Mittwoch, 11. November 2009
Sonntag, 8. November 2009
Aus einem Gebet des Heiligen Franziskus
Samstag, 31. Oktober 2009
Russische Werte
Es folgen einige Auszüge aus einem Artikel des russischen Schriftstellers Victor Jerofejewin der FAZ vom 30.10.09 :
"Warum mögen die Russen den Kapitalismus nicht? Historisch erklärt sich das aus einer religiös begründeten Volksmoral, die den Einzelnen dem gemeinschaftlichen Ganzen unterordnet, das Leben auf der Erde als sündhaft und von teuflischen Mächten gelenkt begreift. Demut sowie Verweigerung jeglicher Erfolgsorientiertheit und Privatinitiative stellen das Herzstück der traditionellen russischen Weltanschauung dar. Darauf beruhte in vielerlei Hinsicht jene Form des östlichen Despotismus, die jahrhundertelang als Muster für die unumschränkte Herrschaft der Zaren diente, im Stalinismus vertieft wurde und neuerdings als nützliches Ideal hier und da wiederauftaucht." ...
Montag, 26. Oktober 2009
Gute Literatur
Freitag, 23. Oktober 2009
Individuum und Gemeinschaft
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Ich war ein Sklave in Ägypten...
(Präsident Ezer Weizmann)
(als Stimme des ganzen Israel:) und empfing die Thora auf dem Berge Sinai, und zusammen mit Josua und Elia überschritt ich den Jordan. Ich habe Jerusalem an den Wassern von Babel nicht vergessen, und als der Herr Zion heimführte, war ich unter den Träumenden, die Jerusalems Mauern errichteten. Ich habe meine Familie in Kishinev verloren und bin in Treblinka verbrannt worden. Ich habe im Warschauer Aufstand gekämpft und bin nach Erez Israel gegangen, in mein Land. Erst 200 Generationen sind vergangen, seit ein Mensch namens Abraham aufstand, sein Land zu verlassen und in ein Land zu ziehen, das heute das Land Israel ist. Erst 150 Generationen sind vergangen von der Feuersäule des Auszugs aus Ägypten bis zu den Rauchsäulen der Schoa.
.....Meine Damen und Herren, wir sind ein Volk der Erinnerung und des Gebets. Wir sind ein Volk der Worte und der Hoffnung. Wir haben keine Reiche geschaffen, keine Schlösser und Paläste gebaut. Nur Worte haben wir aneinandergefügt. Möge Frieden noch zu unseren Zeiten gestiftet werden.
Amen.
(Präsident Weizmann am 16.1.1996 in der Rede vor dem Deutschen Bundestag)
Freitag, 9. Oktober 2009
Intellektuelles Denken und Intuition
Intuition siegt über Analyse
Von Jutta Beiner 9. September 2008, 11:19 UhrMuss der Patient auf die Intensivstation? Welche Aktien sollte man kaufen? Experimente zeigen: Das Bauchgefühl entscheidet besser
Princeton - Hat das Prinzip der reinen Vernunft ausgedient? Intuitive Entscheidungen dürfen längst öffentlich, selbst in Politik und Wirtschaft, als solche geoutet werden. Hirnforscher warten auf mit einer Fülle neuer Erkenntnisse rund um das viel zitierte Bauchgefühl. "Die Erforschung der neuronalen Vorgänge, die sich bei intuitiven Entscheidungen vollziehen, erlebt derzeit einen dramatischen Auftrieb", erklärt Jonathan Cohen von der Princeton University (US-Bundesstaat New Jersey).
Erstaunt zeigen sich die Forscher unisono vor allem darüber, wie präzise und erfolgreich solche Entschlüsse oft geraten. "Je komplexer eine Entscheidung, desto mehr sollte man seinem Unbewussten vertrauen", hebt auch der niederländische Sozialpsychologe Ap Dijksterhuis hervor. Sigmunds Freuds Vorstellungen über verdrängte Altlasten, die das Unbewusste belagern, müssen zumindest ergänzt werden.
Neuere Forschungen ergeben, dass dort, in jenen dem Willen unzugänglichen Räumen, auch allerlei Nützliches verborgen liegt, als geheimer Erfahrungsschatz, der intuitiv genutzt werden kann. "Gute Intuition ignoriert Informationen", sagt Professor Gerd Gigerenzer, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut (MPI) für Bildungsforschung. "Ich definiere Intuition durch drei Komponenten", erläutert er. "Zum ersten ist sie ein Urteil, welches schnell im Bewusstsein ist. Es ist einfach da. Zum zweiten ist sie stark genug, um unser Handeln zu leiten. Zum dritten, und dies ist der wesentlichste Punkt, ist Intuition ein unbewusster Prozess."
Gigerenzer ist überzeugt, dass analytische Entscheidungen nicht unbedingt die besseren sind, selbst wenn sie von vielen immer noch bevorzugt werden. Dies belegt auch ein Experiment des Heidelberger Psychologen Henning Plessner: Probanden hatten die Kursverläufe von fünf Aktien von einem Nachrichtenticker laut zu lesen. Außerdem wurde ihnen aufgetragen, die zugleich auf dem Bildschirm gesendeten Werbespots einzuschätzen. Vermittelt wurde ihnen, die Spots seien die Hauptaufgabe. ......
