Donnerstag, 30. September 2010

Fragen zur Literatur

In Amerika macht man sich Gedanken über die Qualität von Literatur, denen man hier z.Zt. nicht begegnet. Reicht es aus, wenn ein Autor das Leben (nur) spiegelt oder erwartet der Leser, dass der Autor die Realität, die der Leser sowieso aus seiner eigenen Erfahrung kennt,  verwandelt?
Nun wird jeder Leser, das persönlich beurteilen müssen. Der Erfolg solcher realistischen Literatur zeigt, wie anspruchslos viele Menschen sind. Vom künstlerischen Standpunkt reicht die realistische Sichtweise nicht aus. In dieser Pressemitteilung geht es um den so sehr angepriesenen neuen Roman von Franzen "Freiheit":


"The New Republic (USA), 24.09.2010

Freiheit

Ruth Franklin mochte Jonathan Franzens Roman "Freiheit" überhaupt nicht, vor allem stört sie sein Begriff von Realismus. "Ist das wirklich alles, was wir von der Kunst erwarten? Besteht Realismus nur in der Niederschrift von Realität? Noch während ich mich über die vielen Lobeshymnen wundere, die Franzens geradezu übernatürliche Gabe preisen, uns zu zeigen, wie wir tatsächlich aussehen, traf mich der Solipsismus der Formulierungen - sind wir wirklich das wichtigste und interessanteste Thema?  - und der Begrenztheit eines solchen ästhetischen Unternehmens. In 'The Mirror and the Lamp' ging der große Kritiker M. H. Abrams vor vielen Jahren einem solchen geschrumpften Ideal nach. Er behauptete, dass zu Beginn der romantischen Periode eine fundamentale ästhetische Verschiebung stattgefunden habe, als Schriftsteller und Künstler in der Kunst nicht mehr das Leben widerspiegeln, sondern es mit der eigenen Vorstellungskraft erleuchten wollten.
So gesehen ist es nicht die Aufgabe des Romans zu zeigen, wie wir leben, er soll uns vielmehr helfen herauszufinden, wie wir leben sollen - was genau die Form der Erhellung wäre, nach der so viele Charaktere in 'Freiheit' verlangen. Das ist der Punkt, an dem Franzen scheitert. Er ist ganz Spiegel, nicht Lampe."

Mittwoch, 29. September 2010

Bushs Rede zur "Freiheit"

Zufällig fand ich dieser Tage diese damals berühmt gewordene Rede von George W. Bush wieder.
Sie ist ein Dokument, das den Anspruch der USA bestätigt, sich über alle Völker der Welt zu stellen; deren Politik und Systeme nach den eigenen Maßstäben zu beurteilen und notfalls als Weltpolizist beliebig militärisch einzugreifen. Der Begriff "Freiheit" wird hier zur Waffe gegen den politischen Feind umgeschmiedet.

Der amerikanische Präsident George W. Bush hat in seiner Antrittsrede nach der Vereidigung zur zweiten Amtszeit (20. Januar 2005)  sein Streben nach einer Welt dargelegt, in der alle Menschen in Freiheit und Frieden leben. Bush sagte in Auszügen (nach einer dpa-Übersetzung):


freedom picture

„So lange in Regionen dieser Welt Groll und Tyrannei herrschen, die empfänglich sind für Ideologien, die Hass schüren und Mord entschuldigen, wird die Gewalt wachsen und sich in destruktiver Macht vervielfachen. Es gibt nur eine Kraft in der Geschichte, die die Herrschaft von Hass und Groll brechen, die Anmaßung von Tyrannen entlarven und die Hoffnung der Aufrechten und Toleranten belohnen kann: das ist die Kraft der menschlichen Freiheit.” (...) 
„Das Überleben der Freiheit in unserem Land hängt immer mehr vom Erfolg der Freiheit in anderen Ländern ab. Die beste Hoffnung für Frieden in unserer Welt ist die Ausbreitung von Freiheit in aller Welt.” (...) 
„Es ist die Politik der Vereinigten Staaten, demokratische Bewegungen und Institutionen in jedem Land und jeder Kultur zu suchen ihre Entwicklung zu unterstützen, mit dem Endziel, die Tyrannei in der Welt zu beenden.” (...) 
„Amerikas Einfluss ist nicht unbegrenzt. Aber zum Glück für die Unterdrückten ist der Einfluss bedeutend und wir werden ihn im Einsatz für die Freiheit selbstbewusst anwenden.” (...) 
„Amerika spricht heute zu den Völkern dieser Welt: Alle, die in Tyrannei und Hoffnungslosigkeit leben, sollen wissen: die Vereinigten Staaten werden eure Unterdrückung oder die Ausflüchte eurer Unterdrücker nicht hinnehmen. Wenn ihr für Frieden einsteht, stehen wir hinter euch. Demokratische Reformer, denen Unterdrückung, Gefängnis oder Exil droht: Amerika sieht euch als das, was ihr seid: die künftigen Anführer eures befreiten Landes.” (...) 
„Alle Verbündeten der USA sollen wissen, dass wir ihre Freundschaft honorieren. Wir brauchen euren Rat, wir sind auf eure Hilfe angewiesen. Gezänk unter freien Nationen ist das Hauptziel der Feinde der Freiheit. Gemeinsame Anstrengungen der freien Nationen, um die Demokratie zu fördern, sind der Beginn der Niederlage unserer Feinde.” (...) 
„Weil wir in der großen Befreiungstradition dieses Landes handelten, haben Millionen von Menschen die Freiheit erlangt. Und weil Hoffnung Hoffnung weckt, werden Millionen weitere Freiheit finden. ... Eines Tages wird das ungezügelte Feuer der Freiheit auch die dunkelsten Ecken unserer Welt erreichen.” (...) 
„Wir gehen voran mit dem festen Vertrauen, dass die Freiheit letzten Endes triumphiert. (...) Nicht, weil wir uns für eine auserwählte Nation halten, Gott bewegt und entscheidet nach seinem eigenen Willen. Wir haben das Vertrauen, weil die Freiheit die dauerhafte Hoffnung der Menschheit ist ...” 
Text: dpa

