern anders sein sollte. Jeder ordnet sich unter. So kommt auch kein normaler Chinese darauf, an dem dortigen System etwas Unberechtigtes zu erkennen.
Es besteht dort gewissermaßen ein Einklang des politischen, gesellschaftlichen und des industriellen Systems.



Man kann auch sagen, dass jeder Industriekonzern ein kleines China darstellen muss. Das chinesische Herrschaftssystem befindet sich in seinem Entwicklungniveau etwa auf der Stufe der alten ägyptischen Hochkultur.

Ägyptisches System im Wirtschaftsleben
Die Industrie ist bei uns aber noch immer nach dem Modell dieses uralten Systems organisiert, nach dem ägyptisch-pharaonischen System, das bei uns in Mitteleuropa in der Form der Monarchie noch lange weiter existierte und in der katholischen Kirche bis heute seinen deutlichen Ausdruck findet. Keiner merkt aber, dass es in der Industrie noch überall anerkannt wird. Dieses Modell war aber nur richtig für die ägyptische Zeit vor 4000 - 6000 Jahren.

Griechisches System im politischen Leben
Die Politik wird noch immer nach dem griechischen Modell der Demokratie, wie es vor über 2500 Jahren entwickelt und geübt wurde, organisiert.



Neuzeitliches System im gesellschaftlichen Leben 
Die Gesellschaft aber besteht aus Menschen, die seit etwa 500 Jahren ein ganz anderes, neues Bewusstsein ihres Lebens ausbilden. Wir haben es heute an erster Stelle mit individuellen Menschen zu tun. Menschen, die sich nicht mehr in eine industrielle Zwangs-Monarchie einordnen können, ohne daran zu leiden und krank zu werden.

Menschen, die sich nicht mehr dauerhaft und natürlicherweise in Gemeinschaften eingliedern können und wollen, ohne sich zu reiben und zu entzweien.
Für die heutige, individuelle Bewusstseinsstufe ist weder das gesellschaftliche, das politische System noch das industrielle System passend organisiert.

Forderungen nach Volksentscheid zeigen dieses politische Aufbegehren. Aber auch diese Forderung nimmt unbeholfener Weise immer noch das griechische System zum Vorbild und hat noch kein Modell für diese Zeit des modernen Bewusstseins gefunden.

Auch in dem zu gewissen Zeiten durchaus zeitgemäß organisierten Modell der kollegialen Selbstverwaltung der Waldorfschulen kommt es immer wieder zur Übernahme des überholten demokratischen Modells und damit zum Rückfall in alte Zeiten.

Sonntag, 7. November 2010

Earth at Night

Klicken Sie da doch mal drauf...


Der Wirtschaftskreislauf von Wachsen und Vergehen

Wenn man im Herbst erlebt, wie die Blätter fallen und am Boden das Laub vergeht, dann weiß man, dass aus dem Laub der Humus wird, der den Boden für das weitere Wachstum der Pflanzennatur bildet. Ein wunderbarer Kreislauf aus Leben und Sterben.

Man fühlt sich an den Wirtschaftsprozess erinnert. Das Geld ist wie das Laub. Es wächst quasi im Wirtschaftsprozess heran und vergeht im Konsum- oder auch im Schenkungsprozess. In diesem Vergehen liegt immer die Grundlage für das Weitergedeihen des Wirtschaftslebens. 

Goldenes Laub

Ein bisschen von dem Lebensprozess der Bäume bleibt auch dauerhaft, weil es sich im Wachstum von Holz und Ästen befestigt hat. So wird auch ein gewisser Teil des Geldes in der dauerhaften Sicherung der Existenzgrundlagen von Häusern, Fabriken, Infrastruktur oder Maschinen angelegt.

Auch neue Bäumchen können unter Umständen heranwachsen aus den Samen. Das wären in diesem Vergleich Kredite für Investitionen in neue Unternehmensideen.
Flächenkompostierung

Nur ein Unding wäre das Laub, das nicht vergehen wollte. Das ewig bleiben sollte. Das entspräche einer Anhäufung von Geld, ohne dass es in Investitionen, Neugründungen, Konsum oder Schenkungen gleich nach dem Sommer wieder verginge.

Einer, der Geld als Reichtum anhäufen möchte, käme einem Menschen gleich, der von den Bäumen Laub aus goldenen Talern herabregnen lassen wollte. Diese Laubtaler würden sich auf dem Boden stapeln und häufen, keinen Humus bilden und mit der Zeit den Lebensprozess des Baumes ersticken und ertöten. 