Fortsetzung und Quelle:
Samstag, 3. Oktober 2009
"Lerne zu schweigen"
"Lerne zu schweigen. Schweigen ist Macht. Behandelt man Dich ungerecht, beleidigt man Dich, sag kein Wort, schau sie nur an - und denke. Denke, was Du willst! Lass Dich nicht hinreißen. Es gibt nichts Stärkeres als Wut - außer der Kraft, die sie zurückhält, die ist stärker."Aus: Ulla Hahn, Aufbruch - S. 16
Dienstag, 22. September 2009
Blick hinter die politischen Kulissen
".....So hatte Thatcher am 23. September 1989 bei ihrem Gespräch mit Gorbatschow in Moskau laut geheimer Nachschrift von dessen außenpolitischem Berater Tschernjajew gesagt, wie wir jetzt lesen können:„Großbritannien und Westeuropa sind an einer Vereinigung Deutschlands nicht interessiert.Das mag in offiziellen Verlautbarungen der Nato anders klingen, aber das dürfen Sie ignorieren. Wir wollen die deutsche Wiedervereinigung nicht. Es würde zu Veränderungen der Nachkriegsgrenzen in Europa führen, die Stabilität der gesamten internationalen Situation unterminieren und zur Bedrohung unserer Sicherheit führen.“In diesem Punkt war François Mitterrand mit seiner britischen Kollegin zunächst vollkommend’accord."Quelle: Welt online
Samstag, 19. September 2009
Goethe und Beethoven
"Mein größter Respekt gebührt Beethoven"
"...eine Anekdote über Deutschland, die in China jedes Kind kennt: Als Beethoven und Goethe eines Tages zusammen die Straße entlangspazierten, sei ihnen die Kutsche des Königs entgegengekommen. Beethoven habe sich ihr hocherhobenen Haupts und ohne zur Seite zu weichen, entgegengestellt. Goethe aber sei zur Seite gegangen, habe sich verbeugt und respektvoll seinen Hut gezogen. ....
Ich meldete mich zu Wort und sagte, dass auch mir diese Anekdote wohl bekannt sei, Mo Yan habe jedoch ein wichtiges Detail dieser Geschichte ausgelassen. Beethoven war nämlich dem Wagen des Königs nicht nur nicht ausgewichen, er hatte auch gesagt: „Es gibt viele Könige auf der Welt, aber nur einen Beethoven.“
Quelle: FAZ http://www.faz.net/
Und welches Kind kennt das in Deutschland?
Ein Kämpfer der Freiheit
Beethoven war kein Freund der Fürsten. Er wünschte, daß alle Menschen frei und gleich seien. Das waren damals auch die Gedanken der Französischen Revolution. 1812 lernte Beethoven in einem Kurort den Dichterfürsten Goethe kennen, den er verehrte. Eines Tages kamen den beiden bei einem gemeinsamen Spaziergang die Kaiserin und sehr vornehme Leute entgegen. Während Goethe höflich zur Seite trat und grüßte, machte Beethoven ihnen nicht Platz, sondern ging mitten durch sie hindurch. Für Beethoven war man nicht durch seine Geburt adelig und vornehm, sondern man wurde vornehm durch Tugend und Leistung im Leben.
Und an anderer Stelle:
An der Kreuzung zweier Promenaden im Teplitzer Schlossgarten spielte sich eine der berühmtesten Legenden ab. Am 23. Juli 1812 trafen sich hier zwei Persönlichkeiten der europäischen Kultur – der „Dichterfürst“ Johann Wolfgang von Goethe und der geniale Komponist Ludwig van Beethoven – mit der Kaiserin Marie Ludovika und ihrem Gefolge.
Bettina von Arnim, eine „Salonlöwin“ des 19. Jahrhunderts, zitierte in einem Brief einem ihrer Freunde einige Jahre nach dem Tode beider Künstler nachfolgendes Zeugnis, das ihr angeblich Beethoven selbst anvertraut hätte: „Als wir gestern vom Spaziergang zurückkehrten, trafen wir die ganze kaiserliche Familie. Goethe ließ meinen Arm los und stellte sich an die Seite des Weges. Ich konnte ihn keinen Schritt weiter bewegen. So schob ich mir den Hut in die Stirn, schloss meinen Gehrock, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und ging mitten durch die Gesellschaft hindurch. Prinzen und Höflinge bildeten Spalier, Herzog Rudolf verbeugte sich vor mir und die Kaiserin grüßte als Erste…“,während sich Goethe ehrfurchtsvoll vor dem Gefolge verneigte.
Und an anderer Stelle:
1812 traf er im böhmischen Bad Teplitz mit dem tief verehrten Goethe zusammen. Da kam es zu der berühmten Szene, wie Beethoven beim gemeinsamen Spaziergang den Hofstaat der Kaiserin mit grimmiger Miene zerteilte, während Goethe artig zur Seite trat. «Die Hofluft behagt ihm zu sehr», schrieb Beethoven darüber an seinen Musikverleger, «mehr, als es einem Dichter ziemt.» 1806 hatte er seinen Gönner Fürst Lichnowski belehrt: «Was Sie sind, sind Sie durch Zufall und Geburt. Was ich bin, bin ich durch mich.»
Freitag, 11. September 2009
DIE PFERDE
Wenn der Meister im Wagen fuhr, erlaubte er nicht die Pferde zu schlagen. "Nicht einmal zu schelten brauchst du sie," belehrte er den Fuhrmann, "wenn du sie nur anzureden verstehst."
Samstag, 5. September 2009
DIE KUGEL
Ehe der Meister die beiden Brüder zu lehren begann, sagte er ihnen, wie man sich den ganzen Tag über, vom Erwachen bis zum Einschlafen, führen solle, wobei er ihre bisherigen Gepflogenheiten so, zugleich bestätigend und überwindend, einbezog, als sei ihm all ihr Leben vertraut. Am Schluss sagte er:"Und ehe man sich am Abend hinlegt, macht man eine Rechnung über den ganzen Tag. Und wenn der Mensch sich vorrechnet, wie er nicht einen Augenblick vertan habe, und sein Herz sich erhebt, nehmen sie im Himmel all die guten Werke, ballen sie zu einer Kugel zusammen und schleudern sie in den Abgrund."