Dienstag, 28. September 2010

Selbstüberschätzung - der Overconfidence-Effekt

Wieder einmal hat Rolf Dobelli  in seiner Rubrik "Klarer Denken" bewiesen, dass er wirklich denken kann und dadurch zu einer gewissen Selbsterkenntnis kommt. Wer klar denken kann, wird immer gute Schritte auf dem Weg der Selbsterkenntnis voran kommen:
(Auszüge, FAZ vom 20.9.2010)



"...Wir überschätzen systematisch unser Wissen und unsere Fähigkeit zu prognostizieren – und zwar massiv. Beim Overconfidence-Effekt geht es nicht darum, ob eine einzelne Schätzung stimmt oder nicht. Der Overconfidence-Effekt misst den Unterschied zwischen dem, was Menschen wirklich wissen, und dem, was sie denken zu wissen. Wirklich überraschend ist Folgendes: Experten leiden noch stärker am Selbstüberschätzungseffekt als Nichtexperten. Ein Ökonomieprofessor liegt bei einer Fünfjahresschätzung der Entwicklung des Ölpreises genauso falsch wie ein Laie. Nur tut der Professor es mit einer ungeheuren Selbstüberschätzung.
Der Overconfidence-Effekt spielt auch in Bezug auf andere Fähigkeiten eine Rolle: In Befragungen geben vierundachtzig Prozent der französischen Männer an, überdurchschnittlich gute Liebhaber zu sein. Ohne Overconfidence-Effekt müssten es genau fünfzig Prozent sein – logisch, denn „Durchschnitt“ bedeutet ja gerade, dass fünfzig Prozent darüber und fünfzig Prozent darunter liegen. Oder: neunzig Prozent der Schweden geben an, überdurchschnittlich sichere Autofahrer zu sein....
Unternehmer sind wie Heiratswillige: überzeugt, von der Statistik ausgenommen zu sein. Die wirtschaftliche Aktivität wäre geringer, wenn es den Overconfidence-Effekt nicht gäbe. Jeder Restaurantbetreiber träumt davon, das nächste Borchardt zu etablieren – und die meisten machen schon nach drei Jahren wieder dicht. Die Eigenkapitalrendite im Restaurantgeschäft liegt chronisch unter null. Anders ausgedrückt: Die Restaurant-Unternehmer subventionieren systematisch ihre Gäste. Es gibt kaum ein Großprojekt, das schneller und billiger fertiggestellt wird als vorgesehen. Legendär sind die Verzögerungen und Kostenüberschreitungen beim Airbus A400M, beim Opernhaus in Sidney, ...
Warum ist das so? Hier spielen zwei Effekte zusammen. Zum einen die klassische Overconfidence. Zum anderen eine „incentivierte“ Unterschätzung der Kosten durch Leute, die ein direktes Interesse am Projekt haben. ...
Drei Details zum Schluss. Erstens: Das Gegenteil, einen Underconfidence-Effekt, gibt es nicht. Zweitens: Bei Männern ist der Overconfidence-Effekt ausgeprägter als bei Frauen – Frauen überschätzen sich weniger. Drittens: Nicht nur Optimisten leiden unter dem Overconfidence-Effekt. Auch selbsterklärte Pessimisten überschätzen sich – sie tun es nur weniger stark. Fazit: Seien Sie allen Vorhersagen gegenüber skeptisch, besonders wenn sie von sogenannten Experten stammen. Und gehen Sie bei allen Plänen immer vom pessimistischen Szenario aus. Damit haben Sie eine gute Chance, die Situation einigermaßen realistisch zu beurteilen.