Dünger: Was pflanzen stark macht

Häufen sich also in der Welt Geldmassen in großer Weise an, dann erstickt daran der Geld- und Wirtschaftsprozess.

Es muss dann zu Zwangsverrottungen kommen. Viele goldene Geld-Laubhaufen und die Fabrik-Bäume sterben und vergehen dann aus scheinbar unerklärlichen Gründen.

So mussten in den letzten beiden Jahren eben Billionen an Geldsummen vergehen, Fabriken und Betriebe schließen, damit der Wirtschaftslebensprozess wieder weitergehen konnte.

Freitag, 5. November 2010

Ehemalige Waldorfschülerin: Diana Kerry

Diana Kerry, Schwester des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten John Kerry berichtet über die Zeit, die sie an der Rudolf -Steiner-Schule in Berlin im Jahre 1954 (im Alter von 7) verbrachte, während der Vaters dort als Diplomat beim amerikanischen Konsulat arbeitete:

"Damals gingen wir gemeinsam in die Rudolf-Steiner-Schule, nur ein paar hundert Meter von unserem Haus entfernt. Der Unterricht war auf Deutsch. Ich habe natürlich am Anfang nicht viel mitbekommen. Bei einem Theaterstück, musste ich den Teufel spielen – der hatte keinen Text. Am Ende konnte ich aber das ganze Stück auswendig. Ich habe schnell Deutsch gelernt, auch John kann noch ein paar Worte. Ich glaube, diese Zeit in Berlin hat irgendwie die Weichen für mein Leben gestellt. Ich liebe andere Länder, bin später als Lehrerin jeweils für mehrere Jahre nach Teheran, Paris, Bangkok und Jakarta gegangen." (Der Tagesspiegel, 2. November 2004)

Donnerstag, 4. November 2010

Ehemalige Waldorfschülerin: ISE BOSCH

filia-Gründungsstifterin und Vorstandsfrau – Ise Bosch

„Spendenarbeit ist für mich politische Arbeit, soziales Engagement. Und da bin ich nun mal parteiisch für Frauen."
"Und warum nur für Frauen? Warum grenzen Sie sich so ein? Es gibt doch auch Männer auf der Welt, und Kinder!"

Dieser Frage begegne ich oft, wenn ich von meiner Spendenarbeit erzähle. Sie kommt besonders häufig von Frauen - vielleicht, weil Männer sich nicht trauen, sie zu stellen, weil sie mir nicht zu nahe treten wollen, weil sie nicht das Gefühl haben, genug von der Materie zu verstehen, oder im Gegenteil, weil sie eine andere, feststehende Meinung haben.

"Funding Norm doesn't fund Norma" - wer der Norm entsprechend fördert, vernachlässigt automatisch die Frauen. Nur ein Bruchteil der Fördergelder, die durch Stiftungen vergeben werden, erreichen im Endeffekt Frauen, das zeigen Untersuchungen. Stiftungen bilden das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern ab - auch wenn sie ja eigentlich dazu da sind, die Schwächeren zu unterstützen. Frauen brauchen Förderung. Denn: die allermeisten sozialen Probleme treffen Frauen am härtesten. Armut, Gewalt, Migration, Bildung... Weltweit. Finden Sie Gegenbeispiele?! Ich finde nicht viele.

Kinder sind unsere Zukunft. Und wer Kinder effektiv fördern will, sollte deren Mütter und Erzieherinnen fördern. Überall auf der Welt ist das so. Selbst die Weltbank richtet seit geraumer Zeit ihre Förderung gezielt an Frauen (zumindest auf dem Papier).

Das sind Argumente. Argumente überzeugen in meiner Erfahrung sehr oft nicht - weil hinter der Frage mehr steht als eine Frage, die eine Antwort sucht - ein Stück Lebensgeschichte nämlich, und die will zuerst verstanden sein. Hier ist meine:

Als ich im Studium in den USA den Feminismus, die Frauenforschung kennenlernte, wandelte sich meine Sicht der Gesellschaft insgesamt. Ich arbeitete ehrenamtlich in Frauenprojekten und lernte, was es bedeutet, gute Ideen, Motivation, aber zu wenig Geld zu haben. Ich arbeitete mit bei frauenpolitischen Initiativen und bekam es satt, immer unterfinanziert zu sein. Ich bediente die Kasse bei Frauenkonzerten und hörte die Gästinnen über die hohen Eintrittspreise schimpfen - und wusste doch, viele dieser Frauen HABEN Geld, sie sind nur nicht gewohnt, es bewusst einzusetzen. Wer Frauenkultur will, muss in sie investieren. Ich überprüfte meine eigenen Einstellungen zum Reichtum, der so wenig mit meinem Lebensstil zusammenpasste. Und ich ließ mir von Freundinnen sagen: "put your money where your mouth is".