DAS WICHTIGSTE
Bald nach dem Tode des Weisen wurde einer seiner Schüler gefragt: "Was war für euren Lehrer das Wichtigste?"Er besann sich, dann gab er die Antwort:"Womit er sich gerade abgab."
Sonntag, 30. August 2009
Weisheit und Wissen
"Eine Gruppe von Menschen glaubte, sie verfüge über Weisheit. Was sie Weisheit nannte war aber nur "Wissen". Denn mancher hält Wissen für Weisheit.
Weisheit ist wie Gold, Wissen wie Pyrit.
Sie klagten darüber, dass immer weniger Menschen Interesse für ihre "Weisheit" zeigten und von ihr hören wollten. Sie wussten aber nicht, dass sie selber schon lange die Weisheit verloren hatten und nur noch "Wissen" predigten.Weisheit ist Leben. Wissen ist der Schatten des Lebens"
Dienstag, 18. August 2009
„Wurzeltage“ kein Gewinn für die Weinprobe
"Britische Supermarktketten benutzen schon lange biodynamischen PflanzkalenderLONDON (NNA). Der biodynamische Aussaat- und Pflanzkalender von Maria Thun ist vermutlich eines der best gehüteten Geheimnisse des Weinhandels. Schon lange arbeiten die großen britischen Supermarktketten nach einem Bericht der Zeitung „The Guardian“ mit dem Kalender, wenn sie Kritiker zu Weinverkostungen einladen.
„Der biodynamische Kalender ist sehr bekannt unter den Leuten, die im Weinhandel arbeiten und sie benutzen ihn schon seit Jahrzehnten“, erläuterte Mary Rochester Gearing, Öffentlichkeitsarbeiterin bei der Tesco-Kette, gegenüber NNA. „Tesco hat ihn in den vergangenen Jahren immer berücksichtigt, wenn wir einen Termin für die Presse festlegen mussten, das macht Marks & Spencer auch so und zwar schon lange“, fügte sie hinzu.
Der Kalender von Maria Thun wird in der biodynamischen Landwirtschaft von den Landwirten verwendet, um den besten Zeitpunkt für Aussaat, Schnitt und Ernte von verschiedenen Feldfrüchten zu bestimmen. Er basiert auf dem Zyklus des Mondes und auf Planetenkonstellationen. Die Tage werden als Frucht, Blüte, Blatt- oder Wurzeltage benannt entsprechend diesen astronomischen Beziehungen. Es gibt auch einen separaten Kalender für Weinkonsumenten.
„Obwohl die biodynamischen Praktiken mit der Arbeit auf dem Feld zu tun haben und dem Weinbau – zum Beispiel die Winzer in Burgund arbeiten damit – geht die Theorie auch dahin, dass der Wein an bestimmten Tagen mehr von seinem Geschmack zeigt als an anderen,“ erklärt Mary Rochester Gearing. „Grundsätzlich macht es Sinn, die Weine dann zu präsentieren, wenn sie am besten schmecken, deswegen versuchen wir immer, unsere Verkostungen an den Blüten- oder Fruchttagen zu veranstalten“.
Unabhängig vom Einsatz des Thun-Kalenders bietet der Supermarktriese Bioweine auch in seinem Sortiment an. „Das ist aber mehr eine Entscheidung der Produzenten und basiert weniger auf der Nachfrage unserer Käufer. Wir stellen das in unserer Werbung auch weniger heraus, weil es eher Verwirrung stiften würde und die Kunden auch nicht in ihrer Kaufentscheidung beeinflusst“, sagte Mary Rochester Gearing gegenüber NNA."...
Fortsetzung:
http://www.nna-news.org/news/
Sonntag, 16. August 2009
Diese Frage stellt man sich immer wieder:
Freitag, 14. August 2009
Ehemaliger Waldorfschüler - Thomas Straumann
Der Basler Unternehmer "Straumann - Zahnimplantate"

Der Basler Unternehmer "Straumann - Zahnimplantate"

Ein Kind, so groß und reich
Wie wird und bleibt einer Milliardär? Der Basler Unternehmer Thomas Straumann weiß es
Der Milliardär betritt in Jeans den Besprechungsraum der erschreckend schönen Villa an der Basler St.-Alban-Anlage. Im Laufe des Gesprächs krempelt er sich die Ärmel seines Hemds hoch. Seine Sprache kann man als direkt bezeichnen. Er lacht auch laut – und erzählt, wie er sich jeweils am Samstag in Jeans und Slippers nach getanem Wocheneinkauf am Basler Marktplatz eine Bratwurst gönnt. So hat man sich einen der reichsten Schweizer, dessen Vermögen auf 1,5 Milliarden Franken geschätzt wird, nicht vorgestellt.
Thomas Straumann hat sich am Leiden anderer gesundgestoßen. Der Baselbieter ist ein Pionier der modernen Medizinaltechnik. Er entwickelt Zahn- und Knochenimplantate. Ende der achtziger Jahre, als ausgelernter Feinmechaniker im familieneigenen Unternehmen namens Straumann erkannte er das riesige Potenzial dieses Geschäfts – nachdem sein Vater am dritten Herzinfarkt verstorben war. Durch diesen Schicksalsschlag erhielten Thomas Straumann und seine drei älteren Schwestern von einem Tag auf den anderen die Verantwortung für ein mittelgroßes Familienunternehmen, ein Unternehmen, das nicht nur in der Medizintechnik tätig war, sondern auch in der Uhrenzulieferindustrie und im Heizungsgeschäft.
