Die Berichte über Soldaten, die "den Krieg nicht mehr verkraften" häufen sich. Auch aus Amerika hört man schon seit dem Vietnamkrieg ähnliche Meldungen. Es stellt sich so die kulturelle Frage: Wie lange wird es noch dauern, bis es in einem zivilisierten, westlichen Land, keine Menschen mehr geben wird, die überhaupt noch in den Krieg ziehen können?
Horror nach der Heimkehr
Immer mehr deutsche Soldaten kehren traumatisiert von ihrem Auslandseinsatz in Afghanistan zurück. Die Zahl der Fälle Posttraumatischer Belastungsstörungen ist in den vergangenen zwei Jahren dramatisch gestiegen. Jetzt wird das Dilemma ein Fall für die Politik.
Die Zahl der Bundeswehrsoldaten, die traumatisiert vom Einsatz in Afghanistan zurückkehren, steigt. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums gegenüber der FDP-Abgeordneten Elke Hoff berichtet, kehrten 2006 noch 55 Soldaten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zurück, 2007 waren es mehr als 130 und im vergangenen Jahr bereits 226. (2009 schon 500) Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) beobachtet die wachsende Zahl schwer traumatisierter Afghanistan-Heimkehrer mit Sorge. "Ich nehme die Entwicklung sehr ernst", sagte er am Dienstag in Leipzig. Jung appellierte an die betroffenen Soldaten, möglichst schnell einen Arzt aufzusuchen. Wichtig sei es, so früh wie möglich die Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu erkennen. Dazu solle auch ein Kompetenz- und Forschungszentrum aufgebaut werden. Einzelheiten dazu gab Jung nicht bekannt; die Diskussion dazu laufe
Freitag, 4. Juni 2010
Traumatisierte Soldaten:
Montag, 31. Mai 2010
Wenn einer schon einmal die Wahrheit sagt:
Dass die Politik nur die Steigbügelhalterin der Wirtschaftsinteressen ist, das darf laut nur die Linke sagen. Und damit ist das Thema auch abgetan. Die Billionen-schweren Finanz-Rettungspakete beweisen es dennoch tagtäglich. Die Politik muss der Wirtschaft dienen, wie der Diener seinem Herrn.
Nun hat es Herr Köhler ganz unverblümt ausgesprochen, dass auch der Krieg ein Mittel ist, um die Wirtschaftsinteressen zu fördern. Wie kann er das nur laut sagen! Ein Bundespräsident muss wissen, dass es verboten ist, in der Politik die Wahrheit zu sagen, auch wenn er es ganz anders gemeint hat:
"In meiner Einschätzung sind wir insgesamt auf dem Wege, in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe, mit dieser Außenhandelsabhängigkeit, auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren - zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch negativ auf unsere Chancen zurückschlagen, bei uns durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Alles das soll diskutiert werden - und ich glaube wir sind auf einem nicht so schlechten Weg."
Sonntag, 30. Mai 2010
MALER UND INFORMATIKER
David Gelernter
David Gelernter wird als einer der berühmtesten Computerwissenschaftler unserer Zeit betrachtet. Er habe wesentlich zur Entwicklung des WWW beigetragen. In der FAZ vom 29.Mai 2010 wird ein Interview mit ihm veröffentlicht. Dieses gibt viel tiefere Einblicke in die Wirklichkeit von Technik und Wissenschaft als alle gelehrten Bücher darüber.
Es wird von ihm bestätigt, dass der wirklich innovative Wissenschaftler Künstler sein muss. Er selber sei an erster Stelle Maler, nur an zweiter sei er Techniker. Wissenschaft muss mit der Welt in einer Beziehung stehen. Die Welt ist nicht wissenschaftlich-technisch organisiert, sondern nach Schönheit und Ästhetik. Jede Pflanze, jedes Tier ist in sich ein vollkommenes Geschöpf, welches in voller Harmonie aller seiner Teile gestaltet ist. Diese Harmonie empfinden wir als Schönheit.