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland begann ich das umzusetzen. Der erste Schritt war die eigene Steuerberaterin - um mich selbst zu zwingen, die geerbte und mit der Familie verflochtene Vermögenslage zu durchschauen. Da guter Rat durch andere Erbinnen extrem wohltuend und inspirierend ist, gründeten wir gemeinsam „Pecunia e.V.“, das Erbinnen-Netzwerk. Und weil wir sozial aktiv werden wollten mit dem geerbten Geld, entstand filia.die frauenstiftung. .... Quelle: http://www.filia-frauenstiftung.de/inhalt/philanthropinnen-und-feminismus/filia-stifterinnen/ise-bosch.html

Mittwoch, 3. November 2010

Schule in USA

In diesem Bericht eines Austauschschülers erfährt man mehr über Amerika als in einem ganzen Jahr durch eine Tageszeitung:

Austausch-Log USA


Maximilian Lüderwaldt, 17, staunte nicht schlecht, als an seiner Schule eine Art Massen-Outing stattfand. Und als er einem Deutsch-Kurs von seiner Heimat erzählte, traute er seinen Ohren kaum.

Da zappt man in seinem Auslandsjahr ab und an mal durch das amerikanische Fernsehen, und alles, was man sieht, sind entweder besonders glückliche oder total am Boden zerstörte Teenager. Und dann geht man am nächsten Tag in die Schule und sieht das ganze wieder - diesmal im echten Leben.

Den sogenannten Challenge Day, der vor Kurzem auch an meiner Schule über die Bühne ging, veranstalten Mitarbeiter eines Projektteams. Sie bauen durch ihre eigenen dramatischen Lebensgeschichten eine emotionale Stimmung auf, und im Laufe des Tages ist es an den Schülern, sich in diversen Gesprächsrunden und Aktivitäten immer weiter zu öffnen und ebenfalls über schlimme Erlebnisse in ihrem Leben zu erzählen.


Etwa 80 Prozent der Schüler plaudern ihr ganzes Privatleben aus. Am Schluss weiß die ganze Schule über die Probleme und Problemchen aller Bescheid. Es wird dramatisch, Mobber entschuldigen sich bei den Gemobbten, Freundschaften werden versprochen, vor allem fließen Tränen. Am nächsten Tag in der Schule ist alles wieder wie vorher.




Footballstars, die keinen Cent verdienen


Die meisten Schüler sind begeistert, Gefühle ausdrücken und große Emotionen sind hier in - das kommt einem als Deutschen in dem Ausmaß etwas fremd vor. Doch genau das sind die spannenden Momente in einem Auslandsjahr: das Beobachten von Kulturunterschieden.


Was in Deutschland der Fußball jede Woche aufs Neue schafft, gilt hier für American Football. Ich besuchte mit meiner Gastfamilie das Footballmatch zweier Universitäten, Ohio State University gegen Indiana University in Columbus. Das Stadion dort, in der Hauptstadt meines Heimatstaats Ohio, ist das sechstgrößte Stadion der Welt. Sitzt man auf der Tribüne und blickt auf das Meer von rotgekleideten Menschen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.


Die Spieler, die bei jedem Spiel über 100.000 Zuschauer anlocken, sind zwar Stars - doch sie verdienen keinen Cent. Sie trainieren und spielen aus "Liebe zum Sport und ihrer Universität", so das Leitbild. Vor dem Spiel findet in der ganzen Stadt sogenanntes "tailgating" statt: Schon am Tag zuvor sichern sich Fans Plätze mit ihren Zelten, Hot-Dog-Grillern und Fernsehern, um am nächsten Tag das Event zu feiern. Das Spiel als solches wird kaum verfolgt, Football ist vor allem ein soziales Event, "to socialize", wie das Zauberwort der Amerikaner heißt.


Keine Chance dem "dirty dancing"


Ein besonderes Event für US-Teenager ist Homecoming, ein meist im Oktober über die Bühne gehender festlicher Anlass mit Sportereignis und Tanz. Wer mit wem in welcher Gruppe mit welcher Kleidung zum Essen ausgeht und danach gemeinsam zum Tanz fährt, beherrscht schon Wochen vor dem Ereignis alle Gespräche in der Schule.


Mädchen zittern, ob sie wohl ein Junge für ein Homecoming-Date fragen wird; es wird eine Homecoming-Queen gewählt; Gruppen werden gebildet. Die Schule sorgt sich derweil um den Tanzstil ihrer Schüler. Meine Schule handhabt das weniger strikt. Eine andere Schule, nicht weit von hier entfernt, filmt die Schüler live beim Tanz, und Eltern verfolgen das Gefilmte - um dem dirty dancing, wie es hier genannt wird, einen Riegel vorzuschieben.