Als der Betrieb 1990 unter den Familienmitgliedern aufgeteilt wurde, wählte der damals 27-jährige Sohn das Geschäft mit den Zahnimplantaten, das für sich allein nie tragend gewesen war. Es war ein Glücksgriff, wie man heute weiß. Hat Straumann also nur Glück gehabt, und sein Milliardenvermögen hat sich wie von selbst angehäuft? Er stellt sein Schicksal gerne als glückliche Fügung dar – was natürlich mit der Wirklichkeit nicht sehr viel zu tun hat.
Thomas Straumanns Erfolgrezept ist ein anderes: Er hat sich einen starken Spieltrieb erhalten, er sucht das Risiko – und belohnt sich im Erfolgsfall mit neuem, noch edlerem Spielzeug. So hat er heute einen stattlichen Wagenpark mit seltenen Exemplaren wie einem Aston Martin Thunderball für 2,7 Millionen Franken oder einem Porsche, Baujahr 1948. Und ein paar Rennpferde sowie zwei Hotels, das Grand Hotel Bellevue in Gstaad und das Les Trois Rois in Basel, die er für sehr viel Geld renovieren ließ. Vor der Villa, wo seine Holding namens Centervision ihren Sitz hat, parkt ein sportlicher Porsche Cayenne mit dem Autokennzeichen BS 555.
Seit Kurzem ist Straumann auch Mehrheitsaktionär der Schaffhauser Luxusuhrenfirma H. Moser & Cie, die ihre Einzelfabrikate vor allem reichen Arabern und Chinesen verkauft. Roger Nicholas Balsiger, Urenkel von Firmengründer Heinrich Moser, sagt: »Thomas Straumann ruht sich nicht auf seinem Geld aus. Er investiert in der Forschung und überall dort, wo er emotional interessiert ist. Sein unternehmerisches Denken und Handeln erinnern stark an jenes meines Urgroßvaters.«
Straumann, 46 Jahre alt, einmal geschieden, heute wieder verheiratet und fünffacher Vater, würde nie so über sich selbst sprechen. Er erzählt lieber, er sei kein strebsamer Schüler gewesen, eher eine »faule Socke«, verhehlt deswegen aber keineswegs seinen Stolz, einen Ehrendoktortitel der Universität Basel erhalten zu haben – für seine Verdienste in der Medizinaltechnik. Ein verträumtes Kind sei er gewesen, sagt er, das die beschauliche Rudolf-Steiner-Schule besuchte; erinnert sich dann aber unverhofft, wie in ihm schon als Knirps der unternehmerische Geist spukt, als er vor dem häuslichen Keller einen Tisch aufstellt und der Mutter das vorrätige Gemüse für zehn oder zwanzig Rappen verkauft. Oder: Bereits 14-jährig gründet er seine erste »Firma«, spielerisch: die Haflinger AG, die mit einem entsprechenden Nutzfahrzeug auf dem Firmengelände den Abfall an die Straße hinuntertransportiert und dafür dem Familienbetrieb eine Rechnung stellt. Dass Thomas Straumann bereits in der Lehre einen Porsche 911 fährt, ist nicht etwa auf einen extravaganten Lebensstil in der Familie zurückzuführen, sondern eher auf das Geschick des »Händelers«, seinen alten Volvo zunächst in einen Occasions-BMW umzutauschen und später dafür einen Vorführ-Porsche aufzutreiben. Faule Socke? Von wegen.
»Nach dem Tod des Vaters bot sich eine enorme Chance«, sagt Straumann. Das Unternehmen, 1954 vom Großvater Reinhard Straumann gegründet, war zunächst spezialisiert auf Metalllegierungen für die Uhrenherstellung. Ein Durchbruch in der Verwendung nicht korrodierender Legierungen bei der Behandlung von Knochenbrüchen veranlasste dann den Sohn, Fritz Straumann, sich mit Osteosynthese und Implantologie zu befassen und einen weiteren Geschäftszweig zu erschließen. Nach dem Tod von Fritz Straumann erfolgte 1990 die Abspaltung des Geschäfts mit den Knochenimplantaten, was zur Gründung der Firma Stratec Medical, später Synthes, führte. Thomas Straumann konzentrierte sich mit 25 Beschäftigten auf die damals »noch total jungfräuliche« Dentalimplantologie......
Quelle und Fortsetzung:http://www.zeit.de/2009/
Samstag, 25. Juli 2009
Botho Strauß, Die Fehler des Kopisten
"Wie fehlt mir ein Frager jetzt!Man muss alle wesentlichen Fragen an sich selber richten. Was von anderen kommt, sind ausschließlich Bagtellfragen. Sie fragen ihr Fräglein. ...Wer weiß oder ahnte auch nur, welcher Frage ein Mensch in einem bestimmten Augenblick bedarf? Beinahe jede im Umgangston gestellte Frage enthält eine Schutzfunktion, die davor bewahrt, die entscheidende, die ersehnte, die wirklich naheliegende Frage zu sein." (S.37 f)"Wenn ich Diu (seinen Sohn) nach dem Vorlesen im Bett, sobald er allein ist, sein Gebet sprechen höre, denke ich... um wieviel sinnvoller ist es, das Leben im Vertrauen zu begründen statt im Misstrauen, das mit dem Sturz des Heiligen allzu früh geweckt wird und sich rasch ausbreitet, fortfrisst bis in die Liebe. Während aber das Kind sich im Ganzen aufwärts richtet, blicken die Älteren nur gerührt zu ihm herab, statt von ihm zu lernen." (S.43)
Sonntag, 19. Juli 2009
Ein gewaltiges Grabmal

Am Samstag 18.7.2009 veröffentlichte die Braunschweiger Zeitung einen Artikel von Klaus Herrmann "Nur der Herzog betrat den Dom durch die Tür oberhalb des hohen Chores".