Der Schriftsteller Rolf Dobelli, Jahrgang 1966, ist Gründer und Kurator des Forums „Zurich.Minds“. In Kürze erscheint sein neuer Roman „Massimo Marini“ im Diogenes Verlag.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.09.2010 Seite 29


Sonntag, 26. September 2010

[zeit.de] Empfehlung für den Artikel: Der Mann, der niemals starb

Ihre ZEIT ONLINE-Redaktion:

Guten Tag,
unser Leser empfiehlt Ihnen den Artikel "Der Mann, der niemals starb".
Um den Artikel zu lesen, klicken Sie auf diesen Link:
http://www.zeit.de/2010/32/Saint-Germain

Graf von Saint Germain

Nachdem ich in Zusammenhang mit Louisenlund schon einiges über St.Germain geschrieben habe, finde ich diesen Artikel empfehlenswert.

Samstag, 25. September 2010

Bulls and Bears




Dieses Bild von Holbrook stammt aus dem Jahre 1879. Es ist der Beginn des Michaelzeitalters. Rudolf Steiner wies darauf hin, dass in den Jahren zuvor es auf der Erde einen gewissen negativen geistigen Umschwung gegeben hatte. In diesem Bild kommt etwas davon zum Ausdruck. Es bildet Kräfte ab, die im Wirtschaftsleben aktiv sind. 

Freitag, 24. September 2010

DAS OPFERN

Sehr nachdenklich kann einen der folgende Bericht aus der FAZ vom 23.September 2010 machen.

Wer sich mit Selbsterkenntnis und mit einer zukunftweisenden Entwicklung beschäftigt, der weiß, dass der Mensch zu seiner Weiterentwicklung etwas „opfern“ muss.  Früher opferte er den Göttern; heute ist es mehr ein subtiler, innerseelischer Vorgang, damit der Mensch nicht völlig an diese materielle Welt gekettet bleiben muss.

Zur Befreiung der Individualität von den Zwängen der Welt, muss die Seele etwas, was ihr scheinbar zunächst Genuss, Wohlbefinden, Bequemlichkeit verspricht, aufgeben oder etwas drastischer ausgedrückt: opfern.

 

Nun wird hier auf ein Buch hingewiesen, wo es gerade Jugendliche, bzw. noch Kinder einer 7.Klasse, sind, die diesen Weg beschreiten wollen. Es geht hier um etwas, was normalerweise wie ein menschlicher Schicksalsschlag im Leben auftritt oder was beim Erwachsenen, der Selbsterziehung betreibt, in gewisser Art seine Bedeutung hat. Das erscheint hier bei den Kindern wie in einem verzerrten Spiegelbild. Aber es ist dennoch bewegend, dass es in der Literatur nun in dieser Form auftaucht:

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Janne Tellers verstörender Bestseller


Janne Teller
Wie man zum Fanatiker wird
Mit ihrem Jugendbuch „Nichts“ feiert die Dänin Janne Teller derzeit einen Überraschungserfolg bei Lesern jedes Alters. Die Radikalität der Geschichte begeistert die einen und verstört die anderen.
Von Tilman Spreckelsen
23. September 2010 
...Der Roman erzählt von einer dänischen Schulklasse auf der Schwelle zum Erwachsenwerden, die, provoziert durch einen Mitschüler und dessen existenzialistische Parolen, herausfinden will, was dem Leben Bedeutung verleiht - dem jeweils eigenen Dasein ebenso wie dem großen Ganzen. Und während jener Störenfried namens Pierre Anthon tagaus, tagein auf einem Pflaumenbaum hockt und seine Mitschüler mit halbreifen Früchten und verstörenden Sätzen bewirft, treffen die sich regelmäßig in einem alten Sägewerk und liefern reihum ab, was ihnen wichtig ist und was zu verlieren sie schmerzt: die neuen Sandalen, das schöne Fahrrad, die Rollenspielbücher, die blaugefärbten Zöpfe. Den Goldhamster, den Gebetsteppich, den Kindersarg mit den Überresten des kleinen Bruders. Den rechten Zeigefinger schließlich, womit die Sache nicht mehr vor den Erwachsenen zu verbergen ist. 
...Skandalös aber ist der Ernst, mit dem sie das betreiben und dabei eine Schmerzgrenze nach der anderen überschreiten - wenn er nicht wehtut, der Verlust, wie kann das Opfern dann etwas bedeuten - und so beweisen, dass es eben doch Dinge gibt im Leben, auf die es ankommt. Skandalös ist die Eigendynamik, die sich entwickelt, nachdem jeweils die anderen darüber bestimmen, was jeder Einzelne zu opfern hat. Skandalös ist schließlich, wie das Erlebnis, sich auf Geheiß der anderen etwas aus dem Herzen gerissen zu haben, alles Mitleid überdecken kann: Wenn ich gelitten habe, so sagt sich jeder, können es die anderen auch. An Ausstieg ist in dieser Phase der Sinnstiftung nicht mehr zu denken. So wird der Zeigefinger des begabten Gitarrespielers Jan-Johan gnadenlos amputiert, während der schreiende, weinende Junge festgehalten wird und sich von Kopf bis Fuß einnässt. „Alle mussten ihren Teil beitragen“, kommentiert Agnes das: „Wir hatten unseren beigetragen. Jetzt war Jan-Johan an der Reihe. So schlimm war es doch wohl nicht.“ Wer wissen möchte, welchen Weg Fanatiker hinter sich haben, die alles und jeden zu opfern bereit sind, findet in „Nichts“ eine Antwort.
 Janne Tellers verstörender Bestseller: Wie man zum Fanatiker wird
An der Rezeption von „Nichts“ wird sich zeigen, ob wir es ertragen, wenn neugierige Jugendliche mit dem Philosophieren Ernst machen. Und welchen Beitrag wir dazu leisten können, dass die Sache ein anderes Ende nimmt als im Buch.
Text: F.A.Z. Link: http://www.faz.net/s/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA/Doc~ECA6402A5309342A599AF4B5CB088E718~ATpl~Ecommon~Scontent.html