Ein Vorurteil lautet, Amerikaner lebten in ihrer eigenen Welt, und alles, was nicht ihr Land betreffe, interessiere sie auch nicht, außer vielleicht ein paar Kriegsberichte. In dem Ort, in dem ich lebe, trifft das nicht zu. Als ich aber eine andere Highschool besuchte, um dort zu Schülern in deren Deutschunterricht zu sprechen, hörte ich das erste Mal die klassischen Fragen, die angeblich jeder Austauschschüler einmal über sich ergehen lassen muss.


Eine Schülerin kriegte sich vor Staunen gar nicht mehr ein, als ich ihre Frage bejahte, ob es in Deutschland Internet gebe. Als die Lehrerin hinzufügte, dass ich sogar ein Facebook-Profil hätte, hörte das Mädchen endgültig auf, meinen Worten zu glauben - "das kann doch nun wirklich nicht sein".

Montag, 1. November 2010

Architekt: Stefan Behnisch - ehemaliger Waldorfschüler

Born 1957 Stuttgart
1964 - 1976 Freie Waldorfschule in Stuttgart
1976 - 1979 Studies in Philosophy, Philosophische Hochschule der Jesuiten, Munich
1978 Bakkalaureus Artius of Philosophy
1977 - 1979 Studies in Economic Sciences, Ludwig Maximilians University, Munich
1979 - 1987 Studies in Architecture, University of Karlsruhe
1984 - 1985 Works at Stephen Woolley & Associates, Architects in Venice, California/USA
1987 - 1989 with Behnisch & Partner, Stuttgart


Behnisch Architekten


Norddeutsche Landesbank am Friedrichswall, Hannover, 2002



Behnisch Architekten ist ein weltweit agierendes Architekturbüro mit einem breiten Leistungsspektrum. Das Architekturbüro Behnisch Architekten bearbeitet sowohl für öffentliche, als auch für private Auftraggeber Projekte in allen Bereichen von Schulen und Universitäten über Wohnbauten, Verwaltungsgebäude, Museen und Konzerthallen bis zu Sportanlagen und Schwimmbädern.

Das Stuttgarter Büro Behnisch Architekten wurde 1989 von Stefan Behnisch gegründet, ursprünglich als Zweigbüro von Behnisch & Partner, dem Büro von Günter Behnisch.

1991, zwei Jahre nach der Gründung, wurde das Büro unabhängig und begann, Projekte nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland zu realisieren. 1999 wurde ein weiteres Büro in Los Angeles, Kalifornien, gegründet und 2007 folgte ein drittes in Boston, Massachusetts.

Seit 2005 firmiert das Büro als Behnisch Architekten. Vorher verwendete Namen spiegelten die jeweiligen Partnerschaften wider, zum Beispiel Behnisch, Behnisch & Partner. Geleitet wird das Büro von Stefan Behnisch, David Cook und Martin Haas, die Büros in den USA – Behnisch Architects, Inc. in Los Angeles und Behnisch Studio East in Boston – von Stefan Behnisch und Christof Jantzen. Zusammen beschäftigen die drei Büros gut 90 Mitarbeiter.

Stefan Behnisch: „Aufträge von Diktatoren lehne ich ab“

Stefan Behnisch wurde die Architektur in die Wiege gelegt: Sein Vater Günther Behnisch erlangte mit dem Bau des Olympiageländes in München weltweite Bekanntheit. Aber auch Stefan Behnisch ist mittlerweile sehr gut im Geschäft. Im Interview erklärt der Schwabe, warum er Aufträge von Diktatoren ablehnt, nicht an Genieskizzen glaubt und wie er Machtdemonstrationen des Kapitals einschätzt.

Herr Behnisch, Ihr Vater hat mit den Anlagen für die Olympischen Spiele 1972 in München Architekturgeschichte geschrieben. Sie haben erst Philosophie studiert, und sind dann schließlich doch Architekt geworden. Warum?

Als ich auf das Abitur zugesegelt bin, ist jeder davon ausgegangen, dass ich Architektur studiere. Warum, weiß ich nicht. Denn Architektur ist ja keine Erbkrankheit. Und ich habe dann einfach nicht Architektur studiert. Philosophie hat mich interessiert und ich habe es als Studium generale bei den Jesuiten studiert, obwohl ich gar nicht katholisch bin. Parallel dazu habe ich noch Volkswirtschaft gehört. Mein Traum war es eigentlich, Journalist zu werden. Die Architektur hat mich aber nie losgelassen. In meinem Freundeskreis waren einige Architekten. Und dann kam ich zu der Überzeugung, aus Prinzip nicht Architektur zu studieren, ist genauso unsinnig, wie aus Prinzip Architektur zu studieren, und habe mich in Karlsruhe eingeschrieben.