Donnerstag, 16. Juli 2009
Ehemaliger Waldorfschüler - Götz Rehn
Entrepreneur des Jahres 2005
Von Simon Hage und Claus G. Schmalholz
3. Teil: Alnatura - der Körner-Krämer
Der Körner-Krämer
Sieger Handel: Alnatura GmbH
Unternehmenschefs sehen gemeinhin anders aus. Auf der Homepage zeigt sich Alnatura-Gründer Götz E. Rehn ganz wie es das Klischee verlangt: ein freundlicher Herr mit schütterem Haar. Über dem dicken Wollpulli trägt er eine grobe Schürze, in den Händen hält er einen Strauch Tomaten, natürlich Bio-Tomaten.
Mitte der 80er Jahre trat Rehn mit seiner Firma Alnatura an, eine Alternative zu bieten zu den herkömmlichen Einkaufshäusern und ihren Produktpaletten.
Rehn, geboren 1950 in Freiburg, arbeitete nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre beim Nestlé-Konzern, zuletzt als Produktgruppenleiter Schokolade für die Bereiche Deutschland und Europa.
Das Bio-Unternehmen Alnatura gründete er 1984, als der Großteil der Bevölkerung noch nicht in Vollkornriegel beißen mochte. Drei Jahre später eröffnete der einstige Waldorfschüler seinen ersten Supermarkt in Mannheim.
Inzwischen gibt es 20 Filialen in ganz Westdeutschland. Und die Expansion ist längst nicht abgeschlossen. Die Zielmarke für die Zukunft liegt bei etwa 40 Bio-Märkten. Auch in die konventionellen Drogerie- und Supermärkte hat Rehn mit seinen rund 550 verschiedenen Naturprodukten, von Tees bis Teigwaren, längst Einzug gehalten: Alnatura-Artikel gibt es unter anderem auch bei Budni, in den dm-Drogeriemärkten, bei Hit und Feneberg.
Der Erfolg schlägt sich spürbar in den Geschäftszahlen nieder: Der Netto-Umsatz hat sich von rund 45 auf 117 Millionen Euro zwischen den Jahren 2000 und 2004 mehr als verdoppelt, der Vorsteuergewinn gar vervierfacht, von 1,4 auf 5,5 Millionen Euro. Bei solchen Wachstumsraten braucht Rehn ständig zusätzliche Fachkräfte und bildete daher zuletzt stets zwischen 14 und 21 Leuten aus. Bemerkenswert: 16 der 25 Führungspositionen im Unternehmen sind mit Frauen besetzt. Das schaffen nicht einmal die Grünen.
Preiswertes Outsourcing auf Kosten heimischer Arbeitsplätze? Nein, denn auch in Deutschland stieg die Zahl der festangestellten Alnatura-Mitarbeiter seit dem Jahr 2000 von 180 auf 280. So hat der Mann mit der Schürze also allen Grund, weiterhin freundlich dreinzublicken.
Quelle :http://www.manager-magazin.de/
Montag, 13. Juli 2009
Handeln heißt leben
Jean-Marie Guyau
1854 - 1888
Auf einer niedrigeren Entwicklungsstufe stehen gebliebene Geschöpfe betätigen sich nur in wenigen bestimmten Richtungen; dann ruhen sie sich aus, vergeuden ihre Kraft in absoluter Untätigkeit, wie z.B. der Jagdhund, der bis zu dem Augenblick der Jagd schläft. Die höheren Wesen dagegen erholen sich durch die Verschiedenheit der Arbeit, wie ein Feld sich ausruht durch die Fruchtfolge. Das Ziel, das man bei einer bewussten Regelung der menschlichen Aktivität verfolgen muss, besteht also in der äußersten Beschränkung der Perioden der Brache auf das Notwendige. Handeln heißt leben; mehr handeln, heißt das innere Leben steigern. Von diesem Gesichtspunkte aus sind Untätigkeit und Trägheit die schlimmsten Laster; das sittliche Ideal muss Tätigkeit in all der Mannigfaltigkeit ihrer Erscheinungsformen sein, wenigstens der Formen, die sich nicht gegenseitig aufheben, oder die nicht einen dauernden Kraftverlust hervorbringen.
aus: Sittlichkeit ohne Pflicht (1885)
Sonntag, 12. Juli 2009
Du mußt dein Leben ändern - Über Anthropotechnik
Peter Sloterdijk (-aktiver Link)
Was man von der Anthroposophie her längst weiß, darauf ist inzwischen auch Deutschlands Fernseh-Philosoph gekommen. Obwohl ich das Buch nicht kenne, so scheint es mir doch für Menschen, die noch nicht Übende sind, recht empfehlenswert.
Andererseits ist es recht bemerkenswert, dass ein solches Buch erscheint und damit die Öffentlichkeit auf eine Tatsache hinweist, die an der Zeit ist.
"Der Mensch als Übender, als sich durch Übungen selbst erzeugendes Wesen", in diesem Satz ist eine bedeutsame Weisheit enthalten.