Bildmaterial: Verlag

Zur Waldorfpädagogik:

Bewusstseins-Seelen-Elemente in der Erziehung I
Link: http://joveniden.blogspot.com/

Sonntag, 19. September 2010

Donnerstag, 16. September 2010

KORNKREISE

Auf der Seite "Forum für Grenzwissenschaften und Kornkreise" gibt es wunderbare Bilder von der diesjährigen Kornkreis-Saison aus ganz Europa:




Deutschland - 4. Kornkreis: Gut Ellerode

Montag, 26. Juli 2010 23:16

2_kornkreis_rampfel_a.jpgdeutschland.gif27.6.2010 - Gut Ellerode
37218 Witzenhausen, Hessen

Entdeckung am 27.6., Bestätigung am 30.6., erste Luftbilder am 1.7., Besuch und Untersuchung des Kornkreises am 10.7.2010
27.6.2010 - Nach der Erstmeldung wurde der Kornkreis am 30.6. bestätigt. Er wurde neben der A7 Kassel-Hannover, vor dem Dreieck Drammetal, von einem Autofahrer entdeckt. R. Däuble fand ein großes 8-teiliges Blütenmuster mit 3-D-Effekt, Durchmesser ca. 60-70 m, rund 300 - 400 m vom Gut Ellerode entfernt ::Karte in einem Weizenfeld. In der Mitte trägt die Formation einen Stern.


Mittwoch, 15. September 2010


Einige Gedanken von 777 Gedanken aus diesem Buch von Rolf Dobelli:

Ich schenke Vertrauen, dann bin ich es los.
Wirf den Stein als letzter. Du kannst aus den Fehlern der anderen lernen und triffst genauer.
Licht ist, wo die Dunkelheit sich ausruht.
Allradangetrieben in Miami im Stau stecken.
Sich einmal richtig ausweinen, einmal die Badewanne mit Tränen füllen, und dann nie mehr traurig sein.
Der im goldenen Käfig denkt: Wenn der Goldpreis steigt, steigt mein Wert.
Gesucht: Die Börse, an der man äußeren gegen inneren Reichtum tauschen kann.
Einen Märtyrertod sterben, aber nicht ganz, damit man noch etwas vom Ruhm hat.
Will ich Platz nehmen, sitzt er schon auf meinem Stuhl. Will ich mich ins Bett legen, liegt er schon da. Er steht genau an dem Ort, wo ich auch habe stehen wollen. Man kann nicht verreisen, immer ist er schon da. Der meinen Platz eingenommen hat. Er.
Je mehr Möglichkeiten mir offen stehen, desto mehr Zeit verschwende ich damit, sie zu schließen.
Man müsste, um mich ernstzunehmen, sehr unernst sein.
Er steht nicht gern Schlange. Noch weniger für den Rückflug nach Zürich. Aber er glaubt, er steht ein bißchen lieber Schlange als die anderen. Das macht ihn ein bißchen glücklich. Und so macht es ihm vergleichsweise wenig aus, Schlange zu stehen.
Die Hoffnung begraben, damit man sie an schlechten Tagen wieder ausgraben kann.
Lieber gute Äußerlichkeit als schlechte Innerlichkeit.
Vor mir: Sie kann nicht ohne Übergepäck reisen. Beim Check-in wird der Mann mit einem Blick bestraft, der ausdrücken will: Schon wieder einer, der seine Frau nicht im Griff hat. Dem könnte er höchstens entgegnen, indem er seine Frau vor den Augen der Check-in-Dame zwingen würde, die Kosten für das Übergewicht selbst zu begleichen. Aber wenn er das könnte, dann könnte er sie auch zwingen, ohne Übergepäck zu reisen.
Gern würde ich mich der Grenze meiner Geduld mal von der Seite der Ungeduld her nähern.
Vor dem Gate stehen die Schlangen Mensch.
Zutritt für Unbefugte erlaubt.
Ich stürze zusammen mit Microsoft täglich ab.
Zeigt Gefühle! Auch die nicht vorhandenen.
Im Geld schwimmen und dann vor Erschöpfung ertrinken.
Paradies: Kongruenz von Denken und Fühlen.