War es eher von Vorteil oder Nachteil, den Namen Behnisch zu tragen?

Natürlich hatte es Vorteile. An der Uni ist das noch untergegangen, da ich zu einer Zeit studierte, in der sich alle mit Vornamen ansprachen. Meine Kommilitonen und Professoren haben fast das gesamte Grundstudium gebraucht, um herauszufinden, welcher von den Stefans "der Behnisch" ist. Ich habe jedenfalls nie mitbekommen, dass es hieß, da kommt der Behnisch, der Schnösel. Später, im Büro meines Vaters war die Situation schwieriger, da durch meine Anwesenheit immer ein zweiter Behnisch im Büro war. Mein Vorteil war aber, dass ich fließend Englisch und Französisch gesprochen habe, was damals noch nicht so üblich war. So kam es, dass ich Auslandsprojekte bearbeitet habe, wie zum Beispiel die Bewerbung Istanbuls für die Olympischen Spiele 2000.

Wie und wann sind Sie dann aus seinem Schatten getreten?

Mein Vater und ich haben recht schnell festgestellt, dass wir am besten örtlich getrennt voneinander arbeiten können. Im Jahr 1989 gründete ich dann mit seiner Unterstützung erst einen Büroableger in Stuttgart, der 1991 selbstständig wurde. Viele Jahre war mein Vater stiller Partner in meinem Büro. Inhaltlich haben wir viele Jahre zusammengearbeitet. Die Büros agierten jedoch nach außen und organisatorisch völlig unabhängig. Der Name Behnisch hat uns von Anfang an großes Vertrauen bei den Auftraggebern gebracht. Viele haben unsere Gesellschafterstruktur aber auch einfach nicht durchschaut. Wir sind durch Wettbewerbserfolge sehr schnell gewachsen. Nach zwei Jahren hatten wir schon 80 Mitarbeiter.

Die deutsche Automobilindustrie hat sich mit dem Porsche- und dem Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart und der BMW-Welt in München eigene Landmarken gesetzt. Wie bewerten Sie das?

Das sind Machtdemonstrationen des Kapitals. Früher haben sich andere Institutionen, wie die Kirchen, die Aristokratie, später dann der Staat so dargestellt. Heute hat die Industrie die finanziellen Mittel für solche Bauwerke. Dass die Institutionen, die über die finanziellen Mittel verfügen, kulturelle Wahrzeichen setzen, finde ich in Ordnung. Die großen Familien der Renaissance haben auch nichts anderes getan. Dies hat sich im Lauf der Geschichte schon oft geändert, und ich bin gespannt, wer der Nächste sein wird. Man sollte immer im Auge behalten, dass das Kapital in den jeweiligen Zeiten das Schaffen des kulturell Großen erst ermöglicht hat.

Hat die deutsche Wirtschaft die Architektur wiederentdeckt?

Nein, ich glaube nicht, dass die deutsche Wirtschaft die Architektur als kulturellen Wert entdeckt hat. Wie sollte sie auch. Kulturelle Werte wurden zumindest in der Architektur nur selten als solche ohne Eigennutz geschaffen. Auch im Barock, in der Renaissance standen handfeste wirtschaftliche Interessen Pate für die Schaffung großartiger Bauten. Die Wirtschaft hat vielmehr erkannt, dass die Architektur ein guter Träger für das Image eines Unternehmens sein und damit zum Erfolg beitragen kann.

Welchen Stellenwert hat die Architektur in Deutschland insgesamt?

Einen geringen, wenn wir die Architektur als kulturelles Schaffen betrachten. Das sehen Sie auch daran, dass die Architektur im Bundesbauministerium hinter dem Schienennetz angesiedelt ist. Einen Bundesbauminister Tiefensee mag man persönlich sehr wertschätzen, von Architektur hat er aber wenig Ahnung. In der Politik wird Architektur bloß als Infrastruktur gesehen. Und wenn es um "große Architektur" geht, bedienen wir uns gerne ausländischer Architekten, was an sich in Ordnung wäre, würde es reziprok ähnlich gehandhabt. In den USA, in Frankreich oder den Niederlanden ist man da wesentlich selbstbewusster und entspannter. Wir leben hier mit einem politischen Systemfehler.