"ISBN: 978-3-518-41995-3
Erschienen: 24.03.2009
Gebunden, 723 SeitenInhalt
In seinem neuen großen Essay über die Natur des Menschen betreibt Peter Sloterdijk Märchen-Kritik: Als Kritik des Märchens von der Rückkehr der Religion könnte man seine Thesen verstehen. Doch nicht die Religion kehrt zurück. Es verschafft sich vielmehr etwas ganz Fundamentales in der Gegenwart Raum: Der Mensch als Übender, als sich durch Übungen selbst erzeugendes Wesen. Rainer Maria Rilke hat den Antrieb zu solchen Exerzitien zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Form gefaßt: »Du mußt dein Leben ändern.«
In seinem Plädoyer für die Ausweitung der Übungszone des einzelnen wie der Gesellschaft entwirft Peter Sloterdijk eine grundlegende und grundlegend neue Anthropologie. Den Kern seiner Wissenschaft vom Menschen bildet die Einsicht von der Selbstbildung alles Humanen. Seine Aktivitäten wirken unablässig auf ihn zurück: die Arbeit auf den Arbeiter, die Kommunikation auf den Kommunizierenden, die Gefühle auf den Fühlenden ... Es sind die ausdrücklich übenden Menschen, die diese Existenzweise am deutlichsten verkörpern: Bauern, Arbeiter, Krieger, Schreiber, Yogi, Rhetoren, Instrumentalvirtuosen oder Models. Ihre Trainingspläne und Höchstleistungen versammelt dieses Buch zu einer vergnüglich-instruktiven Lektüre von den Übungen, die erforderlich sind, ein Mensch zu sein."
Ehemaliger Waldorfschüler - Wolfgang Porsche
Wolfgang Porsche gilt als Diplomat der Porsche-Eignerfamilien
Wolfgang Porsche muss im endlosen Übernahmepoker des Sportwagenbauers mit VW bald Entscheidungen treffen, die den Ausgang bestimmen werden. Eines steht schon jetzt fest: Es wird am Ende Verlierer geben
Wolfgang Porsche gilt als Diplomat der Porsche-Eignerfamilien. Doch nun wird er auch seine harte Seite zeigen müssen
Die Stimme ist freundlich, das Lächeln weicht nicht aus seinem Gesicht. Auch nicht bei eher unangenehmen Fragen. "Diese Diskussion führen wir nicht in der Öffentlichkeit", sagt Wolfgang Porsche, als er auf den Machtkampf zwischen Porsche und VW, zwischen ihm und seinem Cousin Ferdinand Piëch angesprochen wird. Das war Mitte Mai auf der Hauptversammlung der Volkswagen-Tochter Audi. Wolfgang Porsche saß in der ersten Reihe des Audi-Forums in Neckarsulm und ließ sich in aller Seelenruhe fotografieren.
Der 66-jährige Porsche-Aufsichtsratsvorsitzende hat weder das aufbrausende Temperament von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking noch die Härte eines Ferdinand Piëch, der dem Aufsichtsrat von Volkswagen vorsteht. Er, der einst eine Waldorfschule besuchte und Porsche-Raritäten sammelt, ist der Diplomat der Familie. Doch in den kommenden Wochen ist mehr als ausgleichendes Geschick gefragt. Wolfgang Porsche hält das Schicksal des Sportwagenherstellers, das von Europas größtem Autobauer VW, von Wiedeking und Piëch in den Händen. Und eines ist bereits sicher: Anders als Wiedeking es im Verlauf des Porsche-VW-Übernahmepokers angekündigt hat, wird es Verlierer geben.
Die gesamte Situation muss für Wolfgang Porsche äußerst unbehaglich sein. Der vierfache Vater ist zwar ein Zahlenmensch und ein Krimifreund, aber ein eher feinsinniger und leiser Mann, der seine Zeit auch mit Malerei verbringt. Seit fast zwei Jahrzehnten kümmert er sich um die Familienbeteiligungen. 27 Jahre lang war er Importeur für Yamaha-Motorräder in Österreich, und Familiengespräch ist immer noch, dass er seinem Cousin Ferdinand Piëch einst eine Vier-Zylinder-Maschine lediglich mit einem Minirabatt verkaufte.
Ganzer Artikel: http://www.welt.de/wams
Mittwoch, 8. Juli 2009
Saul Bellow

Anthroposophisch orientierte oder inspirierte Menschen im öffentlichen Leben
_13.3.09
Saul Bellow und die Anthroposophie
Von Lorenzo Ravagli
Der Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse geht dieses Jahr an Eike Schönfeld für seine Übertragung des Romans Humboldts Gift von Saul Bellow.
Aus der Begründung der Jury: »Dieser Roman ist ein todtrauriges, grandios komisches Buch über Literatur, Liebe und Leben, Begierde und Tod. Er ist ein überwältigendes Sprach- und Erzählspiel, eine, wie es Saul Bellow selbst sagte, Komödie des ›schwachsinnigen Infernos‹. Schönfeld, einer der sprachwitzigsten, tonsichersten und fleißigsten Übersetzer aus dem Amerikanischen ins Deutsche, hat sich als idealer Botschafter für dieses Werk erwiesen. Seine kongeniale Übertragung ist genauso ›lebendig, ironisch, spöttisch und klug‹, wie der San Francisco Examiner den Ursprungstext einst charakterisierte.«
Der Roman von Saul Bellow ist aber auch ein Dokument für die Beschäftigung seines Autors mit Anthroposophie. Wie bei einem Teppichgewebe durchziehen die Fäden des anthroposophischen Gedankenguts die dahinstürmenden inneren Monologe des Ich-Erzählers.
...