Montag, 13. September 2010

Warum Sie die Finger von Ratgeberbüchern lassen sollten

Unter diesem Titel erschien heute in der FAZ ein richtig geistreicher Artikel. Der Autor hat wirklich nachgedacht. So etwas würde man sich häufiger wünschen.

"Klarer Denken
Von Rolf Dobelli

Als der Essayist und Börsenhändler Nassim Taleb den Entschluss fasste, etwas gegen seine hartnäckigen Kilos zu unternehmen, schaute er sich bei den verschiedensten Sportarten um. Die Jogger machten ihm einen dürren und unglücklichen Eindruck. Die Bodybuilder sahen breit und dümmlich aus. Die Tennisspieler, ach, so Upper Middle Class! Doch die Schwimmer gefielen ihm. Sie hatten diese gutgebauten, eleganten Körper. Also entschloss er sich, zweimal die Woche in das chlorhaltige Wasser des lokalen Schwimmbades zu steigen und richtig hart zu trainieren. Es dauerte eine ganze Weile, bis er merkte, dass er einer Illusion auf den Leim gekrochen war. Die professionellen Schwimmer haben diesen perfekten Körperbau nicht, weil sie ausgiebig trainieren. Es ist andersherum: Sie sind gute Schwimmer, weil sie so gebaut sind. Ihr Körperbau ist ein Selektionskriterium, nicht das Resultat ihrer Aktivitäten.

Weibliche Models machen Werbung für Kosmetika. So kommt manche Konsumentin auf den Gedanken, die Kosmetika würden einen verschönern. Doch es sind nicht die Kosmetika, die diese Frauen zu Models machen. Die Models sind zufälligerweise als schöne Menschen geboren, und nur deshalb kommen sie für die Kosmetika-Werbung überhaupt erst in Frage. Wie bei den Schwimmern ist hier die Schönheit ein Selektionskriterium, nicht ein Ergebnis. Wann immer wir Selektionskriterium und Ergebnis vertauschen, sitzen wir der Swimmer's Body Illusion auf. Ohne diese Illusion würde die Hälfte der Werbung nicht funktionieren.

Aber es geht nicht nur um sexy Körper. Harvard hat den Ruf, eine Top-Universität zu sein. Viele höchst erfolgreiche Personen haben in Harvard studiert. Heißt das, dass Harvard eine gute Schule ist? Das wissen wir nicht. Vielleicht ist die Schule miserabel, aber sie rekrutiert die gescheitesten Studenten der ganzen Welt. Die Universität St. Gallen habe ich so erlebt. Ihr Ruf ist ausgezeichnet, aber der Unterricht (vor zwanzig Jahren) war medioker. Aus irgendwelchen Gründen - gute Selektion der Studenten, das Klima in dem engen Tal, das Kantinenessen? - ist trotz allem aus vielen Absolventen etwas geworden.

MBA-Kurse in aller Welt locken mit Einkommensstatistiken. Dem Interessenten wird vorgerechnet, dass ein MBA das Einkommen um durchschnittlich soundso viel Prozent steigert. Die einfache Rechnung soll aufzeigen, dass sich die horrenden Studiengebühren schon in kurzer Zeit bezahlt machen. Viele fallen darauf hinein. Ich will den Schulen nicht unterstellen, dass sie die Statistiken getürkt haben. Und doch sind ihre Aussagen wertlos. Menschen, die keinen MBA anstreben, sind ganz anders gestrickt als Menschen, die einen solchen Abschluss anstreben. Der spätere Einkommensunterschied hat tausend andere Gründe als das MBA-Diplom. Hier also wiederum die Swimmer's Body Illusion: Das Auswahlkriterium wird mit dem Ergebnis verwechselt. Wenn Sie sich überlegen, eine Weiterbildung zu machen, suchen Sie sich bitte andere Gründe als die Einkommenssteigerung.

Wenn ich glückliche Menschen frage, worin das Geheimnis ihres Glücks bestehe, höre ich oft Sätze wie: "Man muss das Glas halb voll statt halb leer sehen." Als könnten diese Menschen nicht akzeptieren, dass sie als glückliche Menschen geboren sind und nun halt die Neigung haben, in allem das Positive zu sehen. Dass Glückseligkeit zum großen Teil angeboren ist und im Verlauf des Lebens konstant bleibt, wollen die Glücklichen nicht einsehen. Die Swimmer's Body Illusion gibt es also auch als Selbstillusion. Wenn die Glücklichen dann noch Bücher schreiben, wird die Täuschung perfid. Darum: Machen Sie von jetzt an einen weiten Bogen um Selbsthilfeliteratur. Sie ist zu hundert Prozent von Menschen geschrieben, die, wie man so schön sagt, das Glück gefunden haben. Nun verschleudern sie auf jeder Buchseite Handlungsanweisungen. Dass es Milliarden von Menschen gibt, bei denen diese Tipps nicht funktionieren, bleibt unbekannt - weil Unglückspilze keine Selbsthilfebücher schreiben.