Nun einige Auszüge aus dem Interview:
Ja, ich bin Maler geworden
Der Meister der Softwareentwicklung ist selbst ein Künstler: Warum es für David Gelernter keinen Unterschied zwischen Malerei und Computerwissenschaft gibt.
NEW HAVEN, 28. Mai
Erst kam die Malerei, dann der Computer. In seinen eigenen Worten hört es sich noch dramatischer an: "Ich habe gemalt, bevor ich schreiben konnte. Die Malerei ist meine erste Sprache. Sie ist mir zweite Natur. Ich habe immer in Bildern und Farben gedacht."„Ein erfolgreicher Technologe muss die gleichen ästhetischen Fähigkeiten besitzen wie ein erfolgreicher Künstler. Das war für mich eine interessante Überraschung." Heute weiß er längst, dass Kunst und Computer mehr verbindet als unterscheidet. "Ich bin wirklich nur in der Lage, eine einzige Sache zu tun, und ich tue das immer auf dieselbe Weise. Ich denke in Bildern und über Bilder nach. Auch wenn es um Computer und Software geht."
Gelernter strebt danach, ohne Rücksicht auf konkrete Ingenieurprobleme Software auf einem Niveau zu entwickeln, das ästhetischen Maßstäben standhält. Er will sie menschlich, geistig formen. Aber auch einen Imperativ des Talmuds hat er dabei im Sinn. Er zitiert aus dem Kopf: "Die Tora zu studieren in praktischer Beschäftigung mit der Welt ist voller Schönheit." Er denkt also an Schönheit, wenn er Software entwickelt? Wie einen Blitz lässt er die Antwort einschlagen: "Yes!"
Schönheit führt zur Wahrheit
Alle ernsthaften Ingenieure, Physiker, Mathematiker, so versichert er, ließen sich von Schönheit leiten. "Schönheit bestimmt ihr Tun, sie ist der überwältigende Impuls ihres Lebens." Ergibt sich aus ihr automatisch dann das Nützliche? Wieder holt Gelernter weit aus: "So wie das Universum funktioniert, führt Schönheit zur Wahrheit, aber nicht unbedingt zur utilitaristischen. Doch dem Mathematiker, der an einem Beweis arbeitet, dem Physiker, der nach einer Welttheorie sucht, dem Softwaredesigner, der aus komplizierter Software eine einfache und elegante Version herstellen will, weist Schönheit den richtigen Weg."... (Jordan Meijas)
Freitag, 28. Mai 2010
Logik
"Stephen Hawking meinte: Langfristig wird das Überleben der Menschheit nur sicher sein, wenn wir in das Weltall ausschwärmen und dann zu anderen Sternen. Außerdem hoffe er darauf, dass die Menschen durch einen Eingriff in ihr genetisches Material weiser werden und weniger aggressiv."
"Stephen Hawking ist einer der Gelehrten, die sich Sorgen ums
große Ganze machen. Er steht in einer noblen Tradition von
Physikern des 20.Jahrhunderts, die die Gesellschaft vor der
Gesellschaft warnen und naturgemäß auch vor den Physikern. Beide
Warnungen gefallen mir, sie zeigen den Realitätssinn der großen
Naturwissenschaftler. Ich teile Hawkings Besorgnisse völlig."
Montag, 24. Mai 2010
"Wir haben zu allem die Freiheit!"