»Ich widmete den Steiner-Meditationen lange Stunden und tat mein Bestes, den Toten nahezukommen ... Ich war der Auffassung, dass die uneingeweihten Toten in ihrer Unwissenheit Schnitzer machten und litten. Besonders in den ersten Phasen fühlte die Seele, die leidenschaftlich mit ihrem Körper vereint und mit Erde befleckt und dann plötzlich getrennt war, eine Lücke, so wie die Amputierten ihre fehlenden Beine spüren. Die erst kürzlich Verstorbenen sahen von Anfang bis Ende alles, was ihnen zugestoßen war, das ganze beklageswerte Leben. Sie brannten vor Schmerz. Die Kinder, die toten Kinder insbesondere, konnten ihr Leben nicht verlassen und blieben unsichtbar nahe bei denen, die sie liebten, und weinten. Für diese Kinder brauchten wir Rituale – tut etwas für die Kinder, um Himmels willen! Die älteren Toten waren besser gerüstet und kamen und gingen bedächtiger. Die Dahingeschiedenen wirkten im unbewussten Teil einer jeden lebendigen Seele, und einige unserer höchsten Vorhaben waren möglicherweise von ihnen eingegegeben ... Die Seelen der Toten hungerten nach der Vollendung ihrer Läuterung und nach der Wahrheit ... Die Zeit, die Toten etwas zu fragen, sind die letzten Augenblicke vor dem Einschlafen. Die Toten hingegen erreichen uns am leichtesten, wenn wir gerade erwachen ... Eine okkulte Eigentümlichkeit, an die ich mich nicht gewöhnen konnte, war, dass die Frage, die wir stellten, nicht uns entsprang, sondern den Toten, an die sie gerichtet war. Wenn die Toten antworteten, war es eigentlich die eigene Seele, die sprach. Solch eine spiegelhafte Umkehrung war schwer zu begreifen. Ich habe lange darüber nachgegrübelt.«
Von Kathleen gefragt, was er tun wolle, wenn ein Bekannter von ihm außer Gefahr sei, antwortet der Ich-Erzähler: »dass ich dann wahrscheinlich einen Monat in Dornach bei Basel verbringen würde, in dem Schweizer Steiner-Zentrum, dem Goetheanum. Vielleicht würde ich mir dort ein Haus mieten, wo Mary und Lish den Sommer mit mir verbringen könnten.«
Als ich Ende der 1970er Jahre in Dornach studierte, fanden intime Seminare über die Mysteriendramen Rudolf Steiners in einem Haus statt, das zu dieser Zeit vom Literaturnobelpreisträger Saul Bellow angemietet worden war. Bellow selbst bin ich damals leider nicht begegnet. ...."
.....Weiter unter: http://www.anthroposophy.com/anthroblog/2009/03/saul-bellow-und-die-anthroposophie.html
Seit Winnenden 148 Amokdrohungen in Bayern
"Von Joachim Peter 7. Juli 2009, 16:19 UhrEine interne Liste des bayerischen Innenministeriums zeigt eine erschreckende Entwicklung auf. Seit dem Amoklauf von Winnenden registrieren die Behörden Woche für Woche Morddrohungen an Schulen. Schüler wurden in psychiatrische Behandlung übergeben. Sogar ein Lehrer wollte sich mit einem Gewaltakt rächen....
Mehr unter: http://www.welt.de/Winnenden
Dienstag, 30. Juni 2009
Galsan Tschinag
"Als Fleisch und Blut bin ich mongolisch.
Als Glaubenssubjekt bin ich schamanisch.
Als Geistwesen bin ich Deutscher."
Beim freien, modernen Menschen ist die Zugehörigkeit zu einem Volk für sein Bewusstsein nicht mehr ausschlaggebend.
Mehr über ihn auf der Seite des GOETHE-INSTITUTS:
Galsan Tschinag – Literat und Schamane
Deutsch schreibender Literat, mongolischer Staatsbürger, tuwinischer Schamane: Der Chamisso-Preisträger Galsan Tschinag repräsentiert viele Welten. Selbst im heutigen Deutschland hört sich "Galsan" fremd an. "Tschinag" selbstverständlich auch. Geradezu exotisch jedoch klingt sein eigentlicher Name: Irgit Schynykbai-Oglu Dshuruk-Uwaa. Aufgewachsen ist dieser mutmaßlich 1943 als jüngster Sohn einer Nomaden-Familie geborene Künstler im westmongolischen Altai-Gebirge. Dort verbringt er auch heute noch den größten Teil seiner Zeit. Denn Galsan Tschinag ist seit einigen Jahren das sogenannte Stammesoberhaupt der turksprachigen Tuwa, einer ethischen Minderheit in der Mongolei. Er ist ein gewiefter Politiker, ein leidenschaftlicher Pferdenarr, ein wortgewandter Schamane und manches mehr. Und quasi nebenbei auch ein anerkannter deutscher Schriftsteller, der bereits 1992 mit dem renommierten Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet wurde. Einem Preis, den bekanntlich nur Dichter erhalten, die herausragende Literatur in deutscher Sprache schreiben – und eine andere Muttersprache haben. Ganz abgesehen davon dürfte es nicht allzuviele Menschen geben, die den "Mongolischen Orden des Roten Arbeiterbanners erhalten haben und ein paar Jahre später das Bundesverdienstkreuz. Der Tuwa-Dokumentarist Tschinag, ein Brückenbauer und Kulturvermittler zwischen Asien und Europa, besitzt beides.