Fazit: Überall, wo etwas Erstrebenswertes - stählerne Muskeln, Schönheit, höheres Einkommen, langes Leben, Aura, Glück - angepriesen wird, schauen Sie genau hin. Bevor Sie ins Schwimmbecken steigen, werfen Sie einen Blick in den Spiegel. Und seien Sie ehrlich mit sich.

Der Schriftsteller Rolf Dobelli, Jahrgang 1966, ist Gründer und Kurator des Forums "Zurich.Minds". In Kürze erscheint sein neuer Roman "Massimo Marini" im Diogenes Verlag.

Text: F.A.Z., 13.09.2010, Nr. 212 / Seite 29"

Sonntag, 12. September 2010

Der Gedanken- und der Willens-Weg

Zum Phänomen Beuys und Schlingensief
In vielen Menschen taucht eine mehr oder weniger starke Unzufriedenheit mit dem, was er in der bestehenden physisch-sinnlichen Welt findet, auf.
Ist dieses Unbehagen besonders groß und verfügt der Mensch über ausreichend Kraft und Energie, dann sucht er entweder nach einer Überwindung dieser Unzufriedenheit in sich oder er versucht das Unvollkommene in der Welt zu überwinden.

Der Mystiker
Derjenige, der die Unzufriedenheit in sich zu überwinden versucht, kann so zum Mystiker werden oder heute würde man solche Menschen besonders auch östlichen Wegen zugeneigt finden.

Der Weg der Weisheit
Bei Menschen, denen es auch oder viel mehr um Veränderung der Welt geht, kann man solche finden, die den Weg der Anthroposophie gehen; diesen Weg kann man als den Weg des Denkens oder der Weisheit bezeichnen. Erst nach längerer Schulung in dieser Sphäre wird man beginnen, auch durch seinen Willen praktisch auf diese unvollkommene Welt verändernd einzuwirken.

Der Tatmensch
Andere Menschen wollen schneller wirksam werden: Sie gehen den Weg des Willens. Im Willen liegt eine gewaltige Kraft. Diese Kraft kann, wenn sie nicht von Weisheit geführt wird, sehr leicht auch zerstörerisch wirken. Diese Kraft führt oft auch zu „revolutionären“ Ausdrucksweisen. Solche Menschen, wollen z.B. auch die Mitmenschen aufrütteln. Sie versuchen Taten zu vollbringen, die sich gegen das Gewohnte auflehnen. Sie wollen die Menschheit aufwecken; manchmal auch durch schockierende oder provozierende Handlungen. Gelegentlich fühlen sie sich sogar zu noch extremeren Handlungen gedrängt. Sie meinen es hätte eine Berechtigung, um mehr Menschlichkeit auf der Welt zu verwirklichen, auch unmenschliche Taten zu vollbringen.
In unserer westlichen Kultur findet man solche Menschen, die einen besonders stark ausgeprägten Willensweg gehen, heute häufig im Bereich des Künstlerisch-Kulturellen. Ihnen strömt dann oft die Sympathie derer entgegen, bei denen die eigene Unzufriedenheit und Kraft nicht in so starker Weise ausgeprägt ist, sondern mehr unterschwellig wirkt. Da das heute bei sehr vielen Menschen ist, so genießen diese Willens-Menschen eine besonders große Anerkennung in weiten - besonders intellektuellen - Kreisen.
Da auch die Anthroposophie einen anderen Weg geht als die traditionelle Kultur oder die anerkannte Wissenschaft, so kann es bei diesen Persönlichkeiten, die stark durch ihre Taten wirken wollen, gelegentlich auch zu einer Annährung oder Sympathie zu dieser Form der Geisteswissenschaft kommen.
So erklärt sich ein bestimmter Aspekt des Wirkens der Persönlichkeiten von Beuys und Schlingensief. Daher die Bewunderung und Anhängerschaft gewisser Teile der Bevölkerung für ihre revolutionären, unkonventionellen, schockierenden oder aufrüttelnden Handlungen oder „Kunstwerke“.
Solche Menschen wie sie bewirken und bewirkten seit längerem den Haupttrend der heutigen Kulturproduktionen im Bereich des Theaters, der Malerei usw.

Der anthroposophische Weg
Der anthroposophische Weg versucht in seine Handlungen das Geistige einfließen zu lassen. Dazu muss er zunächst seine Persönlichkeit so umwandeln, dass er Zugang zum Geistigen findet. Das ist schwieriger und braucht eine gewisse Zeit.