Wieder einmal bin ich auf den Apostel "Paulus" gestoßen. Man müsste ihn viel mehr studieren. Sein "angewandtes Christentum" kommt einem immer wieder vor wie ein Vorgänger der "Philosophie der Freiheit" und dem darin enthaltenen moralischen Individualismus:
"Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient dem Guten.Alles ist erlaubt, aber ich darf mich durch nichts beherrschen lassen."1.Korinther 6,12"Wir haben zu allem die Freiheit, aber nicht alles dient dem Guten.Alles ist erlaubt, aber nicht alles hat aufbauende Kraft.Niemand suche das Seine, sondern was dem anderen dient.Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, möget ihr essen, aber ihr sollt deshalb nicht eine besondere Gewissenserforschung anstellen:"Die Erde mit all ihrer Fülle gehört dem Herrn."Lädt euch ein Außenstehender ein und wollt ihr der Einladung folgen, so mögt ihr alles, was man euch vorsetzt, essen, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen."1.Korinther 10,23-26
Samstag, 22. Mai 2010
Lass nie dich erschrecken...
Die Goldenen Sprüche des Pythagoras (Teil III)
VI.
Höre nun, was ich dir sage, und folg' meinem Rat zu deinem eigenen Besten:
Lass nie dich erschrecken oder behindern durch böse und gute Worte der Menschen:
Wenn sie dich verleumden, bedenk', dass man das Übel nur überwindet durch Nichtwiderstreben,
Und lass nie dich verführen durch anderer Menschen Worte und Taten,
Etwas zu denken, zu sagen oder zu tun, was du nicht selbst als gut, vollkommen und würdig erkanntest!

VII.
der Nicht-Erkennende redet und handelt uneingedenk der späteren Folgen;
Du aber suche, richtig zu denken und richtig zu handeln, um Gutes zu wirken,
Und alles zu lernen, was das Leben dich lehrt,
damit du einst seine göttliche Fülle geniessest!
Donnerstag, 20. Mai 2010
Was du tust, tue ganz und mit voller Bewusstheit!
Die Goldenen Sprüche des Pythagoras (Teil II)
I.
Zuerst verehre in allem die ewigen Götter, die geistigen Lenker des Kosmos;
Dann folge deinem Gelübde und dem erhabenen Vorbild der Grossen und Edlen;
Auch den niederen Göttern und Erdschicksalslenkern vergiss nicht zu opfern.
II.
Ehre die Eltern und alle, die deinem Herzen und Geiste verwandt sind.
Und wähle die, deren Tugend am höchsten vollendet, zu Freunden.
Und sei stets bemüht, ihren Worten der Liebe und Taten der Freundschaft zu folgen.
III.
Verachte nie einen Bruder, weil er noch mit Fehlern behaftet;
Denn wenn er nur will, kann auch er sich höherverwandeln.
Erkenne dies wohl und üb' dich, dich selbst zu bemeistern
Und Herr zu sein über Trägheit und Gier, Unmass, Wollust und Zorn.
IV.
Handle niemals gemein und gegen die Stimme des bess'ren Gewissens,
Sondern achte den Willen des göttlichen Selbstes in dir und in andern;
Und strebe, selbstlos gerecht zu sein in Worten und Taten.
Sei deines Denkens und Fühlens Meister;
und was du tust, tue ganz und mit voller Bewusstheit!
Mittwoch, 19. Mai 2010
Pflicht ohne Liebe macht verdireßlich

Die Goldenen Sprüche des Pythagoras (582 - 497 v. Chr.)
(Teil I)
Liebe
ist das einzige
was wächst
wenn wir sie verschenken.
Pflicht ohne Liebe
macht verdriesslich.
Verantwortung ohne Liebe
macht rücksichtslos.
Gerechtigkeit ohne Liebe
macht hart.
Wahrheit ohne Liebe
macht kritiksüchtig.
Erziehung ohne Liebe
macht widerspruchsvoll.
Klugheit ohne Liebe
macht gerissen.
Freundlichkeit ohne Liebe
macht heuchlerisch.
Ordnung ohne Liebe
macht kleinlich.
Sachkenntnis ohne Liebe
macht rechthaberisch.
Macht ohne Liebe
macht gewalttätig.
Ehre ohne Liebe
macht hochmütig.
Besitz ohne Liebe
macht geizig.