Literarische Anfänge in der DDR
Im Kalten Krieg fing alles an, denn zum sogenannten Ostblock gehörte damals, von der großen Welt nur am Rande beachtet, auch die Mongolische Volksrepublik. Nur wenige ihrer Staatsbürger konnten im befreundeten Ausland studieren. Tschinag war einer von ihnen. Er kam 1962 in die DDR, lernte am angesehenen Leipziger Herder-Institut das lateinische Alphabet und die deutsche Sprache, studierte sogleich Germanistik und lernte bald den Schriftsteller und Pferdeliebhaber Erwin Strittmatter kennen, der sich später für den jungen Autor einsetzte. Nach der Rückkehr in die ferne Heimat arbeitete er als Deutsch-Dozent an der Universität von Ulaanbaatar, bis er wegen "politischer Unzuverlässigkeit" gehen musste. Galsan Tschinag übersetzte weiterhin deutsche Literatur ins Mongolische und ließ seine Verbindungen nach Deutschland nie ganz abreißen. ....Weiter: http://www.goethe.de/
Freitag, 26. Juni 2009
Ehemalige Waldorfschülerin - Karoline Herfurth
Welche Schlüsselqualifikationen sind im Beruf wirklich wichtig? Heute: Schauspielerin Karoline Herfurth, 25, über Lernbereitschaft
In Stellenanzeigen wird von Bewerbern einiges verlangt: Teamfähig sollen sie sein, flexibel und zuverlässig. Doch wie wichtig sind Schlüsselqualifikationen im Job wirklich? Wir fragen bekannte Persönlichkeiten.
jetzt.de: Nach dem Film „Im Winter ein Jahr“ haben sich die Feuilletons vor Lob geradezu überschlagen. Bist du jetzt schon eine vollkommene Schauspielerin?
Karoline Herfurth: Um Gottes Willen, dieses Gefühl habe ich nicht! Und ich hoffe, dass ich das Gefühl, vollkommen zu sein, auch mit 50 nicht haben werde. Das wäre doch sehr langweilig. ...
Du hast eine Waldorfschule besucht. Hat diese Zeit deine Lernbereitschaft geprägt?
Die Waldorfschule hat mir in der Tat die Freiheit gegeben, meine Interessen zu entwickeln und Schwerpunkte zu finden. Dadurch habe ich einen ungeheuren Spaß am Lernen entwickelt. ....



Karoline Herfurth, 25, wurde durch ihre Rollen in "Crazy" und "Mädchen, Mädchen" bekannt. Große Aufmerksamkeit erlangte sie durch ihre Nebenrollen in "Das Parfum" und in "Der Vorleser" an der Seite von Kate Winslet und Ralph Fiennes. Für ihre Rolle der Tanzschülerin Lilli Richter in "Im Winter ein Jahr" erhielt Karoline Herfurth den Bayerischen Filmpreis. Am 10. September 2009 kommt "Berlin 36" in die Kinos. Darin spielt sie die jüdische Hochspringerin Gretel Bergmann während der Olympischen Spiele 1936 in Berlin (Foto).
Quelle- vollständiger Text: http://jetzt.sueddeutsche.de/
Sonntag, 21. Juni 2009
Prominente Waldorfschüler
mit Originaltext - alles Zitate (Auszüge)
"... Waldorfschulen (sind) beliebt: Im Jahr 2007 hatten sie in Deutschland mehr als 80.000 Schüler. Zu den Absolventen der Waldorfschulen zählen auch zahlreiche Prominente, darunter Marie Bäumer, hier als Buhlschaft im Salzburger "Jedermann".
Bäumer war nach eigenen Angaben eine mittelmäßige Schülerin - und eine Niete in allen Naturwissenschaften.

Auch Nina Hagen schickte ihre Tochter Cosma Shiva auf eine Waldorfschule. Die esoterischen Ansichten ihrer Mutter teilt die 27-Jährige trotzdem nicht: "Ich bin für den Mittelweg, also nicht zu esoterisch und abgehoben, aber auch nicht zu kühl, geradlinig und rein vernunftgesteuert", sagte sie in einem Interview. Sie sei zwar nicht religiös, glaube aber dennoch gern an etwas. "Auch daran, dass es Jesus und dass es Buddha gab."
(Foto wurde von Google gelöscht :-( )
Boris Erasmus Palmer, Grüner Oberbürgermeister von Tübingen, machte 1992 sein Abitur an einer Waldorfschule. Auf seiner Homepage schreibt er, er schätze die Waldorfpädagogik vor allem deshalb, weil sie der Persönlichkeitsentwicklung Vorrang vor reinem Faktenwissen einräume. "Aus diesem Grunde betrachte ich es heute als Glücksfall und für meine Entwicklung entscheidendes Ereignis, dass ich die Chance erhielt, eine Waldorfschule zu besuchen."

Schauspielerin Juliane Köhler lobte in Interviews ebenfalls die Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung, die ihr die Waldorfschule gab. Die 43-Jährige meldete auch ihre Tochter auf einer Waldorfschule an.
Nicht nur Schauspieler zählen zu Waldorf-Absolventen. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, die eine Steiner-Schule besuchte, ist Ferdinand Alexander Porsche, genannt "Butzi". Der Sprössling des Porsche-Clans designte den 911er.
Barbara Feltus, Ex-Frau von Boris Becker, war ebenfals eine Waldorfschülerin. Heute arbeitet sie als Schmuckdesignerin und Fernsehschauspielerin.
Der Schauspieler August Diehl, der unter anderem im Kinofilm "Doktor Alemán" zu sehen war, machte sein Abitur an einer Waldorfschule. Dort entdeckte er nach eigenen Angaben die Liebe zur Schauspielerei: Die Schulaufführung der "Räuber" sei für ihn ein Schlüsselerlebnis gewesen. Er habe dabei so viel Spaß gehabt, dass er unbedingt weiter schauspielern wollte.