Samstag, 11. September 2010

Politische Scheinheiligkeit

BERLIN ERLEICHTERT ÜBER DEN RÜCKZUG SARRAZINS

Bundesregierung: Wir haben keinen Einfluss geübt
(Schlagzeilen in der FAZ, 11.9.2010)


Egal, was man von den Gedanken Sarrazins hält, deutlich wird an diesem Fall, wie schnell man einem Menschen heute der Garaus machen kann, ganz ohne Polizei, Gerichte oder Inquisition. Die Nation verhält sich wie ein Kollektiv, das schlicht und einfach den "Übeltäter" einkesselt und ihn auf diese Weise kaltstellt.

Als Anthroposoph, der sich in freier Erkenntnisbildung schult, weiß man nur zu gut, wie es in Wahrheit um die "Meinungsfreiheit" in der heutigen Welt bestellt ist. Es ist in Wirklichkeit noch immer wie zu Galileis Zeiten. Wird etwas geäußert, was der herrschenden Meinung widerspricht, so ist es um diesen Menschen geschehen. Er wird nicht unbedingt mehr leiblich hingerichtet. Heute ist es mehr eine seelische-geistige Hinrichtung, die erfolgt.
Wichtig ist nur, dass man das weiß und von daher möglichst still hält und sich gut überlegt, wo und wie man was sagt.

Weitere Pressemeldungen:

Das hält keiner aus

Sarrazin erklärt sich in Potsdam / Von Michael Müller

Potsdam, 10. September. Es ist kurz nach 20 Uhr an diesem Donnerstagabend, als Thilo Sarrazin den Potsdamer Nikolaisaal betritt. Er ist umringt von schwarzgekleideten Leibwächtern, die nach den Morddrohungen der vergangenen Tage sein Leben schützen sollen.....




Zur Strecke gebracht

Von Berthold Kohler

Thilo Sarrazin ist der Aufforderung seiner Kritiker aus Staat und Partei gefolgt und hat sich selbst als Problem "abgeschafft". Von einem "freiwilligen" Rückzug können aber nur Zyniker sprechen. Von der "Menschenverachtung" über ....


Unabhängigkeit

Leider hatte die Deutsche Bundesbank dem Druck aus Berlin eilfertig nachgegeben und zunächst eine Abberufung ihres in politische Ungnade gefallenen Vorstandsmitglieds Sarrazin in die Wege geleitet....



Landtag lehnt Sarrazins Thesen einhellig ab

Landtag einig beim Reizthema Integration: Sarrazin hat unrecht....


„Zweifelhaftes Verfahren gegen Sarrazin“

Der Freiburger Staatsrechtslehrer Schoch hat Bedenken gegen das Verfahren der Abberufung Thilo Sarrazins aus dem Bundesbankvorstand. In der F.A.Z. schreibt Schoch, die Initiative dazu hätte vom Bundesrat ausgehen müssen. Bundespräsident und Kanzlerin erweckten den Anschein von „Befangenheit“.

Dienstag, 7. September 2010

Glücksforschung

Was die "Wissenschaft" wieder festgestellt hat (ein Trost für alle, die nicht mehr als 60 000 Euro verdienen):

Mehr Geld? Brauche ich nicht!

Dienstag 07.09.2010, 14:35

Ab einem gewissen Einkommen haben Menschen andere Belange, fanden Forscher heraus. Bis wann macht ein höheres Einkommen glücklicher? Forscher der Universität Princeton haben dafür eine genaue Grenze definiert – und einen weiteren Zusammenhang entdeckt.Geld macht einer Studie zufolge glücklich – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Die Lebensqualität für einen Haushalt steigt bis zu einem Jahreseinkommen von umgerechnet knapp 60 000 Euro pro Haushalt immer weiter an. Doch danach verbessert mehr Geld das Leben nicht mehr, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie der US-Universität Princeton hervorgeht.
....

Ab 60 000 Euro rücken Freizeit und Gesundheit nach vorne„Vielleicht ist das auch die Schwelle, über der es den Menschen nicht mehr möglich ist, das zu tun, was am meisten zählt für ihr emotionales Wohlbefinden: Zeit mit der Familie verbringen, Krankheit und Schmerz vermeiden oder die freie Zeit genießen“, schreiben die Studien-Autoren, der Ökonom Angus Deaton sowie der Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 2002, Daniel Kahnemann.

....
Quelle:

Mittwoch, 1. September 2010

«DIE ESSENZ DER VERPFLICHTUNG»

In unserem Lehrerzimmer hing mit einem Male dieser Text aus. Ich recherchierte und fand, dass er im Internet zu finden ist. Bei Goethe selbst konnte ich ihn noch nicht ausfindig machen. Doch der Inhalt entspricht von seinem gedanklichen Niveau durchaus der Geistesart Goethes:


"Bis sich jemand verpflichtet hat, ist da ein Zögern,
Die Möglichkeit zum Rückzug...und immer Untauglichkeit.

Über Entschlusskraft und Schöpfung
gibt es eine grundlegende Wahrheit;
Die Unkenntnis davon zerstört unzählige Ideen
und grossartige Pläne -
und das ist, dass in dem Moment, da jemand sich
endgültig verpflichtet, dann auch die
Göttliche Vorsehung Einzug hält.
Alle möglichen Dinge ereignen sich, um diesem zu helfen-
Dinge die sich sonst nie ereignet hätten.
Ein ganzer Strom von Ereignissen ergibt sich aus der
Entscheidung.