Wirklich:
Ohne die Liebe
ist alles in der Welt verkehrt.
Erst die Liebe macht alles gut.
[ Gestaltung MCPassian 1997 - Druck: Hopfengärtner München ]
Dienstag, 18. Mai 2010
Grass wird eingemottet
Sonntag, 16. Mai 2010
HANDY - HUMOR
Tischgespräch
Todschlank: Swissmedic prüft Abnehmpille
Aktualisiert am 27.01.2010 1 Kommentar
Wegen Todesfällen hatte Italien Reductil bereits im Jahr 2002 vom Markt genommen. .....
Bayer ruft Medikament zurück -
Wieder einmal hat ein Pharma Unternehmen ein umstrittenes Medikament vom Markt zurückgezogen. Dieses Mal war es Bayer, die das Herzpräparat Trasylol nach Forderungen von Arzneimittelbehörden zurückriefen......
Sonntag, 9. Mai 2010
Fünf Tipps gegen Lampenfieber
1. Lampenfieber akzeptieren
Wer kennt das nicht? Die Hände zittern, die Knie sind weich, der Puls rast - Lampenfieber! Es stellt sich meist vor wichtigen Terminen ein. "Wer vor anderen auftritt oder etwas vorträgt und sich dabei nicht blamieren möchte, wird schnell zum Opfer des eigenen vegetativen Nervensystems", sagt Irmtraud Tarr. Sie weiß wovon sie in ihrem Buch "Lampenfieber - Stark sein unter Stress" spricht, denn die promovierte Psychotherapeutin ist auch Konzertorganistin und auf den großen Bühnen der Welt unterwegs. "Man kann dem Lampenfieber nicht ausweichen, sondern sollte seine Energie nutzen."
2. Symptome verstärken
Dazu sollte man Symptome wie z.B. zitternde Hände bewusst verstärken. "Damit gewinne ich die Kontrolle", sagt sie. Denn: "Was ich verschlimmern kann, kann ich auch abschwächen." Man solle die Energie des Stresshormons positiv nutzen.
3. Souveränität gewinnen "Werden Sie vom Opfer zum Täter", rät die Autorin. "Lernen Sie, sich einen Auftritt zu eigen zu machen. Und sagen Sie sich statt: 'Ich muss - ich will!'"
4. Präsent sein
Die absolute Präsenz ist ein nicht zu vernachlässigendes Mittel bei der Bewältigung von Lampenfieber. "Seien Sie total im Hier und Jetzt. Konzentrieren Sie sich auf die Sache. Seien Sie prozess- und nicht zielorientiert", rät Irmtraud Tarr.
5. Mit Humor nehmen
"Humor ist die Voraussetzung zur Selbstdistanzierung", schreibt Irmtraud Tarr. "Und alles, was vor einem Auftritt zur Relativierung beiträgt, führt auch zu einem entspannteren Umgang mit Lampenfieber." Egal ob auf der Bühne oder bei einem Vortrag. Relativierung heißt: Weg von der Überhöhung der Situation.
Ein prominentes Beispiel:
1980 sagte die Schauspielerin Hildegard Knef, die unter starkem Lampenfieber litt, in einem Interview: "Ich gerate in Panik vor jedem Auftritt. Mir hat der Karajan mal was Schönes gesagt. Weißt du, Hilde, hat er gesagt, keiner glaubt, dass ich Angst habe, aber ich habe Angst vor jedem Dirigieren, das ahnst du gar nicht. Ich kenne keinen Menschen, der versucht, was Gutes zu machen, der diese Angst nicht hat. Man muss es nur wissen, und irgendwie muss man dann stehen bleiben und sagen: Ach Scheiße, wieso eigentlich?". truedaQuelle: http://www.welt.de/
Donnerstag, 6. Mai 2010
"Für sie war Schönheit etwas Nebensächliches, für uns alles."