Sie ruft für jenen, der die Entscheidung getroffen hat, alle
möglichen unvorhergesehenen Vorkommnisse und
Zusammenkünfte und stoffliche Hilfe hervor,
von der kein Mensch sich hätte träumen lassen,
dass sie auf diese Weise eintreffen würde.

Was immer du tun kannst,
oder wovon du träumst, du könntest es tun:
beginne damit!
Kühnheit trägt Genius, Macht und Zauber in sich.
BEGINN ES JETZT!
(von Goethe)

DIE MISSRATENEN

Was passiert, wenn Akademikerkinder absteigen?

Nach wie vor ist es für viele Eltern ein fast unüberwindliches Problem, wenn ihre Kinder nicht den gleichen Abschluss erreichen, den sie selbst errungen haben. Viele Erziehungsschwierigkeiten hängen damit zusammen. Über solchen Kindern schwebt unablässig das Damoklesschwert eines großen Leistungsdrucks. Oft erfüllen diese Kinder dann vordergründig die Wünsche ihrer Eltern. Aber sie gehen keinen glücklichen Lebensweg.

Anschaulich schildert folgender Artikel solche Lebens- und Leidenswege (nur kurze Auszüge):

Quelle: http://dasmagazin.ch/index.php/die-missratenen/

"Eigentlich haben sie bereits ihre ältere Schwester für das schwarze Schaf der Familie gehalten. Doch als die fünf Jahre jüngere Anna nach dem zweifachen Abbruch ihres Studiums beginnt als Stewardess zu arbeiten, sehen ihre angesehenen Eltern ihre dunkelsten Vorahnungen bestätigt. Schon die Älteste hat Jahre auf Kosten ihrer hart arbeitenden Mediziner-Eltern studiert. Sie setzte sich wohl aus Angst vor dieser harten Arbeit mit der Idee eines eigenen Medizinstudiums gar nicht erst auseinander. Und begleitete den Vater schon als Kind nicht gern, wenn er sie in die Klinik mitnahm. Sie wollte auch später auf keinen Fall in das Fach der Eltern wechseln. Aber immer noch besser als ihre jüngere Schwester Anna. Nur weil der Vater ihr verbot, wie ihre Schwester den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, machte sie den Eltern das Leben zur Hölle. Dabei wollten Mutter und Vater bei der letzten verbliebenen Tochter einfach kein Risiko eingehen und verboten ihr sogar den Ballettunterricht. Das wäre zu mädchenhaft, ohnehin fehle ein medizininteressierter Sohn in der Familie. Stattdessen solle doch sie das Medizinstudium beginnen. Wenigstens eines der Kinder sollte etwas wirklich Nützliches tun.
Illustration von Gregory Gilbert-Lodge

Akademikereltern legen ihrem Nachwuchs zahllose Startvorteile für den Weg nach oben in die Wiege. Investieren viel Zeit, Geld, Energie in deren Bildung. Welcher Metzgerssohn liest schon so früh wie ein Professorenkind die wichtigsten Werke der Weltliteratur? ...
«(Eine) Hypothek lastet schwer auf vielen Akademikerkindern, die denselben Weg wie ihre Eltern beschreiten. Eigentlich möchten sie sich wie alle anderen Kinder von ihren Eltern distanzieren. Sie können das nur nicht so direkt wie etwa Söhne von Tramchauffeuren: indem sie aufsteigen, hart arbeiten, besser und erfolgreicher als ihre geringer qualifizierten Eltern werden.»

Ulrich Frischknecht: «Ich denke, diese Ambivalenz verringert die Motivation, die Neugier vieler Akademikerkinder auf alles Akademische. Besonders, wenn ihre Eltern die akademische Karriere als besonders wichtig empfinden. Und viele tun das. Gerade für viele Akademiker ist der eigene Beruf, die eigene Arbeit doch sehr wichtig für ihre Selbstdefinition.»

Weiter hier: http://dasmagazin.ch/index.php/die-missratenen/


"Götterzeichen"


Der Sonnenschein ist nicht das einzige Licht, das von der Sonne ausgeht. Auf der nördlichen Hemisphäre ruft sie ein beeindruckendes Naturschauspiel hervor: das Polarlicht. Doch auch auf der südlichen Halbkugel bringen farbenfrohe Schlieren faszinierendes Licht in die Dunkelheit. Dort trägt die Erscheinung den Namen Aurora australis. Dieses Lichterspektakel durften jetzt die Astronauten an Bord der ISS genießen, als diese gerade über den südlichen Indischen Ozean hinwegflog. Früher - als man das Naturschauspiel noch nicht erklären konnte - glaubten viele Völker, dass sich die Götter damit zeigten und mit den Menschen in Kontakt treten wollten.