Die großen modernen, wissenschaftlichen Errungenschaften wie Mikroskop oder Fernrohr geben ja in Wahrheit kein wirkliches Bild der Welt, sondern ein verfälschtes. Das richtige Bild der Welt erhält der Mensch durch seine Sinne. Nur über Sinneseindrücke können die physischen, seelischen und geistigen Eindrücke in Harmonie kommen und den Menschen zu sinnvollen Erkenntnissen führen.
Henry Miller beschreibt, wie er beim Besuch einer Sternwarte, das geradezu Zerstörerische eines Teleskopes erlebt:
„Ich bezweifle, dass ich die Wirkung dieses ersten atemberaubenden Blickes auf eine zersplitterte Sternenwelt zu beschreiben vermag. Das Bild, das mir als Gleichnis ewig im Gedächtnis bleiben wird, ist eine strahlende Fensterrose in Chartres, die durch eine Handgranate zerschmettert wurde: Ein Gleichnis in doppelter, ja dreifacher Hinsicht – von Ehrfurcht einflößender unzerstörbarer Schönheit, von kosmischer Schändung, vom Ruin der Welt, der wie ein verhängnisvolles Omen in der Luft schwebt, von der Ewigkeit der Schönheit, selbst wenn sie zerstört und entheiligt ist...
Unsere Gastgeber schienen solchen Überlegungen unzugänglich zu sein; sie sprachen gelehrt von Gewichten, Distanzen, Substanzen und so weiter. Sie standen der normalen Tätigkeit ihrer Mitmenschen fremd gegenüber wie wir, aber in einer ganz anderen Weise. Für sie war Schönheit etwas Nebensächliches, für uns alles. Für sie war die physisch-mathematische Welt, die in ihren Instrumenten pulst, durch sie gewogen, gemessen und übermittelt wird, die Wirklichkeit, und Sterne und Planeten waren lediglich Prüfsteine ihrer hervorragenden und unfehlbaren Beweisführung: Für... mich lag die Wirklichkeit völlig jenseits der Reichweite ihrer kümmerlichen Instrumente, die in sich nichts anderes waren als der plumpe Widerschein ihrer beschränkten Phantasie, die auf ewig in dem hypothetischen Gefängnis der Logik eingesperrt ist. ....
Auch bin ich nicht überzeugt von der Wirklichkeit eines Sternes, wenn ich ihn durch das Fernrohr einer Sternwarte sehe. Er mag glänzender sein wundersamer, tausendmal oder millionenmal größer als beim Anblick mit bloßem Auge, aber er ist nicht einen Deut wirklicher. ...
Dienstag, 4. Mai 2010
"Ich weiß, wo das Heil liegt"

"In Epidauros, in der Stille. In dem tiefen Frieden, der über mich kam, hörte ich das Herz der Welt schlagen. Ich weiß, wo das Heil liegt: entsagen muss man, verzichten muss man, sich aufopfern, auf dass unsere kleinen Herzen im Gleichklang mit dem großen Herzen der Welt schlagen. ...
Während ich in dem seltsam lautlosen Amphitheater saß, dachte ich an die lange und gewundene Fahrt, auf der ich schließlich zu diesem heilsamen Mittelpunkt des Friedens gelangte. Niemand hätte eine verworrenere Reise wählen können als ich. Über dreißig Jahre bin ich umhergeirrt wie in einem Labyrinth. Ich hatte jede Freude, jede Verzweiflung gekostet, aber ich hatte nie gewusst, was Friede ist. Alle meine Feinde, einen um den anderen, habe ich unterwegs besiegt, aber den größten Feind von allen hatte ich nicht einmal erkannt- mich selbst.
...Nichts gab es mehr zu erobern: ein Ozean des Friedens lag vor mir. Frei sein – wie ich jetzt erkannte, dass ich es bin -, heißt erkennen, dass jede Eroberung nichtig ist, sogar die Eroberung des eigenen Ich, der letzte Akt der Selbstüberhebung. Um freudvoll zu sein muss man das Ich zum höchsten Gipfel tragen und es dort triumphierend niederlegen. Den Frieden erkennen, ist alles; erst dann, wenn der Verzicht vollendet ist, verschwindet sogar das Bewusstsein von Verzicht. Im Mittelpunkt ist der Friede, und wenn er erlangt ist, ertönt die Stimme lobpreisend und danksagend. Und dass trägt die Stimme weit und fern, bis zu den äußersten Grenzen des Weltalls, dann heilt sie, denn sie bringt Licht und glühendes Mitleid.
Epidauros ist nur ein Symbol, die wahre Stätte liegt im Herzen, im Herzen eines jeden Menschen, er braucht nur haltzumachen und danach zu suchen. Jede Entdeckung ist geheimnisvoll, da sie enthüllt, was so überraschend unmittelbar ist, so nahe, und so lange und genauestens schon bekannt. Der Weise braucht nicht weiter zu wandern, nur der Narr sucht den Goldschatz am Ende des Regenbogens. Doch beiden ist vom Schicksal beschieden, einander zu begegnen und sich zu vereinen. Sie treffen sich im Herzen der Welt, wo Beginn und Ende des Weges ist. Sie treffen sich in der Erkenntnis und verschmelzen in der Transzendenz ihrer Rollen."
Sonntag, 2. Mai 2010
Welt-Gestaltungs-Kräfte
Erdspalte in der Afar-Senke: Neue Flüsse, Meere und Gebirge entstehen normalerweise im Zeitlupentempo - nicht so hier in Nordostafrika. Mit einer in geologischen Maßstäben atemberaubenden Geschwindigkeit entsteht dort ein neuer Ozean, der in einigen Jahrmillionen Afrika durchtrennen wird. Der gesamte Ostafrikanische Grabenbruch reißt auf
Vulkanische Zeugen der Spaltung Afrikas
Entlang des 6000 Kilometer langen Ostafrikanischen Grabens bricht Afrika entzwei. An manchen Stellen zwischen den bis zu drei Kilometer hohen Grabenflanken ist die Erdkruste bereits aufgerissen, dort ist der Weg frei für Magma aus dem Untergrund: Vom Roten Meer bis in den Süden nach Mosambik staffeln sich Vulkane.
Ein aktuelles Bild des Satelliten "Envisat" der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa zeigt die Schnittstelle dreier Giganten: des Ol Doinyo Lengai, des Gelai und des Kitumbeine. Das Falschfarbenbild hebt die Kontraste der Landschaft hervor - tiefe Furchen im Gestein zeichnen sich ab.Der höchste der drei Berge, der knapp 3000 Meter hohe Ol Doinyo Lengai, gilt als einer der seltsamsten Vulkane der Welt. Weiße Lava bedeckt den Vulkan. Der Berg ist die weltweit einzige Quelle für Kalk-Lava. Der sodahaltige Stoff ähnelt in seiner chemischen Zusammensetzung Seife.
Nach einem Ausbruch ist die Lava schwarz wie Tinte. Sobald sich aber Natrium und Kalium mit Luftfeuchtigkeit verbinden, erbleicht das Gemisch. 1966 explodierte der Berg und schuf weiße Landschaften, als die Asche mehr als hundert Kilometer weit übers Land verstreut wurde.
Die anderen beiden Vulkane gelten indes als erloschen; in den vergangenen zehntausend Jahren sind sie nicht ausgebrochen. Offenbar haben Erdplatten-Verschiebungen die Vulkane von der Magmaquelle unter dem Ostafrikanischen Grabenbruch abgeschnitten - ihr Sterben kündet vom Auseinanderbrechen Afrikas.
boj
Freitag, 30. April 2010
This Picture of Earth from Mars
This Picture of Earth from Mars is the Most Amazing Thing Ever. EVER.
Montag, 26. April 2010
„Hier wurde der Arzt selbst geheilt...“


Gerade stieß ich auf ein Buch von Henry Miller, Der Koloss von Maroussi. Er berichtet darin über Griechenland. Der folgende Auszug über Epidauros und die Medizin ist im rororo tb auf Seite 61ff zu finden:
„Wir wachten früh auf und mieteten ein Auto, um nach Epidauros zu fahren. Der Tag begann in tiefsten Frieden. Es war mein erster wirklicher Blick auf den Peloponnes: Es war aber nicht ein Blick, sondern eine Aussicht auf eine stille Welt, eine Welt, wie sie den Menschen eines Tages beschieden wird, wenn er aufhört, Mord und Diebstahl zu frönen... es gibt hier keine Spur von Hässlichkeit, es sei in Linie, Farbe, Form, Gestalt oder Gefühl. Es ist die höchste Vollkommenheit wie Mozartsche Musik. Ich wage sogar zu behaupten, dass man hier Mozarts Wesen mehr spürt als irgendwo in der Welt. Die Straße nach Epidauros ist wie die Straße zur Schöpfung. Man sucht nicht mehr. Man wird still.... Man nimmt teil an der Niederlage der Mächte wie Gier, Bosheit, Neid, Selbstsucht, Hass, Unduldsamkeit, Stolz, Anmaßung, Gerissenheit, Zweideutigkeit und so weiter.
Es ist früher Morgen, am ersten Tag des großen Friedens, des Friedens des Herzens, der durch Entsagung entsteht. Ehe ich nach Epidauros kam, wusste ich nicht, was Friede ist. Wie jeder Mensch hatte ich mein ganzes Leben lang dieses Wort gebraucht, ohne je zu erkennen, dass ich eine Fälschung beging. Friede ist ebenso wenig des Gegenteil von Krieg, wie Tod das Gegenteil von Leben ist. .. Der Friede, den die meisten von uns kennen, ist nichts als eine Einstellung der Feindseligkeiten, ein Waffenstillstand, ein Interregnum, eine Windstille, eine Atempause, aber all das ist negativ....Der Friede des Herzens ist positiv und unbesiegbar, er stellt keine Bedingungen, er benötigt keinen Schutz. Er ist. Wenn das ein Sieg ist, ist es ein eigenartiger Sieg, denn er beruht völlig auf Verzicht, selbstverständlich auf einem freiwilligen Verzicht.
Ich sehe nichts Geheimnisvolles in der Art der Kuren, die in diesem großen therapeutischen Zentrum in der antiken Welt vollbracht wurden: Hier wurde der Arzt selbst geheilt, es war der erste und wichtigste Schritt in der Entwicklung der Kunst, die nicht medizinisch, sondern religiös ist. Und der Patient wurde geheilt, bevor er überhaupt eine Kur durchmachte. Große Ärzte haben stets die Natur als den besten Arzt bezeichnet. Das ist aber nur zum Teil wahr. Allein kann die Natur nichts tun. Die Natur vermag nur zu heilen, wenn der Mensch seinen Platz in der Welt erkennt, der nicht in der Natur ist wie beim Tier, sondern im Bereich des Menschen, dem Bindeglied zwischen der Natur und der Gottheit.
Den Untermenschen unseres glorreichen wissenschaftlichen Zeitalters wird die Verbindung des Rituellen und des Religiösen mit der Heilkunst, wie sie in Epidauros ausgeübt wurde, als reiner Humbug verkommen. In unserer Zeit führt der Blinde den Blinden, und der Kranke geht zum Kranken, um sich heilen zu lassen. Wir machen ständig Fortschritte , die zum Operationstisch führen, zum Armenhaus, in die Irrenanstalt, in den Schützengraben. Wir haben keine Ärzte, wir haben nur Metzger... unsere Gebrachen herauszuschneiden oder abzuschneiden, so dass wir uns als eine Art Krüppel bewegen, bis wir für das Schlachthaus reif sind. Wir verkünden die Entdeckung dieser oder jener Kur, erwähnen aber nicht die neuen Krankheiten, die wir dabei geschaffen haben. ...
Mediziner sind hilflos wie Feldherren, sie führen von Anfang an einen hoffnungslosen Kampf. Was der Mensch will, ist Frieden, um leben zu können. Unsern Nachbarn zu besiegen verleiht ebenso wenig Frieden wie die Behandlung des Krebses Heilung bringt....“
Donnerstag, 22. April 2010
Phänomenal:
Der Sonne so nah
Montag, 19. April 2010
Phil Lesh. Hippie-Legende wird 70
Der frühere Waldorf-Vater und begeisterte Steiner-Leser
Quelle NNA
"In San Francisco feierte in diesen Tagen einer der großen Musiker der Westcoast Musikszene mit einem Konzert im Bill Graham Civic Auditorium seinen 70. Geburtstag.
Der frühere Waldorf-Vater und begeisterte Steiner-Leser Phil Lesh ist seit 50 Jahren unermüdlich vor allem auf US-amerikanischen Bühnen unterwegs und als Bassist der legendären Band Grateful Dead und ihren verschiedenen Reinkarnationen musikalisch und sozial bis heute einflussreich geblieben.
Phil Lesh beschrieb in seinem 2005 veröffentlichten Buch „Searching for the Sound" sein Leben, in dem er offensichtlich nicht nur nach dem Klang suchte. Vom Genuss legaler und illegaler Drogen und unterschiedlichsten sozialen Erfahrungen kam er zu den wesentlichen Schriften von Esoterik und Religion inklusive Rudolf Steiner.
Wie viele Kinder von Mitgliedern der Grateful Dead ging auch sein 1986 geborener Sohn in die Marine County Waldorf School. 1990 wurde Lesh Vegetarier. .... ...weiterlesen bei NNA>
Freitag, 16. April 2010
Das böse Kind
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Vorschau: ZDFtheaterkanal am 19.04.2010
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Die eine Tochter hat ihr Mittelschicht-Elternhaus verlassen, aber die andere, die 19-jährige Janice, schafft einfach nicht den Absprung. Unter dem fürsorglichen Druck ihrer Eltern kapselt sie sich vom Leben ab und versinkt unter einer traditionellen ärztlichen Behandlung in Schizophrenie...
Mehrfach ausgezeichnete, außerordentlich eindringliche psychologisch-soziologische Studie der Gesellschaft und der Familie des Briten Ken Loach
("Looking for Eric").
Film von Ken Loach
Es wird u.a. auch etwa folgender Dialog dargestellt:
Die Eltern sagen zum Kind:"Du bist böse!"
Das Kind antwortet:"Ich bin nicht böse!"
Da es damit den Eltern widerspricht, fühlen sich diese in ihrer Meinung bestätigt.
Hätte das Kind:"Ja", gesagt, dann hätten sie sich genauso bestätigt gefühlt.
Eltern haben also immer recht, wenn sie sagen: "Du bist böse!"
Donnerstag, 15. April 2010
HEFTIGER VULKANAUSBRUCH
Touristen stürmen Island
Der Eyajfall-Gletscher ist aktiv - und zieht Tausende an. Chaos auf Island. Wegen technischer Probleme musste ein Kleinjet auf dem Gletscher notlanden.
Am Wochenende haben sich in Island Tausende Schaulustige zu dem vor etwas über einer Woche aktiv gewordenen Vulkan im Bereich des Eyajfalla-Gletschers begeben. Dabei kam es zu ungewöhnlichen Verkehrsstaus auf den Zufahrtswegen. Ein Kleinflugzeug musste am Samstag wegen eines technischen Gebrechens auf dem Gletscher notlanden. Der allein an Bord befindliche Pilot der Maschine blieb laut Medienberichten unverletzt.
